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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

Archiv

24. Juli 2009 5 24 /07 /Juli /2009 02:07

Konnichi wa,

 

ja Glück für mich weil nach langer Zeit meine Gattin wieder mal auf dem Sozius platz genommen hatte und wir ein gemeinsames Fahrerlebnis hatten. Glücksgefühle auch für meine über zehntausende Kilometer erprobte Mitfahrerin wieder die Luft um die Nase zu spüren und die Beschleunigungskräfte und Kreiselkräfte zu fühlen. Leider nur für eine Stunde. Dann tat Ihr Allerwertester weh auf diesem schmalen Supermoto Sitzbänkchen und sie begann zu jammern. Und natürlich Glück in die Berge zum jährlichen BBQ der Tokyo Riders eingeladen worden zu sein. Was gibt es für uns Biker noch schöneres als mit seinem Mädel mit gleichgesinnten sich zu treffen, Benzin zu quatschen und am Abend mit einem Bierchen in der Hand am Lagerfeuer zu sitzen. Unserem Outdoor Fernseher mit ständig wechselndem Programm.


Michel, der britische Gehirnforscher hatte noch mehr Glück, als ihn ein Autofahrer einfach übersehen hatte und ihm so in die Seite geknallt ist, dass es ihm das komplette Vorderrad rausgerissen hatte. Das Bike war ein Totalschaden und er hatte Gott sei Dank nur ein Paar Hautabschürfungen. Wir alle waren dann in der Dämmerung mehr als überrascht und begeistert als er seine Mundharmonika, die unbeschädigt geblieben war aus der Tasche zog und einen Klassiker nach dem Anderen spielte. Und die Meute versuchte mitzusingen.

Weniger Glück für einen der Anhänger italienischer Ingenieur- und Designkunst, der mit seiner brandneuen 1098er Ducati liegen blieb. Totaler elektrischer Ausfall –  Blackout für Fahrer und Bike. Aber der fleissige Abschleppdienst kam umgehend und brachte das wunderschöne Gefährt in seine Garage zurück.

Alle waren happy mit der Organisation von Ide-san, dem Initiator des Treffens und allen seinen Helfern, die für uns kochten und grillten.


Es wurde in einer halbierten Öltonne Feuer gemacht und einfach ein Blech drauf gelegt und darauf dann gebratene Nudeln bereitet. Kunstvoll mit riesigen Stäbchen und einer Art Schaufel durch die Luft geschleudert und so gewendet. Ein echtes Spektakel. Man sass um die fest installierten Grills herum und wir waren froh, dass sie überdacht waren, da es hin und wieder ein wenig tröpfelte und Windböen alles durcheinander wirbelten.

Leckeres Rind, frisches Gemüse vom Bauern nebenan allerlei Muscheln und Getier brutzelten am offenen Feuer und zwischendurch gabs saueres Gemüse, Miso Suppe und Reisbollen. Unsere Getränke hatten wir selbst mitgebracht und es gab sogar Bier vom Fass – Asahi – und für nur 200 Yen konnte man sich einen Becher kaufen und immer wieder füllen……

Des Japaners Glück durfte auch nicht fehlen und so sprangen alle nach dem Essen ins heisse Wasser des nahen Onsen Bades und natürlich wurde auch dort nur über Bikes geschwätzt. Zugegeben – über die Mädels auch.

Danach löste sich die Gesellschaft bald auf und wir hatten eine etwas unruhige Nacht in unserer angemieteten gemütlichen Blockhütte. Übrigens wird diese Anlage von einem christlichen Verein betrieben. Gemerkt hat man davon aber nix.

Um 5:30 Uhr morgens wurden wir bereits vom ungedämpften Brüllen der Motoren geweckt und einige nutzen die menschenleeren sehr kurvigen Gebirgssträsschen zum Räubern. Andrew bereitete feines original English Breakfast, das wir alle gemeinsam futterten zu und danach machte sich jeder auf in Richtung Heimat. Und wenn ich an die seitlich abgefahrenen Reifen so einiger denke hatten die mehr wie Glück.

 

Sayonara

 

Jack san

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22. Juli 2009 3 22 /07 /Juli /2009 04:35

Konnichi wa,

 

ereignisreich, das ist die richtige Beschreibung der letzten Tage. Susanne hatte am Montag wegen dem Marine Feiertag, an dem das Meer gehuldigt wird, zusätzlich frei und das wollten wir natürlich nutzen. Übrigens ein erst kürzlich eingeführter Feiertag.

