Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
Konnichi wa,
ja Glück für mich weil nach langer Zeit meine Gattin wieder mal auf dem Sozius platz genommen hatte und wir ein gemeinsames Fahrerlebnis hatten. Glücksgefühle auch für meine über zehntausende Kilometer erprobte Mitfahrerin wieder die Luft um die Nase zu spüren und die Beschleunigungskräfte und Kreiselkräfte zu fühlen. Leider nur für eine Stunde. Dann tat Ihr Allerwertester weh auf diesem schmalen Supermoto Sitzbänkchen und sie begann zu jammern. Und natürlich Glück in die Berge zum jährlichen BBQ der Tokyo Riders eingeladen worden zu sein. Was gibt es für uns Biker noch schöneres als mit seinem Mädel mit gleichgesinnten sich zu treffen, Benzin zu quatschen und am Abend mit einem Bierchen in der Hand am Lagerfeuer zu sitzen. Unserem Outdoor Fernseher mit ständig wechselndem Programm.

Michel, der britische Gehirnforscher hatte noch mehr Glück, als ihn ein Autofahrer einfach übersehen hatte und ihm so in die Seite geknallt ist, dass es ihm das komplette Vorderrad rausgerissen hatte. Das Bike war ein Totalschaden und er hatte Gott sei Dank nur ein Paar Hautabschürfungen. Wir alle waren dann in der Dämmerung mehr als überrascht und begeistert als er seine Mundharmonika, die unbeschädigt geblieben war aus der Tasche zog und einen Klassiker nach dem Anderen spielte. Und die Meute versuchte mitzusingen.
Weniger Glück für einen der Anhänger italienischer Ingenieur- und Designkunst, der mit seiner brandneuen 1098er Ducati liegen blieb. Totaler elektrischer Ausfall – Blackout für Fahrer und Bike. Aber der fleissige Abschleppdienst kam umgehend und brachte das wunderschöne Gefährt in seine Garage zurück.
Alle waren happy mit der Organisation von Ide-san, dem Initiator des Treffens und allen seinen Helfern, die für uns kochten und grillten.

Es wurde in einer halbierten Öltonne Feuer gemacht und einfach ein Blech drauf gelegt und darauf dann gebratene Nudeln bereitet. Kunstvoll mit riesigen Stäbchen und einer Art Schaufel durch die Luft geschleudert und so gewendet. Ein echtes Spektakel. Man sass um die fest installierten Grills herum und wir waren froh, dass sie überdacht waren, da es hin und wieder ein wenig tröpfelte und Windböen alles durcheinander wirbelten.
Leckeres Rind, frisches Gemüse vom Bauern nebenan allerlei Muscheln und Getier brutzelten am offenen Feuer und zwischendurch gabs saueres Gemüse, Miso Suppe und Reisbollen. Unsere Getränke hatten wir selbst mitgebracht und es gab sogar Bier vom Fass – Asahi – und für nur 200 Yen konnte man sich einen Becher kaufen und immer wieder füllen……
Des Japaners Glück durfte auch nicht fehlen und so sprangen alle nach dem Essen ins heisse Wasser des nahen Onsen Bades und natürlich wurde auch dort nur über Bikes geschwätzt. Zugegeben – über die Mädels auch.
Danach löste sich die Gesellschaft bald auf und wir hatten eine etwas unruhige Nacht in unserer angemieteten gemütlichen Blockhütte. Übrigens wird diese Anlage von einem christlichen Verein betrieben. Gemerkt hat man davon aber nix.
Um 5:30 Uhr morgens wurden wir bereits vom ungedämpften Brüllen der Motoren geweckt und einige nutzen die menschenleeren sehr kurvigen Gebirgssträsschen zum Räubern. Andrew bereitete feines original English Breakfast, das wir alle gemeinsam futterten zu und danach machte sich jeder auf in Richtung Heimat. Und wenn ich an die seitlich abgefahrenen Reifen so einiger denke hatten die mehr wie Glück.
Sayonara
Jack san