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Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.

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Die letzten Tage von Semi


Konnichi wa,

 

Susanne und ich liefen vom Bus Bahnhof  Shibuya zum Yoyogi Park. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns herunter und wir hielten fast an jeder Wasserstelle (Getränkeautomat) an um Nachschub zu holen.  Wir sehnten uns nach dem kühlenden Orkan im Bus zurück. Das Bangladesh Festival, das wir eigentlich besuchen wollten war ein totaler Reinfall und nach ein wenig Tamilen Futter zog es uns in die Kühle der Bäume im Park. Wir liefen durch eine gepflasterte Allee und der uns entgegenrauschende Lärm war ohrenbetäubend.

Das war Semi – so wird die Singzikade hier genannt. Diese sehr grossen Fliegen hocken in den Bäumen und erzeugen mit ihrem Resonanzkörper sehr laute schnarrende Geräusche. Alle heiligen Drei Zeiten –diesmal hat es ich glaube 7 Jahre gedauert – paaren sie sich dann und die Männchen locken mit diesem Krach die Weibchen an. Dann haben sie nur ein Paar Tage Zeit um nach dem Eierlegen zu sterben. Gott sei Dank leben wir nicht nach diesem Muster!!!

Dieser Lärm ist den Japanern noch nicht genug und deshalb stehen im 5 Meter Abstand Sänger, Schlagzeuger, Flötisten und Trommler – auf jeden Fall alles Verstärkt und so laut, dass Semi nur noch als Rauschen im Hintergrund wahrgenommen werden kann.

Die Hardrock Schlagzeuger waren super – der Rest so grauenvoll, dass wir das Weite suchten. Den japanischen Männern gefielen zumindest die jungen Sängerinnen und die wurden auch ausgiebig von allen Seiten fotografiert. Da war wirklich kein einziger weiblicher Zuschauer! Ein Paar Meter weiter wurden dann professionelle Fotos von jungen Nachwuchsstars verkauft und fanden problemlos ihre Abnehmer. Am Ausgang des Parkes wurden wir dann auf einige Radfahrer aufmerksam. Zuerst fielen mir die Vollcarbon Felgen auf und dann die fehlende Vorderradbremse. Daneben gab es noch die kleinen Fahrräder zum Kunststücke machen. Es lungerten einige Jugendliche herum und sassen auf einem steinernen riesigen Hinweisschild für den Park. Der vorbeiradelnde und meckernde Koban (Polizist) wurde einfach ignoriert – was mich schon sehr wunderte. Aber dann haben die Jungs losgelegt und uns mit richtiger Radakrobatik in Atem gehalten. Ein Paar vorbeikommende Amis haben sie noch mit ein wenig Kohle motiviert und sogar Videos gedreht. Wir waren sehr beeindruckt, blieben im Schatten sitzen und kauften uns noch einen Eiskaffee. Den Heimweg verkürzten wir und benützen die U-Bahn. Das geht doch deutlich schneller als der Bus – aber man sieht leider nichts. Deshalb bevorzugen wir mittlerweile zumindest an Susannes freien Tagen den Bus.

Die aktuelle Tagestemperatur beträgt 32-35°C bei ca. 65% Luftfeuchtigkeit. Am Abend kühlt es dann auf 30°C ab – dafür steigt die Luftfeuchtigkeit auf teils 85% an. Ohne Klimaanlage konnten wir die letzten Tage nicht mehr schlafen. Es kostet zwar sehr viel Energie und ich bin gespannt wann wir krank werden – aber ohne geht beim besten Willen nicht mehr. Unter Tags bleibt sie aber aus und so sitze ich gerade beim Schreiben mit einem Schweisstuch um den Nacken und trockne mir andauernd den die Arme herunterlaufenden Schweiss ab.

Meine neue Manie ist andauernd die klebrigen, schweissnassen Pfoten mit kaltem Wasser zu waschen – was da der Psychiater (Michi) wohl dazu sagt? Dies verschafft wenigstens kurze Linderung.

Kentaru san, der Chefmechaniker von Suzuki hatte sich auch nochmals gemeldet und berichtet, dass die fehlenden Teile vom neuen Mopped diese Woche noch geliefert werden. Dies lässt mich hoffen, dass das Warten bald ein Ende hat....

 

Sayonara

 

Jack san

 

Neue Bilder gibt es unter Aktuell

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