Im Metropolis, unserem englischsprachigen, wöchentlichen Magazins hatten wir einen Künstler gefunden, der Shaolin Kampfkunst und modernen Tanz verbindet und das wollten wir sehen.


Die Karten konnte man online ordern, was aber nicht klappte und so ging Susanne mit ihrer Sekretärin zum Supermarkt und hackte alle Daten in eine Maschine, die aussieht wie ein Geldautomat und schon hatten wir für schlappe 6000 Yen Karten. Wiedermal ohne Chie nicht machbar für uns. Grrrrr…….

Am Freitag 19:00 Uhr machten wir uns gestyled auf den Weg zu den Roppongi Hills, DEM Stadtteil um Abends als Gaijin auszugehen. Wir waren etwas früh dran und fanden so auch gleich ein Plätzchen direkt beim DJ und das erste Tokyo Ale Bierchen war sogar frei. Bald begann es sich zu füllen und ein munteres und sehr gemischtes Publikum fand sich ein. Im Keller gelegen ist der SuperDeluxe genannte Laden sehr nüchtern und spartanisch eingerichtet und es gibt neben der Bühne und dem DJ eigentlich nix nennenswertes – ausser den bunten Plastikhöckerchen auf denen wir sassen.


Die erste Künstlerin wartete mit JapanPop aus der Retorte auf und ihr extrem verzerrter Gesang befremdete uns sehr. Aber je nach Geschmack halt. Ein Performance Künstler begann auf Packpapier zu malen und faszinierte uns  – schade, dass das Bild nur eine Halbwertszeit von 6 Stunden hat und dann der Verbrennung zugeführt wird. Echt kreativ und sehr spontan.

Dann gab es Bands mit jazzigem Charakter und wieder welche mit etwas mehr Pop Anteilen, teils schöne Stücke mit Saxophon oder Gitarre, jedoch alles ein wenig zu abgedreht für uns.


Und so verliessen wir den Laden so um 23:00 Uhr und wir ältere Herrschaften hatten dröhnende Ohren und ein lahmes Kreuz von den hübschen Sesselchen.

Ein netter Abend war es doch und wir werden uns wieder mal in die Szene begeben und uns ein Paar Jährchen jünger fühlen.

Tags drauf machten wir uns dann auf den Weg in die Berge zum BBQ der Tokyo Riders - ich werde berichten.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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16. Juli 2009 4 16 /07 /Juli /2009 05:58

Konnichi wa,

 

die letzten Tage mal liefen wir so durch Omotesando, Shibuya und danach in den hippen von der Jugend bevorzugten Stadtteil Harajuku. Die Strässchen sind enger, dicht gedrängt ein Laden neben dem Anderen und wir kamen uns richtig alt vor. Alles unter 20 und ganz schön schrill gekleidet.


Vor dem H&M bildeten sich lange Schlangen und davor ging trotz Organisation der Schlange der Wartenden und schreienden Ordnern nix mehr.


Was wollen diese Massen den alle in diesem Kaufhaus? Mitten in der Kriese? Angeblich hat doch keiner Geld und so mancher keinen Job. Ich frage mich?


 

Ein Paar Meter weiter in einem Laden der gerade aktuell Michael Jackson T-Shirts und so allerhand Zeugs mit seinem Namen drauf verkauft drängeln sich die Mädels an der Kasse.


Ich war richtig froh wieder draussen an der frischen Luft angekommen zu sein als mein Blick ein Haus weiter auf mehrere Motorräder fiel. Abgefahrene Kisten, alt, ohne Schalldämpfer, Bretter als Sitz und gechopped. Gerade bemalte einer per Hand einen Tank einer 650er Yamaha die bestimmt schon 30 Jahre auf dem Buckel hatte und sein übermässig tätowierter Kumpel mit schickem Hut reichte die Farbe als ich lauten stampfenden Sound aus einem Laden hörte.


Auch wieder so eine gechoppte Japan Karre vor der Tür und die holzbeplankte Fassade sah aus wie aus einem Western.

Da wollte ich rein. Innen erwartete mich schummeriges Licht und völlig abgefahrene T-Shirts und Hemden wurden angeboten. Black Sabbath lieferte düsteren melancholic Rock und in Vitrinen war so allerhand ausgestellt. Schnell ahnte ich wo ich hier gelandet war. Waffen, 2.Weltkrieg und Hitler als Thema. In einem der Shrine fand sich doch glatt eine Hitler Kaffeekanne und sogleich wurde ich daran gehindert diese zu fotografieren – ich tat’s trotzdem.

