Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
Konnichi wa,
gestern fuhr ich mit meinem giftgrünen Kawasaki Radl wie schon so oft zur Post. Das Wetter hatte umgeschlagen und es war so um die 5°C kalt, teils leichter Nieselregen und ganz schön starke Böen. Also richtig ungemütlich eigentlich. Gleich neben dem U-Bahnhof Toyosu ist ein Wolkenkratzer in dessen Keller sich die Post befindet. Bisher hatte ich immer direkt vor dem Eingang geparkt, da der offiziell ausgewiesene Parkplatz immer voll ist. Doch diesmal wurde ich von einem Schilderwald empfangen. Blaue Pylonen mit Plastikketten verbunden und hässlich grüne Aufsteller mit Parken verboten Piktogramm. Hinweisschilder wo sich der immer überfüllte Parkplatz befindet und natürlich einen dienstbeflissenen Parkwächter der Tickets an die illegal geparkten Radl heftet. Ihr fragt euch was das soll? ORDNUNG muss sein! Wer glaubt Deutschland sei zu bürokratisch und überorganisiert, der sollte sich das hier einmal betrachten.

Unsere Radl sind offiziell registriert mit Halter und Adresse und haben zur Kennzeichnung einen ovalen, gelben Aufkleber mit einer Nummer versehen. Zusätzlich klebt ein Schildchen drauf um das Parken im angemieteten Duplexparker unseres Wohnbunkers zu autorisieren. Stellt ein Bub sein Radl vor dem Haus ab – wo auch sonst – weil er seinen Kumpel besuchen will, hängt sofort ein Zettel dran: Hier ist parken verboten! Fairerweise sei erwähnt, dass das illegal abgestellte Radl bei uns im Flur erst nach 2 Monaten offiziell entfernt wurde. Mich nervt besonders, dass immer einer da ist, der einem vorschreibt was man zu tun hat und ein Nächster der dies auch überwacht. Willkommen in Japan – so ist das mit allen Dingen…….
Parkverbot für Radl unter Brücken. Diese Nischen werden mit Gitterboxen gesperrt um eine Nutzung zu unterbinden. Parkverbot den Gehweg entlang. Mit Pylonen gekennzeichnet. Parkverbot vor dem Restaurant worauf mit einem Piktogramm an der Wand hingewiesen wird. Überall Parkverbot ausser in den angebotenen Radlkellern und ausgewiesenen Flächen. Diese sind allerdings perfekt. Ausgestattet mit Duplexparkern, Kompressor zum Luftaufpumpen, Tag und Nacht hell beleuchtet, sauber, ordentlich und meist bewacht. Jedes Radl, das länger steht bekommt einen Hinweiszettel um den Lenker und wird dann entsorgt um keine dringend benötigten Stellplätze zu verschwenden. Um die knappen Parkflächen noch besser auszunutzen gibt es an einigen U-Bahnhöfen vollautomatische Radlparker. Schaut Euch das mal an wie das geht:
Da all die super Angebote aber nicht ausreichend sind oder teils auch völlig unpraktisch parken wir Radfahrer eben doch so wie es uns passt und zur Strafe kommt dann eine dieser heftigen Windböen und nietet alle Illegalen um.

Sayonara
Jack san
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