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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

Archiv

12. Mai 2010 3 12 /05 /Mai /2010 02:09

Konnichi wa,

 

na herzlichen Glückwunsch (Omedeto gozaimazu) sagte ich zu meiner Frau als sie mir mitteilte, dass sie zur nächsten Hochzeit eingeladen ist. Einerseits eine sehr grosse Ehre, Andererseits auch eine ganz schöne Verpflichtung. Wieder 50000 Yen in einen hübschen Umschlag stecken, natürlich dem Anlass angemessen eine tolle Karte im edel Shop in Ginza erstehen, eine Rede vorbereiten, das Beste aus dem Kleiderschrank heraussuchen usw.....

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Interessant finde ich wie sich unsere Kulturen bei solch einem Anlass vermischen. Die gesetzliche Seite ist eigentlich nicht so unterschiedlich und die 'kirchliche' Trauung ist eine Kopie unserer Gepflogenheiten. Dennoch ist es ganz anders.

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Es erscheinen doch viele Damen im traditionellen Kimono und tragen dazu kunstvolle Frisuren und die passenden Pantöffelchen mit den lustigen Zehensocken dazu.

K800 Hochzeit510 001

Die Herren dagegen erschienen überwiegend im dunklen Anzug und der Brautvater sogar im Frack. Die Tischsitten waren den unseren sehr angepasst und klassischer französisch inspirierter Service wurde zelebriert. Die angebotenen Speisen waren auf höchstem Niveau und die Speisenfolge, wie auch Auswahl sehr europäisch und es wurde natürlich am Tisch serviert und man sass nicht am Boden.

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Hingegen all die Höflichkeiten, Gefälligkeiten, Verbeugungen, Ehrerbietungen kommen alle noch aus der guten alten japanischen Tradition und werden genauestens eingehalten und gepflegt.

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Das fängt bei der Sitzordnung nach Rang und Familienzugehörigkeit an und hört bei den Geschenkritualen und Dankesritualen auf. So erhielt Susanne zum Abschied und als Dankeschön für's kommen eine noble Tüte mit kunstvoll verpackten Präsenten darin. Baumkuchen von der Besten Confiserie in der Stadt und 2 Spaghetti Teller einer bekannten japanischen Manufaktur. Sehr International alles. Deutsch, Französisch, Italienisch, Japanisch alles vertreten – nur bei den Geschenken.

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Auch der Zeitliche Ablauf orientiert sich an den japanischen Gegebenheiten. Nach 4 Stunden ist der Spuk vorbei und der minutiös geplante Ablauf ist geschafft und bereits der Nachmittag gehört dem Brautpaar nachdem es noch eine Fotosession hinter sich gebracht hatte. Omedeto gozaimazu Mayuko san und Naoki san und wir wünschen Euch natürlich viele Kinder, Gesundheit und, und, und …..

 

Sayonara

 

Jack-san

 

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4. Mai 2010 2 04 /05 /Mai /2010 11:35

Konnichi wa,

 

Simon ist ein Motorrad begeisterter britischer Englisch Lehrer, der in der Nähe der Kleinstadt Fujinomiya in einem traditionellen japanischen Haus mit seinen drei Ladies (einheimische Frau und 2 Töchter) wohnt und uns zum Wochenende eingeladen hatte. Michael – einen Scooter fahrenden Bosch Ingenieur – und mich. Was wir doch für ein Glück hatten! Mit dem Wetter, mit einem der jede Kurve um den heiligen Berg herum persönlich kennt, nette Gesellschaft und mal wieder raus aus der grauen Betonwüste hinein in Mutter Natur. HURRA!

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Das Haus liegt in einem kleinen Dorf unweit der Stadt idyllisch am Hang inmitten der terrassierten Reisfelder und beim ersten Besuch hatte ich reichlich Probleme es überhaupt zu finden. Wenn die majestätische Schönheit nicht schüchtern ist und sich hinter Wolken versteckt, hat man vom Garten aus einen atemberaubenden Blick auf den meist schneebedeckten Berg der Berge.

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Wir trafen uns am Hakone Pass und dank Golden Week Verkehr brauchten wir dreieinhalb Stunden von Tokio aus obwohl wir die 100km grösstenteils auf der Autobahn zurrück legten.