Ob die heutigen jugendlichen Japaner dazu überhaupt noch einen Bezug haben überlege ich mir und denke an eine kürzlich veröffentlichte Studie, dass in Deutschland die Kinder gar nicht mehr wissen was im 3. Reich abging. Erschreckend!

Zu meinem Vergnügen endete unser kleiner Ausflug im toll designten Audi Zentrum Tokyos


und dem nahen Starbucks und ich erntete wiedermal Kopfschütteln als ich mir eine Kaffee ‚Hotto’ bestellte bei diesen Temperaturen über 30°C in the heat of Tokyo.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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13. Juli 2009 1 13 /07 /Juli /2009 04:24

Konnichi wa,

Ayumi hielt sofort und ohne zu zögern die Hand wie in der Schule hoch und meldete sich. Auf die Frage der Repräsentantin der japanischen Fluggesellschaft ANA aus welchem Land Boeing kommt wusste sie natürlich die Antwort.
USA – und wurde sogleich mit Applaus von den Anderen ca. 40 Teilnehmern unserer sehr informativen Einführungsveranstaltung bedacht. Als Preis gab es einen sehr praktischen Flaschenkühler für Petflaschen mit Werbeaufdruck: Wir sind die ersten, die die neue Boing 787 einführen. Die smarte Lady erklärte uns den Einsatz von Hightech Materialien wie Carbonfibre ebenso wie die Handhabung der Schwimmweste.

Ayumi hatte im Internet das Angebot entdeckt und uns Beide sofort angemeldet. Natürlich wurden wir namentlich an der Tafel am Eingang erwähnt und auch in Gruppen eingeteilt um einen reibungslosen Ablauf der Besichtigung der Flugzeug Wartungshalle zu gewährleisten. Die zahlreichen Väter mit ihren Söhnen hatten sich wohl extra einen Tag frei genommen um nach der Schule an dieser interessanten und kostenlosen Veranstaltung teilnehmen zu können.
Die Anfahrt selbst war schon beeindruckend gewesen, da ich das erste Mal mit der Tokyo Monorail gefahren bin, die Hamamatsucho mit dem Flughafen Haneda verbindet. Ein Gleis in der Mitte in 20m Höhe, die Bucht entlang scheint sich die Bahn wie eine Schlange das eigene tragende Element einzuverleiben. Das sieht von vorne ungewöhnlich aus und innen erlebt man die schlangenartigen Bewegungen im bis nach vorne offenen Bauch recht intensiv mit. Die Blicke auf das Pferderennoval samt den bis hier rauf stinkenden Stallungen und auf die Rainbowbridge, mal von der Anderen Seite waren grandios. Die neue Startbahn ist schon ganz schön fortgeschritten und die ganzen Abfertigungshallen mit den geschwungenen Dächern lassen die fertige Architektur bereits erahnen. Ein toller Blick auf die sich im Wasser befindliche 4. Startbahn Naritas tat sich auf.

Nach Geschwindigkeitssensorik und vernieteten Aluplatten zum Anfassen durften wir endlich in die geheiligten Hallen und mit blauen Schutzhelmen ausgerüstet konnte auch nix weiter passieren. Live dabei in der gigantischen Wartungshalle beim Schrauben an den in Gitterkostüme eingepackten Flugmaschinen. Riesige Hebebühnen wurden rauf und runter bewegt und der Lärm der tutenden mit Rundum Warnlicht versehenen Hubeinrichtungen wurde von unserer Führerin mit Megaphon noch übertroffen. Die Buben rannten herum und scherten sich um die Sicherheitsbestimmungen wenig und ich fühlte mich zu Hause bei den Schraubern und dem Geruch nach Öl.

Die schmucken Mechaniker im blauen Overall, jeder mit einer Arbeitsanweisung in der Hand wuselten umher. Die ebenfalls blauen Werkzeugkisten ordentlich sortiert und alles nummeriert, dass auch kein Teil im Flugzeug zurrück bleibt und Schaden anrichten kann. Fehlt ein Teil bleiben alle solange da bis sie das Trum gefunden haben. Wie immer hier im Kollektiv.
Einer für alle – alle für einen. Typisch japanisch und gar nicht so schlecht finde ich.
Mit einem guten Gefühl im Bauch verlassen wir durch die sauberen und geordneten langen Gänge hindurch die Hallen und werden sicher bei jedem Flug an die fleissigen und gewissenhaften Helfer denken.

