Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
Konnichi wa,
nach 4 Bier auf unserem Balkon bei lauen Temperaturen hatte ich die nötige Bettschwere und ging mit meiner Gattin nächtigen. Wir fielen sofort in einen tiefen, gesegneten Schlaf.
0:55 Uhr: Die freundliche Stimme aus dem Lautsprecher der Freisprecheinrichtung unseres Haustelefones kreischt nach einem durchdringenden Gebimmel:
CHUI………CHUIII …………..CHUIIII………CHUIIIII
Als alter Japaner wusste ich natürlich sofort dass das Achtung heisst und was das nun sollte…………. Ich sprang im Bett auf und rannte durch die Wohnung und habe alle elektronischen Geräte kontrolliert. Ist das Gas an? Oder läuft Wasser? Ist die Toilette o.k.? Probleme mit der Heizung? Oder Sauna? Oder Bad? Alles o.k. und so legte ich mich wieder hin und überlegte nun was das wohl war. Ich war ja müde und dachte mir ‚vielleicht war das eine Fehlfunktion irgendeines elektronischen Teils’ das hier oftmals auch reden kann (unser Ofen z.B.).
Die Äuglein wurden gerade wieder schwer als ich die Türe zu unserem begehbaren Schrank knarzen hörte. Dies wurde auch gleich wieder leiser und ich konnte auch dies nicht wirklich einordnen. Gerade fielen meine Augen zu als die Türe laute vernehmliche schabe und knarr Geräusche von sich gab. Jetzt war ich hellwach. Ich dachte bloody hell was ist denn hier los? Sitzt da der Poltergeist drin oder was? Nun sass ich im Bett. In diesem Moment hörte ich die Grundfeste des Gebäudes wie sie zu arbeiten begannen.
Ja das war es: Mein erstes Erdbeben…….
Mein Blutdruck stieg ziemlich an und der Puls begann zu rasen und die Dämpferelemente, die Shockabsorber gingen laut vernehmlich ihrer Aufgabe nach. Susanne schlief immer noch ruhig neben mir. Alle geschlossenen Türen passten irgendwie nicht mehr und gaben fürchterliche Geräusche von sich. Man hatte das Gefühl, dass sich das Gebäude dem Rhythmus der Schwingungen anpasst und dumpfe, grollende Töne kamen aus der Stahlkonstruktion hervor.
Im Handbuch für Erdbeben steht geschrieben: SOFORT Gashahn und Stromversorgung kappen – gelesen hatte ich das – aber es kam null Reaktion.
In meiner sitzenden Position war ich wie erstarrt und nun wachte Susanne von den gerade wieder leiser werdenden Holzgeräuschen auf. Sie sah mich nur fragend an und meinte: Was ist das?
Und ich meinte fast schon beruhigend: Nur ein Erdbeben!!!!
Nach Sekunden –oder waren es Minuten- war der ganze Spuk vorbei und wir haben uns umgedreht und hatten einen gesunden und ruhigen Schlaf.
Sayonnara
Jack san
P.S. Das Epizentrum war 100km entfernt, das Beben hatte eine Stärke von 6,7 auf der Richterskala