Simon fand uns trotzdem. Wir warteten nämlich am Hakone Turnpike und er am gleichnamigen Pass – hmmmmm – wer kommt denn auf solch eine beknackte Idee und tauft zwei aneinandergereihte Pässe die auch noch mit der gleichen Strassennummer versehen sind mit nahezu dem gleichen Namen???? Gebührenpflichtiger Pass und der Pass sind irgendwie nicht das Gleiche????? Egal – noch die Benzinfässer gefüllt und ab auf winzigen Nebenstrassen in Richtung Izu Skyline. Ja – hier ist man dem Himmel der Zweiradler schon sehr nahe. Besser geht fast nicht mehr. Perfekte Strassen kombiniert mit einem unvergesslichen permanenten Blick auf die Weiten des Pazifik hinaus. Tief unten branden die Wellen an die Steilküste und die kleinen Hafenbecken wirken wie bei der Märklin Eisenbahn im HO Massstab.

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Auf halbem Weg biegen wir in Richtung Fähre ab, die wir aber verpassen, da wir nicht genug bekommen können den Berg zu bestaunen und zu fotografieren was das Zeug hält. Und dann müssen wir 'LEIDER' die gesamte Küste hoch direkt am Meer entlang in der untergehenden Abendsonne bei mediterranen Temperaturen gen Fuji durchschlängeln. Kurve an Kurve gereiht wie eine endlose Perlenkette aneinandergereiht. Und immer wieder taucht am Kurvenausgang der Berg im Abendrot auf . Uhhhhhhh......

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Nach einem kurzen Stop zum Futtern erreichten wir bereits spät das Ziel. Über seiner Garage hat Simon ein Tatami Zimmer eingerichtet, in dem wir nach dem checken des MotoGP Qualifying schnell in einen tiefen Schlaf versanken.

Vom Lärm der Frösche, die in den frisch gepflanzten, bewässerten Reisfeldern quakten wurden wir geweckt und als wir das Haus verliessen erwartete uns bereits ein original English Breakfast, im Garten unterm Sonnenschirm serviert und wir blickten mit grossen Augen auf den Allerheiligsten. Unvergesslich!

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 Unsere Tour führte uns um den Fuji san herum und heute war die Strasse hinauf auch unter Tags geöffnet und wir liessen uns nicht gerade betteln. Los!

Der Scooter von Mic hatte da eher ein Leistungsproblem und so liess ich die Supermoto fliegen. Unfassbar, herrlich, traumhaft schön – mir fehlen die Worte. Oben hatte es Temperaturen um den Gefrierpunkt und die letzten Paar Meter zur 5. Station, dem Ausgangspunkt der Bergsteiger, waren wegen Schnee und Eis gesperrt.

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Das Gefühl und den Ausblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Hinunter bis ins Tal bin ich dann gerollt, da mir der Sprit ausging und nach einem leckeren Kaffee an einem idyllischen Bergsee

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 und einer Brise Zweitakt Parfüm an einer Kartbahn trennten sich unsere Wege und wir machten uns auf den Heimweg hinein in den Stau und heraus aus dem Paradies.

 

Sayonara

 

Jack-san

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23. April 2010 5 23 /04 /April /2010 08:55

 

Konnichi wa,

 

wir hatten schon viel gehört vom Garten des Four Seasons Hotels in Tokyo und nutzten diesen einzigen Frühlingshaften Tag für einen Besuch.

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 Ja es ist für die Jahreszeit viel zu kühl und wir wollen gar nicht an die letzten Jahre denken, an denen wir schon längst in der Kurzen rumgelaufen sind. Wahrscheinlich kommt auch die Regenzeit noch früher und vermasselt das Frühjahr vollständig.

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Der Garten liegt am Kanda Fluss unweit der U-Bahnhaltestelle Edogawa-bashi

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 und wir wurden von einem freundlichen Herrn, der in einem kleinen Holzhäuschen sass empfangen. 'Flee entlance' sagte er und wir bekamen einen englischsprachigen Plan vom Garten in die Hand gedrückt auf dessen Rückseite all die klasse im Garten gelegenen Restaurants vermerkt sind. Sehr hügelig und mit Wasserfällen, Flussläufen, Brücken, Stegen und jeder Menge Steintreppen versehen bietet er unendlich viele Foto Motive und überall fanden wir ein Hochzeitspaar mit Profifotographen.