Sayonara Jack san

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6. Juli 2009 1 06 /07 /Juli /2009 03:43

Konnichi wa,

 

der Walt Disney Film über die Lemminge aus den 60er Jahren ging mir nicht aus dem Kopf und ich hoffte immer wieder, dass nicht irgendwann das Kliff kommt und wir uns alle im Kollektiv hinunter stürzen. Tja, so ein Sonntagsausflug in Tokyo ist schon etwas anders. Auf der Homepage der Tokyo Tourism Info entdeckte Susanne eine Wanderung entlang der letzten noch existierenden Trambahn in Tokyo und in der Ausschreibung war vermerkt, dass die Teilnahme kostenlos ist und die Teilnehmerzahl auf 3000 beschränkt ist. Auf solche Massenansammlungen stehe ich normalerweise nun gar nicht – aber die Neugierde auf die Tram war dann doch grösser.

Um 9 Uhr machten wir uns auf den Weg und wechselten in Hibiya von der Yurakucho in die Chiyoda Line und dann in Machiya von der U-Bahn in die Tram. Bim, Bim, Bim kündigte sich das nostalgische Gefährt an und es war wie in München – nur blau war sie nicht. Richtig voll war der eine Wagen und das offensichtlich mit lauter trambegeisterten Teilnehmern am Spaziergang.

Mir fiel ein glatzköpfiger Midvierziger auf, der auf seinem blanken Schädel einen wunderschönen Schmetterling tätowiert hatte. Ein wenig seltsam aber sehr freundlich und er beschäftigte sich liebevoll mit dem neben ihm sitzenden fremden Kind.

Nach ein Paar Stationen waren wir schon da und wir liefen einfach der Herde hinterher. An hübschen alten ausgestellten Trams vorbei erreichten wir den Hof der Wartungsgebäude auf dem Registrierzelte aufgebaut waren. Jeder schnappte sich einen Stift und füllte die Anmeldebögen aus. Wir nicht – Analphabeten haben es nicht leicht! Aber sofort nahte Hilfe und uns wurde erklärt wo wir unser Kreuzlein zu machen hatten.

Und jetzt ging es los. In Reih und Glied und mit einem ganz schönen Zacken. Die kurzen Beine hatten schnell eine hohe Frequenz erreicht und wir hinterher. Zuerst direkt der Bahnstrecke entlang, dann über eine verrostete Eisenbrücke und zwischen den Hochhäusern hindurch.

Wir beobachteten die perfekte Ausrüstung: Sonnenschutz, tropentaugliche Hüte, teils Handschuhe, meist lange Ärmel, viele in langen Hosen, hightech Rucksäckchen, Sonnen – oder Regenschirm, Brotzeit und jeder eine Wasserflsche.

Wir Schlauberger hatten kurze Hosen an, Susanne keinen Hut und natürlich die Regenjacken – es ist schliesslich Regenzeit……und selbstverständlich einen schweren Rucksack für die Hochalpen.

Es gibt noch viel zu lernen hier.

Nett waren die Wege entlang des Wassers, vorbei an Tempeln und durch Parks und wir sahen auch ein Paar hübsche Häuser. Und dann kam die im Plan angekündigte Hängebrücke, die meine Teilnahme fast verhindert hätte. Ich hasse so was! Aber was für ein Glück – sie war mehr ein Gag und führte im Park über den Weg und da hielt mein Nervenkostüm sogar aus, dass sich die Japaner einen Spass daraus machten wie verrückt mit der Konstruktion zu schaukeln. Wie die kleinen Kinder.

Nach 2,5 Stunden erreichten wir durch die sonntäglichen Marktstände hindurch unseren Zielort in Sengoku in der U-Bahn Station erhielten noch zur Belohnung unseren Teilnahme Sticker und ich war froh, dass sich nicht alle 3000 gleichzeitig vor die U-Bahn geworfen haben.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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29. Juni 2009 1 29 /06 /Juni /2009 12:21

Konnichi wa,

 

zuerst versuchte ich es erfolglos per Internet. Dann fassten wir uns ein Herz und gingen in das Reisebüro hier um die Ecke in unserem Shopping Center LaLa Port. Zuerst konnte uns wiedermal niemand verstehen – aber mit etwas Geduld und Hartnäckigkeit schafften wir es doch eine Beraterin zu finden, die sich die Mühe mit uns machen wollte. Sie konnte zumindest ein Paar Brocken Englisch und war clever genug ein Übersetzungsprogramm zu nutzen.

Nach ich glaube knappen 3 Stunden verliessen wir mit unseren Reiseunterlagen den Laden und waren echt happy. 4 Tage Amanohashidate was nicht weniger als Brücke des Himmels bedeutet sollten es sein.


