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Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.

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Tokyowalk

Konnichi wa,

 

ich verlasse mein Zimmer im 32. Stock und begebe mich zum Fahrstuhl. Dort begegne ich mehreren japanischen Gästen. Ich drücke den nach oben Knopf zum 38. und sofort öffnet sich die Türe. Jetzt nicken wir uns alle zu und jeder bedeutet mit freundlichem Lächeln dem Anderen doch einzusteigen. Dieses Ritual dauert so lange, dass die Türe das erste Mal wieder zugeht. Ein schneller Griff zwischen die Türe verhindert dies gerade noch. Darauf hin beginnt das Nicken und hofliche Vorlassen von Neuem.......

Wenn das Wetter gut ist geniesst man einen atemberaubenden Blick vom 38. über ganz Tokyo und man kann auch bis in die Berge sehen. (wia dahoam!)

Die überaus zuvorkommenden Hotelangestellten wünschen mir einen schönen Tag und begleiten mich zur Türe. Dieses riesige Gebäude beeindruckt mich jedesmal erneut durch die Auswahl feinster Materialien und deren absolut perfekte Verarbeitung - eine echte Freude für mich.

Auf den Strassen und Gehwegen im Businessdistrict ist erfreulicher Weise nicht so viel los und die Luft ist recht gut. Trotzdem laufen sehr viele Japaner mit einer Staubschutzmaske herum. Angeblich wegen Allergien aber ich habe auch schon gelesen, dass viele Angst vor Ansteckung haben - vor was auch immer......

Bewaffnet mit GPS, Stadtplan, U-Bahnplan, Wegbeschreibung zum Hotel auf Japanisch einem Reiseführer und Kauderwelsch Japanisch traue ich mich aus dem Hotel. Die ersten Tage nur gerade aus in beide Richtungen und es wird mir sofort bewusst wie schwierig für einen Analphabeten das Überleben im Grossstadtdjungel ist. Ich checke erst mal gar nix!!!!

Jeden Tag werde ich nun mutiger und laufe auch die Querstrassen hoch und runter und entdecke auf diesen sehr schönen Spaziergängen so manch Kurioses.

Parken ist sehr teuer und Parkplatz ist rar. Selbst für Fahrräder und Mopeds ist dies ein Problem. Die Lösung ist ganz einfach: Überall Parkverbot für alle Fahrzeuge. Also bauen die Japaner Parkhäuser: 2 Parkwächter mit leuchtenden Stäben weisen den Weg und halten die Fussganger an. Dann fährt das Auto auf eine riesige Drehscheibe und fährt in einen Autofahrstuhl. Dort wird es automatisch in einen freien Platz gefahren und abgelegt. Wenn man es wieder haben will gibt man seine Karte ab und das Auto kommt wieder - vollautomatisch - man steigt ein fährt rückwärts auf die Scheibe - wird umgedreht und kann vorwärts wieder auf die Strasse fahren - die selbstverständlich von den Parkwächtern freigehalten und die Fussgänger angehalten werden. Clever irgendwie.

 

Dann zieht es mich ins Grüne. Der Kaiserpalast mit seinen Gärten ist nicht weit - also traue ich mich. Als erstes umrunde ich ihn, da wenn man im Kreis läuft irgendwann wieder am Ausgangspunkt ankommt! Stimmt, es hat geklappt und kaum 2 Std. später war ich wieder am Ausgangspunkt. Dort bin ich sehr vielen Joggern und jeder Menge Wachpersonal begegnet. Auch kreisen immer wieder Hubschrauber über diesem Gebiet. Leider waren alle Eingänge gesperrt und ich konnte nicht rauskriegen warum. Die Grösse und die Erhabenheit dieses Ortes ist allgegenwärtig - und sollte irgend jemand dies nicht beachten gibt es sofort von einem Wachmann Nachhilfe. Don't sit here, don't drink, don't eat, no pets allowed, don't run, no picknick, sorry no photo here, no icecream inside, no bicicles, no bikes, no cars.... everything forbidden!!!!!!

Einen Tag später konnte ich denn den Ostteil des Gartens besuchen und eine sehr nette Ausstellung die dem Fuji-san (hier heisst san Berg) gewidmet war. Ausschliesslich ein Motiv aus verschiedenen Epochen und von unterschiedlichen Malern. Der Garten ist sehr schön angelegt und es zieht jede Menge Rentner hierher um jede einzelne Blüte zu fotografieren.

 

Bei einem Besuch auf dem Markt fallen mir so leckere Sachen auf wie getrocknete Sardinen oder mini Krebse in Sesam - zum Knabbern am Abend zum Bier dazu.....

Oder es gibt einen Stand mit getrockneten Schlangen. Diese werden gemahlen (im Ganzen) und allerlei Pulver dazugegeben und dann als Brühe genossen!!!

Bestimmt lecker!!!

Hier wird es schnell zu voll und ich bin kurz davor Platzangst zu kriegen.

 

Also auf nach Akhihabara in den schrillen und lauten Elektronik Bezirk. Dort trifft man auf skurill angezogene Mädels, die wahrscheinlich von den Anime Comics inspiriert ihre Kleidung wählen. Überall wird Werbung verteilt und es gibt tolle Shops mit Dutyfree shopping in denen es alles gibt was man sich nur vorstellen kann. Ein Paradies für die Elektronik begeisterte Jugend. Hier finden sich eigene riesige Abteilungen für Handys und dann noch eigene für Schmuck fürs Telefon!!!

 

Mittlerweile traue ich mich auch U-Bahn fahren und so wird der Radius deutlich grösser. Wenn man das System einmal versteht ist es eigentlich relativ einfach. Nur das Ticket kaufen an 5 verschiedenen Automaten ist mir immer noch ein Rätsel.

 

Heute versuche ich den Bus. Alle sagen fahre nicht BUS......

 

Am Mo. ziehen wir um! Uns geht es recht gut und bis Bald

 

Sayonara

 

Jack san

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