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 Teil traditionell gekleidet, teils auch in schwarz weiss wie bei uns üblich.

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 Immer wieder begegneten wir auch fleissigen Verkäufern mit bereits verlobten im Schlepptau, die all die grüne Pracht besichtigten. Im Hintergrund sieht man die in mehreren Stockwerken übereinander angeordneten Ballsääle in denen gleichzeitig mehrere Feiern statt finden. Wie am Fliessband spuckte die christlich aufgemachte Kirche ein frisch vermähltes Paar nach dem Anderen aus und die Gäste gaben sich die Türklinke in die Hand.

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So mancher Gast, auch weibliche, hatten bereits sichtlich Probleme die Beine zu koordinieren - nach einem oder vielleich sogar zwei Gläschen Sake. Nun möglicherweise waren's auch drei. Innen hat das Gebäude den Charm der 80er mit brauntönen Überall und etwas moderner hätte uns deutlich besser gefallen. Aber hier kommt man wegen der tollen Restaurants und dem überwältigenden Garten her und natürlich zu einem wirklich geübten Team. Über 600 Paare trauen sich hier JA zu sagen und feiern danach.

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 Kurz und intensiv ist dabei das Motto. Nach 3-4 Std. gehen – soweit es noch geht – die Gäste wieder Heim und das Paar hat nach dem Fototermin noch Zeit für sich. Gar nicht so schlecht finde ich.

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Auf dem Weg gibt es immer wieder in Stein gemeisselte Heilige, mit einem Opferschüsselchen daneben und einer Tafel, die erklärt für was er so alles zuständig ist.

Hier mal die fotografische Auflistung:

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Ich hoffe Ihr konntet auch das passende für Euch finden – ich schon

 

Sayonara

 

Jack san

 

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14. April 2010 3 14 /04 /April /2010 13:30

 

Konnichi wa,

 

auch wenn die Kirschblüte bereits am Ausklingen ist und die Blüten wie Schnee herab fallen und den kleinen Bach im Ueno Park wie vereist aussehen lassen, muss ich einfach dort hin.

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Es ist zwar nicht mein Lieblingspark, aber das alljährliche Spektakel ist hier so japanisch wie sonst nirgendwo. Hier wird hemmungslos jeder Kirschblüte gefröhnt und ich glaube jede Einzelne wird auch mindestens einmal fotografiert und auch mit reichlich Sake, Shochu und Bier gefeiert.

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Eine blaue Plane neben der Anderen und dazwischen die ordentlich extra aufgebauten Müllstationen um dem immensen Abfallmengen Herr zu werden.

Zur Kirschblütenzeit werden in jedem Supermarkt Bentoboxen angeboten und auch manches Restaurant verpackt seine extra für diesen Anlass bereiteten Speisen in hübsche Boxen. Sehr lecker und auch wahrlich ansehnlich.

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Natürlich führte mich mein Weg hinunter zum See, durch die zahlreichen Essensständchen hindurch an den Ort an dem die berühmte Szene aus dem Film 'Kirschblüten' von Doris Dörrie gedreht wurde. Ein wahrlich idyllisches Plätzchen direkt hinter dem Tempel mit Blick auf die atemraubende, weiss blühende Allee, die den See in zwei Hälften spaltet.

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Auf der anderen Seite ziehen die in schwanenform modellierten Boote ihre Bahn und erfreuen so manches Kinderherz.

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Mein Heimweg führte mich zu Fuss durch Akihabara nach Nihombashi, unter dem Expressway hindurch, nach Shinkawa und schliesslich Tsukuda. Welch ein Kontrast!

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Und doch begegnet man auch am Strassenrand liebevoll gepflegten Blümchen.

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 Das habe ich bereits gelernt: Das Schöne betrachten und aussen herum das Grau auszublenden – so wie es die Tokioties eben auch machen.