Zuerst mit dem Hochgeschwindigkeitszug mit 250 km/h in nur 2,5 Std.  die 500 km nach Kyoto und anschliessend 2,5 Std. mit dem japanischen Interregio hoch an die Westküste. Unser gebuchtes Ryokan Hotel erreichten wir per Pedes in 3 Minuten vom Bahnhof und waren höchst erfreut direkt am Wasser eine Unterkunft gefunden zu haben.

Eine Art von halb Süsswasser, halb Salzwasser durchströmten Kanal der die idyllische Bucht mit dem offenen Meer verbindet. Die natürliche aus Sanddünen bestehende himmlische Brücke verbindet bis auf wenige Meter die Bucht und ist mit schatten spendenden Zedern bewaldet.  Für die restlichen Meter haben geniale japanische Ingenieure eine sehr hübsche mit rotem Geländer und leichtem Schwung designte, drehbare Brücke geschaffen, die alleine schon ein Highlight wäre.



Über diese ist man dann dem Himmel bereits sehr nahe und kann in einer knappen Stunde diesen herrlichen Weg mit dem Rauschen des Meeres in Stereo zurück legen.

Diese Ruhe wird immer wieder vom grollen der Volvo Penta V8 Motoren, der Tomcat genannten Hochgeschwindigkeitsboote unterbrochen. Manchen wird das stören, mich jedoch nicht und mir läuft jedes Mal ein Schauer den Rücken hinab wenn ich den dumpfen V8 Sound höre.

Die Japaner stört jedwede Art von Lärm eh nicht.

Das Wetter war uns hold und so fuhren wir den einen Tag auf die Aussichtsplatformen, mit einem Vergnügungspark in schwindelerregende Höhen hinauf und lachten wie wir die Besucher beobachteten wie sie kopfüber versuchten dem Himmel näher zu kommen. Zum schiessen sieht das aus und wir hatten es auch versucht. Geholfen hat es nicht……

Am Abend gab es wieder feinstes aus der japanischen Küche auf unserem Zimmer serviert und einen Abend wurden wir spontan vom Chef des Ladens der sich direkt unter der traumhaften Brücke befindet zum Grillen eingeladen. Ein Bier brachten wir noch runter, nachdem wir zuvor ich glaube 7 Gänge in einem tollen japanischen Restaurant verspeist hatten.

Wieder eine nette Erfahrung!

 


Die Canon Kamera mit seinem Zoom Objektiv erlaubte es auch vom Zimmer aus die Fischer und die Vögel abzulichten und bei unserem Ausflug mit dem öffentlichen Bus zu dem sehenswerten Fischerdorf Ine flogen die Seemöwen direkt in die Linse. Die rüde Art die Fische nach dem Fangen nicht zu töten, sondern mit einem Haken durchs Maul zum Frisch halten wieder schwimmen zu lassen gefiel mir nicht so. O.k. der nächste Kühlschrank ist weit – trotzdem.

Nachdem wir alles zu Fuss erkundet hatten mieteten wir uns noch ein Fahrrad und umrundeten die gesamte Bucht auf einem einsamen wohl nur für Ausländer gebauten Radlweg. Kein einziger Japaner – die sassen lieber im Rennboot oder im Schatten oder gar in der Klimaanlage, bei diesen herrlichen Temperaturen um die 30°C, die eher zum Baden eingeladen hätten, wenn nicht die Quallen und der ganze Algenkram dies verhindert hätten.  

Bei strömendem Regen kamen wir wieder in Tokyo an und wir genossen die feuchte Wärme – wer hätte das gedacht.

 

Sayonara

 

Jack san

 

Neue Bilder gibt es unter ‚Aktuell’  und ‚Amanohashidate’

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22. Juni 2009 1 22 /06 /Juni /2009 04:10

Konnichi wa,

 

ich würde sagen die Luft ist nass.


Es regnet eigentlich nicht und trotz Schirm sind wir in kürzester Zeit feucht. Die Luftfeuchtigkeit beträgt nun bereits seit einer guten Woche um die 85% und somit hat die Regenzeit begonnen. Gut dass es trotzdem nicht kälter als 23°C wird und meist haben wir so 25 – 26°C. Die Sicht auf die Rainbow Bridge oder auf die Skyline ist allerdings eher mies und es ist wie wenn wir uns in einer Wolke befinden würden – fast wie Nebel. Das wird wohl so insgesamt 6 Wochen anhalten bei täglich steigenden Temperaturen……..


