Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
Konnichi wa,
man kann es kaum fassen – ich glaube Frau auch nicht! Die Hündchen in Japan haben keine Beine. Sie werden im Handtäschchen getragen, im Kinderwagen gefahren, mit dem Rad transportiert und im Arm gehalten. Und das alles mit Stil so wie es die liebe Paris Hilton vorgemacht hat. Nichts ist zu teuer und wird in speziellen Hundeläden angeboten und auch verkauft.

Fahrräder mit hundgerechten Rahmen ebenso wie leicht modifizierte Kinderwägen. Handtaschen von Louis Vuitton als Hundehütte zum tragen und vorne guckt dann ein Chihuahua frech heraus. Dies ist auch die gängige Grösse der Hündchen. Dackel – hier Dax Hund genannt – sind sehr beliebt und gibt es in allen Rassen und Farbschattierungen ebenso wie alle möglichen Pudel, Terrier oder auch viele Chow-Chows. Hauptsache klein und er passt ins Täschchen.
Platzmangel herrscht überall in dieser Metropolregion und so muss man sich bei der Auswahl des geliebten Vierbeiners darauf einstellen. Die Wohnungsgrösse tut ein Übriges und vom mangelnden Auslauf wollen wir gar nicht reden. Es gibt schlicht keinen Platz um ordentlich Gassi gehen zu können. In unserer Wohnanlage mit angeschlossenem Shoppingcenter haben die Planer aber auch an dies gedacht und daher gibt es einen Hundefriseur, Hundezubehörladen, Hundezoo mit kleinen Hünchen zum anschauen und kaufen und ein Hündchen Cafe und zu guter letzt natürlich noch ein Gehege als Hundespielplatz…..
Alles bestens abgestimmt auf die Käuferschicht in unserem Wolkenkratzer. Meist verheiratete Paare noch ohne Kind oder ohne Kinderwunsch und oft auch Beide Verdiener. Kaufkraft ist also reichlich vorhanden und den Ladies ist es am Nachmittag sonst eh zu langweilig. Immer nur Shopping kann ja auch nicht das Richtige sein – wenn auch die Japanerin dies sehr gerne macht.
Die Hündchen werden wie kleine Kinder angezogen und gehätschelt und getätschelt und am Abend bekommen sie noch zusätzlich LED Lämpchen umgehängt, dass sie auch jeder sieht und sie nicht unter die Räder kommen. Es sieht schon ulkig aus – so ein Pudel mit Jeanshöschen und einem mit Haargummi geformten Pferdeschwänzchen. Oder auch beliebt sind rosa Petticoat beim Mops – zum kringeln sieht das aus. Aber wem es gefällt…….
Ich frage mich immer ob dieser völlig überzogene und übertrieben Kult dank Paris einfach nur in ist oder ob das daraus resultiert weil man sich abheben will. Früher waren Haustiere total verpönt und auch heute sind sie noch etwas Besonderes. Also tippe ich auf Letzteres. So kann man sich aus der grauen Masse der schwarz gekleideten gleichen Menschlein hervorheben und das wollen wir alle doch ein wenig – oder etwa nicht?
Sayonara
Jack san
- Neue Bilder gibt es unter ‚Aktuell’ –