 

Sayonara

 

Jack san

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8. April 2010 4 08 /04 /April /2010 01:56

 

Konnichi wa,

 

wir telefonierten mit unserer Familie in Deutschland und wünschten ein frohes Osterfest - und doch war Ostern so weit weg wie nie. Für uns ist jetzt Hanami Zeit und wir suchen einen guten Platz für unsere blaue Plane um darauf zu picknicken und keine Ostereier.

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Seltsam irgendwie wie wir uns immer mehr anpassen und von unserer eigenen Kultur entfernen. Trotzdem verspürten wir den Drang eine heilige Stätte aufzusuchen und machten uns auf den Weg zum Zojo-ji Tempel ganz in der Nähe vom Tokyo Tower.

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Am Ostersamstag fanden dort Feierlichkeiten statt, die freilich mit unserem christlichen Fest nichts zu tun hatten und uns trotzdem sofort in ihren Bann zogen. Von der Ferne hörten wir schon die per Lautsprecher übertragenen Gesänge und noch mehr als sonst begegneten wir den Fotographen auf der Suche nach dem Besten Kirschblüten Motiv.

Vor dem Tempel zogen wir natürlich unsere Schuhe aus und betraten den schummerigen von Räucherstäbchen parfümierten Raum mit grosser Erfurcht. Die Messe war in vollem Gang und unterschiedliche Gruppen trugen ihre einstudierten Gesänge oder auch Glöckenspiele, manche auch kombiniert vor.

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Fast synchron liefen ihre Handlungen ab. Ein feierlicher Rahmen und die in feinstes Gewand gehüllten Gläubigen sassen allesamt am Boden aussen herum. Einige im traditionellen Kimono und wieder Andere in feinster Seide im europäischen Stil. Bei ein Paar Frauen fiel uns auf, dass sie auf einem winzigen Höckerchen sassen um die Knie ein wenig zu entlasten. Der hohe Raum ist eigentlich nicht besonders geschmückt und wirkt auf den ersten Blick eher nüchtern. Richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch in Richtung Altar ändert sich dies schlagartig. Hier glitzert es von oben bis unten golden und ebenso wie in christlichen Kirchen wird da nicht gespart. In den Seitenflügeln befinden sich noch mehrere kleinere Altäre und eine riesige, geschmückte Trommel.

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Wir beteten, ebenso wie in einer christlichen Kirche und waren uns nicht sicher ob nun an Buddha oder Jesus – aber an Gott war es sicher.

 

 

Von dem hellen Klang der Glöckchen wurden wir wieder nach draussen geleitet und begegneten traditionellen Mönchen und den Gruppen, die sich die Türklinke in die Hand gaben. Freundlich wurde uns zugenickt und wir erwiderten dies ebenso.

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Durch die Pracht der umgebenden Kirschbäume hindurch besuchten wir den angrenzenden Friedhof und mit einem letzten Blick auf den Tokyo Tower

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 verabschiedeten wir uns in Richtung Heim ohne dem Osterhasen begegnet zu sein.

 

Sayonara

 

Jack san

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1. April 2010 4 01 /04 /April /2010 03:38

Konnichi wa,

 

die aktuelle Berichterstattung in englischen Medien wie auch in der deutschen Presse stellt folgenden Video völlig anders dar. Die Engländer stellen die einsam vor sich hintanzende Saito heraus und die Deutschen Kollegen sehen da gar einen sozialen Aspekt.

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Die Ärmste hat wohl ihren Job hingeschmissen oder auch verloren und vertreibt sich die Zeit. Zu Hause macht es keinen Sinn und Platz ist eh knapp und so wird die Strasse zur Bühne um sich selbst zu exhibitionieren. Hmmmm - so oder so gibt es einem zu denken.