Gestern hatte es zusätzlich fürchterlich geschüttet und so flüchteten wir ins Tokyo Metropolitan Museum of Photography in Ebisu und schauten uns die Ausstellung zum World Press Photo of the Year an. Fototechnisch brillante Meisterwerke, die eine Aussagekraft nur durch das Motiv selbst haben und teils in schwarz-weiss noch intensiver wirken. Andererseits bedrückend.

Leider viele Bilder von Katastrophen und Mord und Totschlag des letzten Jahres – aber auch witziges von Obama z.B. beim Sporteln und sehr schöne Naturfotos. Besonders die raren Bilder des Schneeleoparden hatten es mir angetan für die der Fotograph sage und schreibe 5 Monate Geduld aufbringen musste um zum Erfolg zu kommen. Wenn auch mit modernster Technik ausgestattet eine echte Leistung.

Am Abend machten wir es uns gemütlich und holten uns vom Tsutaya, unserem Musik und Videoverleih gegenüber einen Film über eine Sterneköchin in den USA. Gut, dass wir selbst zuvor feinen, uns unbekannten Salat mit süssem Mais, rosa gebratenem Rindfleisch mit Knoblauchbutter und Kartoffelscheibchen dazu gefuttert hatten! Sonst kann man so einen Film nicht ansehen.

 

Am Freitag waren wir mit Andreas und seiner philippinischen Frau Melruth im japanischen Restaurant in Nihombashi und wurden dort auch bestens versorgt. Mit den Beiden haben wir glaube ich nette Bekannte gefunden, mit denen man mal um die Häuser ziehen kann. Susanne hatte sie bei der Einladung zum Sommerfest des deutschen Botschafters kennen gelernt. Nach einigen Bierchen hätten wir fast das nach Hause gehen vergessen. Und dann spannten wir wieder unseren Schirm auf und liefen in Richtung Taxi, das uns durch die sich in der nassen Strasse spiegelnde Lichterwelt nach Hause fuhr.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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16. Juni 2009 2 16 /06 /Juni /2009 03:54

Konnichi wa,

 

meine neueste sportliche Betätigung ist Tennis spielen. In Ermangelung eines Partners und entsprechender Spielkünste dresche ich den Ball gegen eine Wand, auf der das Netz aufgemalt ist und der Ball ziemlich schnell wieder zurück ins Feld springt – manchmal auch nicht.

Auf dem Weg dorthin durchquere ich mit dem Radl das künftige Olympiagelände und auf diesen weitläufigen heute als Parkplatz genutzten Flächen trainiert regelmässig die Polizei. Gegenüber befindet sich das Harumi Pier, an dem alle Passagierschiffe anlegen, die unter der Rainbow Bridge durchpassen. Das sind die Meisten.

Als ich die Motoren kreischen und die Reifen quietschen hörte hielt ich inne um das Treiben zu beobachten. Die Shirobai genannten Motorradpolizisten machten Liegestützen und Situps um dann auf ihre 750er Hondas zu sprinten und loszubrausen. Ob dieser Fahrkünste mit diesen schweren Maschinen bin ich doch sehr beeindruckt und denke mir noch während ich weg radle – hoffentlich lassen die mich in Ruhe!


Beim Tennis traf ich auf einen jungen chinesischen Unternehmer, der dieses verteckte Plätzchen auch gefunden hatte und wir spielten gemeinsam gegen die Wand und unterhielten uns über die Chancen der Sonnenenergie auf dem hiesigen Markt. Sehr nett und es stellte sich heraus, dass er ein Nachbar von uns ist und Solarzellen Made in China nach Japan importiert.

Am nächsten Tag hatte ich noch etwas Muskelkater und da die Mopped Versicherung fällig war machte ich mich mit dem Mopped auf den Weg zum freundlichen Suzuki Chefmechaniker  Ken.

Immer ein Blick auf dem Navi surfte ich förmlich durch den morgendlichen Verkehr und genoss die wärmenden Strahlen der Sonne, die sich durch den trüben Himmel kämpften. Die Regenzeit naht und die Luftfeuchtigkeit hängt über der Stadt wie eine grosse Wolke, die sich jederzeit entleeren kann.

Doch dann erschrak ich zu Tode.

