Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
Konnichi wa,
nach reiflicher Überlegung und mehereren Tagen Vorbereitung habe ich diesen Schritt gewagt:
Bus fahren
Alle haben abgeraten: der Reiseführer, Susannes Sekretärin, mehrere Kollegen, alle Weitgereisten, alle Japan erfahrenen, einfach alle.....
Aber einen Bajuwaren kann sowas halt nicht schrecken und so begann ich mit den generalstabsmässigen Vorbereitungen. Erst musste das TIC (Tourist Information Center) gefunden werden wo es lt. Reiseführer einen englischsprachigen Busplan gibt. Dieser ist sehr übersichtlich gestaltet und bereits nach mehreren Tagen Studium hatte ich das Prinzip verstanden und die Reiseroute war festgelegt. Mit der U-Bahn vom Hotel in unsere neue Wohnung und mit dem Bus zurück um den möglichen Arbeitsweg für Susanne auszuprobieren. Über Google, Nachfragen und die Reiseführer konnte ich leider nicht recherchieren woher ich ein Ticket bekomme und was es kostet. Also habe ich mich zu Fuss zum Hauptbahnhof aufgemacht und mich am Busbahnhof herumgetrieben. Dort fand ich auch die gesuchten Buslinien und wie bei uns hängen dort die Fahrpläne und Abfahrtszeiten aus - leider auf japanisch. Aber ich kannte bereits die Umsteigestelle. Nun habe ich die jeweiligen Abfahrtszeiten fotografiert und gehofft, dass diese analog den unseren gestaltet sind: Mo-Fr, Sa, Sonn-und Feiertage.
Der nächste Schritt war in die U-Bahn um die Haltestelle bei unserer Wohnung zu finden. Ich fuhr mit der Ginza Line 2 Stationen um dann in die Yarakucho Line umzusteigen. Leider habe ich keinen Transferausgang gefunden und musste nochmals ein Ticket kaufen (zu 1,60$/St.). In Toyosu habe ich den Richtigen Ausgang von 13 Möglichen gefunden und bin die 8 min. zu unserem neuen Heim gelaufen. Um die Ecke vom Haus befindet sich direkt die Haltestelle und so habe ich wieder die Fahrpläne fotografiert und mich auf die klappbare Edelstahlbank gesetzt und das GPS aktiviert. Die verbleibende Zeit bis der Bus kommt wird in Minuten angezeigt und so konnte ich genau beobachten welcher der 4 Busse als nächster kommt – ich brauche die Nummer 16. Zuerst kommt der 15er und hält an, wartet und fährt dann wieder weiter - niemand stieg zu. Alle anderen Wartenden standen und schauten mich Sitzenden vorwurfsvoll an. Ich war mir keiner Schuld bewusst, checkte die Zeiten und den GPS Status. Dann kam der nächste Bus und wieder das Gleiche: vorwurfsvolle Gesichter…….und diesmal bin ich dann aufgestanden und habe mich brav in die Schlange der Wartenden eingereiht (ich frage mich für wen ist die tolle Klappbare Bank?). Dann kam endlich der 16er und jeder wollte mich zuerst einsteigen lassen. Dies wollte ich aber gar nicht da ich beobachten wollte wer wie viel und wie bezahlt. Und jetzt ging wieder das bekannte Spiel los: Höfliches nicken, winken, verneigen und keiner geht los…….
Irgendwann war ich dann dran und der Fahrpreis ist immer 200 Yen und dies steht auf dem Bezahlautomaten beim Fahrer auch gross drauf. 200 Yen eingeworfen und dem Fahrer fragend und auffordernd ‚Nihombashi’????? zugerufen – so stand ich nun in der immer noch geöffneten Türe. Der schaut mich nur fragend an. Ich also wieder ‚Nihombashiiii’???????????? Jetzt nickte er und die Fahrt ging los. Leider war kein Platz frei und sofort ist der GPS Empfang zusammengebrochen. In der einen Hand das GPS, in der Anderen den Stadtplan und noch festhalten – alles kein Thema. Glücklicherweise wurde der Bus immer leerer und ich bekam einen Fensterplatz. Der Empfang des GPS wurde immer besser und als es Startbereit war brüllte die freundliche, nasale, asiatische Elektronikstimme: ‚GPS is functioning now’, worauf sich alle Fahrgäste interessiert nach mir umdrehten . Gott Sei dank dachte ich mir und habe alle Anderen ignoriert. Jetzt konnte ich am Stadtplan und am GPS unseren Weg verfolgen. Nihobashi wurde sogar für mich verständlich angesagt und so stieg ich völlig Problemlos wieder aus. Hinter mit hörte ich nun eine Stimme: ‚Nihombashiiii?????’ Ein älteres Ehepaar war mit mir ausgestiegen und hatte wohl meine Bemühungen bemerkt und in gebrochenem Englisch wurde mir nun Hilfe angeboten und der Weg gewiesen. Und ein Paar Minuten später war ich wieder im Hotel und war total happy dass es doch so einfach war.
Am nächsten Tag in der Früh war ich dann ganz selbstbewusst und bin wieder in den 16er eingestiegen um zu unserer Wohnung zu fahren. Nach 5 Haltestellen blieb der Bus dann einfach stehen und alle sind ausgestiegen. Der freundliche Busfahrer hat mich dann aufgefordert auch auszusteigen und nun stand ich bedröppelt da. Dies bemerkte er und öffnete nochmals seine Türe. Ich schaute ihn fragend an und meinte ‚Toyosuuuu???????’ Er erklärte mir auf fliessend japanisch wo ich hin muss und so bin ich seinen Handbewegungen gefolgt und habe um die Ecke eine weitere Haltestelle des 16er gefunden und wieder 200Yen bezahlt und schon bald war ich da……………..
Sayonara
Jack san