 

 

Sayonara

 

Jack san

 

 

 

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28. März 2010 7 28 /03 /März /2010 12:49
Konnichi wa,

diesen Sonntag ging es zur ersten Hanami Party in den Shinjuku Gyoen Park, der ja schliesslich auch noch der Lieblingspark des Autors ist. Sehr gepflegt und mit der Nagelschere von vielen kleinen japanischen Händen zurecht geschnitten begeistern mich immer wieder die Bonsai gleich geformten Gewächse.
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Überall wird das vom trockenen Winter noch bräunliche Gras von blauen Planen abgedeckt und feinsäuberlich davor die Schuhe aufgereiht. Wohl dem der keine Schweissfüsse hat! Es wird ausgiebig gefeiert. Die mitgebrachte Bentobox (Brotzeit) verzehrt und gelacht und geschwätzt.
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Bereits am Eingang wurden wir von mehreren mit Megaphonen bewaffneten Ordnern in die richtige Richtung geschrien und auf das bestehende Alkoholverbot hingewiesen. Gut, dass sich niemand daran hält. Jedoch eskaliert die Feier hier nicht so wie im Ueno Park und alles ist entspannter.
Die allerkleinsten haben ebenso ihren Spass wie die Grossen und nur noch der kalte Ostwind erinnert an den gerade weichenden Winter. Ja die Blüten verheissen den mit riesigen Schritten nahenden Frühling und öffnen so die Herzen.
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Deshalb lieben die Japaner wohl auch jede einzelne Kirschblüte und bannen sie auf Zelluloid um ihrer Vergänglichkeit vorzubeugen. Mit allem bewaffnet, was Canon oder Nikon so herstellt wird der Pracht zu Leibe gerückt.
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Teils müssen wir sogar anstehen um einen der besten Plätze zu ergattern für das obligatorische Foto zwischen den Blüten. Wir machen es wie die Einheimischen und das auch noch gerne. Von der Oma bis zur zarten Unschuld wollen alle nur das Eine. Glück für das kommende Jahr mit dem dazu gehörenden Bild.
Manchmals scheint es mir übertrieben - aber bei der dritten Kirschblüte sind wir bereits so weit integriert, dass es uns normal erscheint und wir ganz einfach nur mitmachen.
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Wir verlassen die nette multikulti Gesellschaft früher, da uns der kalte Wind zittern lässt und werden vom schildhaltenden Beschäftigungsprogramm in die richtige Richtung geleitet.
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Wir freuen uns schon auf nächstes Wochenende an dem vor unserem Haus gefeiert wird und hoffentlich bei wärmeren Temperaturen die Blüten in voller weisser Pracht erstrahlen.

Sayonara

Jack san
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19. März 2010 5 19 /03 /März /2010 14:07

 

Konnichi wa,

 

zu biblischen Zeiten strafte Gott die überhebliche Menschheit, die versuchte es ihm gleich zu tun, mit einem strafenden Sprachgewirr, das uns bis heute verfolgt. Besonders hier in Japan bekommen wir dies noch jeden Tag zu spüren.

Unbeeindruckt von dieser ja nur christlichen Strafe begannen die Japaner einen neuen Tower hier in Tokyo zu planen.
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Der bisherige mit 333 Metern erfüllte seinen Zweck als TV und Nachrichten Ausstrahlungspunkt nicht mehr ausreichend, da die Gebäude in der Stadt immer höher wurden und die Sendeschatten nicht mehr akzeptabel waren.

Nahezu die doppelte Höhe musste es werden und der Grössenwahn hörte bei genau 634m erst auf.
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Auf Sand im Erdbebengebiet gebaut trifft nur eines nicht zu: Auf der Baustelle wird nur und ausschliesslich Japanisch gesprochen. Hier gibt es keine billig Arbeiter aus dem Osten, die sich die Hände für wenig Lohn dreckig machen - hier machen das die Einheimischen selbst.
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Nur die können die Präzision liefern, die hier benötigt wird.

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Die Schlichtheit der eleganten Konstruktion begeistert mich dennoch und ich hoffe mit aller Inbrunst, dass das Japanische Sprachgewirr nicht noch schlimmer wird als es jetzt schon ist.