Direkt hinter mir schrie mich ein Shirobai über seine 2 auf den Sturzbügeln montierten Megaphone an und ich hielt sofort an – auch wenn ich natürlich kein Wort verstand. Der smarte, gut trainierte und bestimmt 1,85m grosse Polizist in seiner schmucken blau-weissen Uniform fragte sofort mit bestimmten, aber  freundlichen Ton nach meiner Lizenz und so kramte ich alle Papiere die ich hatte raus und hielt sie ihm unter die Nase. All das wollte er gar nicht sehen, nein er meinte meinen Führerschein. Nachdem er alles geprüft hatte und das Mopped gecheckt hatte – wegen der Hubraumbeschränkung erklärte er mir, dass ich beim Abbiegen nicht über die weisse, durchgezogene Linie fahren darf!!????

Hier werden die weissen Linien eigentlich ignoriert und nur die Gelben zählen – so wie in Ösiland. Kein Jammern und Diskutieren half, ich bekam einen Punkt und 6000 Yen Strafe. An der nächsten Ampel machte er nochmals kehrt bevor er sich mit einer Verbeugung auf dem Motorrad verabschiedete und einen Jack hinterliess, der seine erste Erfahrung mit den Shirobai hinter sich hatte, die er doch so gerne vermieden hätte.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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8. Juni 2009 1 08 /06 /Juni /2009 03:31
Konnichi wa,

mein Suzuki Chefmechaniker Ken und seine Frau Keiko fragten uns beim Korean BBQ ob wir denn mit zum Konzert des hier sehr berühmten Gitarristen Kotaro Oshio gehen möchten. Keiko ist im Fanclub und bekommt so verbilligte Karten weit Vorne. Wir hatten ja erst mal gar keine Ahnung wer das so ist und sie liehen uns ein Paar CDs aus. Seither hören wir fast jeden Abend als kleine Nachtmusik den virtuosen Klängen des Gitarrenmeisters zu vor wir die Äuglein schliessen. Keiko hatte uns eine Anfahrtsskizze zugesandt und den obligatorischen Verbindungsplan für U-Bahn und Zug und so machten wir uns in die Stadt Machida auf. Der Plan funktionierte auf die Minute genau und so erreichten wir das Ziel nach ca. 1 Std. Fahrt. Machidas Bahnhof ist sehr geschäftig und wir schauten uns noch die Umgebung ein wenig an. Sieht genauso grau und nach Glas – Beton aus wie der Rest hier. Aber wir fanden den vereinbarten Treffpunkt und nach ein Paar Minuten durch den Nieselregen erreichten wir mit nassen Füssen die Konzerthalle. Gut, dass wir Dolmetscher dabei hatten, da die Karten komplett auf Japanisch waren und wir nichteinmal die Reihe lesen konnten. Der Saal sieht aus wie ein grosses Kino und im Hintergrund gibt es auch eine Leinwand um Lichteffekte darauf zu projizieren. Binnen Minuten war auch der letzte Platz besetzt und mit etwas Verspätung ging es los. Unter tosendem Applaus betrat Kotaro die Bühne und legte gleich mit einem seiner bekanntesten Stücke los:
Die Anwesenden flippten gleich aus und ungewöhnlich für hiesige Kultur erfolgten richtige Gefühlsausbrüche und laute Zwischenrufe der Begeisterung. Nach dem ersten Lied klatschten alle heftig in die Hände – genauso wie wir. Oder eben nicht genauso. Mir fiel auf, dass besonders die weiblichen Anwesenden sehr seltsam in die Hände klatschten. Mit weit gespreizten Fingern wurden beide Arme aufeinander zu bewegt und nur die Handflächen berührten sich, da die Finger stark überstreckt waren. Das sah mehr wie komisch aus und amüsierte mich doch sehr. Oshio-san steigerte sich noch beträchtlich und zum Mitsingen gab es dann ‚Smoke on the water’ und Na na na na – wie bei uns im Fussballstadion. Mehrere Wellen sollten den Mitmachteil abschliessen und nach lautstarken ‚Doso’ rufen gab er dann auch noch eine Zugabe, die mir sehr gefiel. Richtig viel Rhythmus mit dem nötigen Gefühl gepaart und das als one man show nur auf einem Instrument. Ich war beeindruckt und wirklich begeistert – auch wenn er wegen mir die Mitmach und Mitsing Sequenz ruhig wegelassen könnte. Und nach dem letzten tosenden Applaus, der mich wiederum zum Schmunzeln brachte fiel der Vorhang und ein schöner und Unterhaltsamer Abend ging zu Ende.