 

Sayonara

 

Jack-san

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16. März 2010 2 16 /03 /März /2010 04:33
 

Konnichi wa,

 

unweit unserer Wohnung befindet sich am Rande von Tsukishima ein kleines Industriegebiet mit mehreren Lagerhallen und sogar einer Bäckerei. Bei einem Spaziergang waren wir bereits auf dieses spanische Restaurant, das in einer mausgrauen Halle untergebracht ist, aufmerksam geworden und wollten dort eigentlich Sylvester verbringen. Ein unkonventioneller Standort für ein so grosses Restaurant. Das Einzige vielversprechende von aussen ist die Eingangstüre. Sie sieht aus wie aus einer alten Finca herüber gebeamt und vermittelt direkt spanisch authentisches Flair. Sobald man die Schwelle überschreitet ist man in Spanien.
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Nichts erinnert an die Welt da draussen und der Duft von frischer Paella und Iberico Schinken strömt einem entgegen. Glücklicherweise war Montag und wie jeden Montag gibt es eine Aufführung zur Unterhaltung. Wir tranken feinen original Roten – eigenimpot des Chefs – und futterten uns durch die Karte. Etwas rustikale – aber perfekt zubereitete hausmacher Pastete, natürlich ein wenig Schinken, Oliven, mir zu fettiges Lamm, herrliche Paella. Klasse! Die Paella wurde mit ohrenbeäubenden Rufen und Glockenschlägen angekündigt und so für Unterhaltung gesorgt.
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Und dann kam die Flamenco Truppe und versüsste uns den Abend weiter. Alles Japanerinnen und ein langhaariger Japaner boten Folklore vom Feinsten. Mit Leidenschaft live gesungen, auf der Gitarre begleitet und getanzt und man musste immer wieder in die Gesichter blicken um nicht zu vergessen wo man eigentlich war.
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Nein es war nicht im Spanien Urlaub – aber fast.


Spainclub : link

Sayonara

 

Jack-san

 

 

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10. März 2010 3 10 /03 /März /2010 04:08
 

Konnichi wa,

 

am letzten Wochenende bekamen wir Besuch und sind Sonntags zum Mittagessen mal wieder ins Sesami auf ein ultra leckeres Süppchen gegangen. Da das Wetter grausam war, mit heftigen Windböen und massiven Regenschauern bei gerade mal 4°C besuchten wir danach in Roppongi den Fuji Square mit seiner kostenlosen Foto Ausstellung 'Ocean'.
Sesami2
Im angrenzenden Midtown Shoppingcenter, übrigens meiner Meinung nach das am Schönsten gemachte das ich kenne, gingen wir dann auf einen Kaffee. Drinnen war nix frei und so setzten wir uns draussen unter die Überdachung mit Wärmestrahlern. Da wie hier üblich in den Kaffee's selbstbedienung herrscht legten wir unsere Taschen und Mäntel einfach auf den Stuhl und begaben uns zum Counter. Am Tisch neben uns lag ein unbeaufsichtigter Geldbeutel und ein Handy am Tisch um die Reservierung zu verdeutlichen. Dies macht man in Japan ohne sich darüber Gedanken zu machen. Sträflicher Leichtsinn!!! Das kommt einem doch sofort in den Sinn. Aber weit gefehlt. Null Problemo. Erst einmal ist es uns passiert, dass wir von einem fremden Mädchen angesprochen wurden ob wir auf ihre Habseligkeiten aufpassen könnten.

Das kann ich mir ich mir in keinem anderen Land der Erde vorstellen und es spricht wirklich für das System hier. Sicher, Sicher und nochmal Sicher. Man verschwendet keinen Gedanken daran, dass Jugendliche in der S-Bahn randalieren, die Scheiben zerkratzen, die Füsse auf die Polster legen, Graffitis sprühen oder gar herum pöbeln. Von noch Schlimmerem, wie in München passierte, mit erschlagenen Fahrgästen ganz zu schweigen.

Und dann das:

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Wir bekommen jeden Monat eine offizielle Zeitung von der Gemeinde und auf Seite Eins wird berichtet, dass böse Motorrad Gangster alten Frauen die Handtaschen klauen und um ihr erspartes bringen. Unfassbar! Und davor wird nun sogar im Bus mit Plakaten gewarnt!

K800 BikeRobber
Sind das die ersten Anzeichen einer Verlotterung der japanischen Gesellschaft?

Nein – das sind bestimmt Chinesen oder andere Ausländer – vielleicht sogar solche Motorrad fahrenden, ausländischen Subjekte wie ICH.........

 

Sayonara

 

Jack-san

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