Sayonara

Jack san

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2. Juni 2009 2 02 /06 /Juni /2009 06:39

Konnichi wa,

 

der Wetterbericht verhiess schon nichts Gutes – aber was dann kam hatten wir nicht erwartet. Es schüttete 3 Tage lang unaufhörlich. Und wenn ich sage schüttete meine ich das wörtlich! Wie aus Eimern und dazu noch ein satter Wind, der das Ganze in eine Art Spray verwandelte. Den ersten dieser Tage verbrachte ich zu Hause beim Schreibkram erledigen und Susanne im Büro, das sie mit Gummistiefeln und Regenmantel aufsuchte. Den 2. Regentag fiel mir dann der Himmel auf den Kopf und ich machte mich trotz Allem auf und besuchte das Mirukan genannte Science and Technology Museum ganz in der Nähe in der Tokyo Bay. Von Aussen beeindruckte mich bereits die Architektur und die riesige im Raum schwebende Weltkugel, die sich realitätsnah dreht und die Farben wechselt wie in der Evolution geschehen. Innen löste ich ein Ticket am Automaten und ich ignorierte die aktuelle Terminator Ausstellung und fuhr über ewig lange Rolltreppen in den 3. und danach in den 5. Stock. Drinnen schrien aus vollem Halse gerade ca. 100 Kinder nach Asimo, dem humanoiden Honda Roboter, der sogleich erschien und eine tolle Vorführung seines Könnens gab. Schon super was er kann – aber wir können alles noch immer besser.

Ein reales Internet Modell fand besonderen Anklang und ich war begeistert ob dieser Idee die Bits als Kugeln über Transportwege zu senden und am anderen Ende meinem Kumpel eine Mitteilung zu machen. Klasse! Überall Roboter und fleissige Damen führten diese vor und wurden nicht müde alles zu erklären. Viel auch auf Englisch. Medizinischer Fortschritt ebenso wie Weltraumtechnologie werden dem Besucher nähergebracht. Man kann bei statistischen Erhebungen teilnehmen und die Antworten werden mit lautem Knall an die Decke projiziert, dass auch alle sehen was man gerade geantwortet hat. Nicht sehr diskret – aber war mir echt egal und ich habe meine nicht angepasste Meinung kund getan und die Japaner haben mich ganz erschreckt angesehen. Nahe an der Revolution. Danach ging es auf dem Heimweg noch ins Toyota History Museum in dem alle Exponate in Ihrer historischen Umgebung ausgestellt werden. Da fühlte ich mich zu Hause und am Liebsten hätte ich dem einsamen Mechaniker, der gerade einen E-Type restauriert geholfen. Toll diese Garage im Museum und ich werde sicherlich bei freiem Eintritt und Öffnungszeiten bis 21:00 Uhr immer wieder vorbei schauen wie es dem Restaurierungsobjekt geht.

Am 3. Tag der Sintflut hatte Susanne frei und wir gingen zusammen zuerst zum Honda Showroom und danach in das Tokyo Edo Museum in dem die Geschichte der Stadt erläutert wird. Vorbei an der Sumo Arena dem Kokugikan erschlägt einen dieses monströse Bauwerk schier. Es steht auf gigantischen vier Säulen und oben drauf ist eigentlich dann ein riesiges Haus mit Walmdach gebaut. Seltsame, moderne Architektur und ganz schöne Platzverschwendung. Drinnen stehen wir erst brav um die Karten an um dann zusätzlich einen kostenlosen Kopfhörer samt MP3 Player  auf Englisch gestellt zu bekommen. Supi! Und dann bekam der Jack erstmal Hunger und wir futterten leckeres japanisches Hühnchen und Misosuppe mit Aussicht auf die Stadt und den Kokugikan. Gestärkt gings dann über die sehr schön nachgebaute Nihombashi Brücke hinein und wir bewunderten die vielen Miniaturen und Modelle, die bis ins letzte Detail liebevoll nachgebaut wurden. Automatisch läuft dazu jeweils der Player an und erklärt genauestens die Geschichte. Originalgetreue Holzhäuser und die Zeit des Krieges werden gezeigt ebenso wie die Zeit der Samurai. Leider ist die Darstellung des 2. Weltkrieges sehr einseitig und Pearl Harbor und die Agression der Japaner wird totgeschwiegen. Die Amis sind die Bösen. Besonders sei erwähnt, dass es für Blinde einen eigenen Bereich gibt – alles zum Anfassen und faszinierend gemacht. Viele Einheimische und ein Paar Touristen waren die Besucher und auf den Bänkchen zum Ausruhen schlafen sich die Japaner aus. Zu Hause haben sie ja keine Ruhe……

 

Sayonara

 

Jack san

 

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