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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

Archiv

15. April 2011 5 15 /04 /April /2011 14:58

Konnichi wa,

 

Und wieder kommt im Fernseher eine Eilmeldung: Bitte bringen Sie sich sofort in Sicherheit – in 45 Sekunden wird es ein schweres Erdbeben geben. Natürlich auf Japanisch. Susanne hat das zweifelhafte Vergnügen im Büro das Ganze auf Englisch zu hören. Dies ist noch unheimlicher und lässt den Adrenalin Spiegel in ungeahnte Höhen schnellen. Im Haus ertönt über Lautsprecher eine Durchsage. Innerhalb der ersten Tage nach dem grossen Beben vom 11.März gab es 99 Erdstösse mit einer Magnitude von über 5.0 auf der Richter Skala. Mittlerweile sind die täglichen Erschütterungen weniger heftig geworden. Aber nicht gerade beruhigender. Seit ich zu Hause angekommen bin gab es wieder 2 x über 5.0 und ich muss sagen da rüttelte es gewaltig unter meinen Füssen. Das unangenehme ist, dass man nie weiss ob es schlimmer wird oder ob es bereits vorbei ist. Auch die Dauer von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten ist nicht abschätzbar.

Die alltäglichen Dinge vom Duschen bis zur Toilette – dem Kochen oder den Müll weg bringen – alles ist vom Beben begleitet. Immer denkt man sich – was ist wenn es gerade jetzt passiert.

45 Sekunden Zeit um sich zu überlegen wohin in Sicherheit bringen und in die Tat umzusetzten. 45 Sekunden wie angewurzelt im Schockzustand verharren oder aber schnell unter den Tisch kriechen. Den betonierten Sturz erkennen und darunter flüchten. 45 Sekunden die so lange sind wie 45 Minuten. Und doch so kurz, dass es niemals Reicht um sich wirklich in Sicherheit zu bringen.

45 Sekunden um das Richtige zu tun. 45 Sekunden, die über das Leben entscheiden können.

Nein nicht die Strahlung aus Fukushima stresst uns wirklich, da wir täglich von unabhängiger Stelle über die Werte informiert werden. Alle sind im grünen Bereich! Nein die 45 Sekunden zerren an den Nerven und wir sind froh erst mal 14 Tage Auszeit in Deutschland zu haben.

 

Sayonara

 

Jack san

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12. April 2011 2 12 /04 /April /2011 08:56

 

Konnichi wa,

 

nach 6 Wochen in Australien bin ich nun mit gemischten Gefühlen auf dem Weg nach Tokio. Unserem zu Hause. Alle Daten beruhigen mich und mir ist bewusst, dass die Strahlenbelastung unter den Grenzwerten liegt und weit unter der Belastung, die wir damals nach Tschernobyl in Bayern hatten. Dennoch beschleicht mich ein Gefühl der Unruhe und ich habe ein kribbeln im Bauch. Kann man all den Werten trauen, die ich täglich auf Facebook gepostet bekomme? Erst gestern hatte ich auf der Seite von Greenpeace gelesen, dass die Grenzwerte für Fisch zur Einfuhr nach Europa in einer Eilverordnung auf fast das dreifache angehoben wurden. Die Werte in Japan liegen übrigens 50% darunter. Verkehrte Welt! Esse ich also den Fisch hier keine 200 km von Fukushima entfernt ist dieser wahrscheinlich gesünder als der den ich in Deutschland verzehre? All diese Nachrichten beruhigen und doch auch wieder nicht. Soweit ist unsere Gesellschaft gekommen und stellt das Business über die Gesundheit. Die Verklappung von 11500 Tonnen 'leicht' radioaktivem Wasser wird sicherlich auch eine gute Seite haben. Die Konsumenten werden weniger Fisch kaufen und die gefährdeten Bestände bekommen wieder Zeit ihre Population zu erhöhen. So dies nicht durch erhöhte Sterblichkeit wett gemacht wird. Ja unsere globale Welt ist betroffen. Die Franzosen wollen ebenso wie General Electric ihre AKW's weiter promoten. Die Deutschen verkaufen Nukleartechnologie genauso gerne und verdienen Unsummen. Nachdem die Kosten der Endlagerung auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. In Japan denkt man über die Verstaatlichung von TEPCO nach – nun wird also die Entsorgung genauso wie die Entschädigung auf den Steuerzahler übertragen und die vorher gemachten Gewinne bleiben irgendwo auf irgendwelchen Konten liegen. Mir dreht es dabei den Magen um wenn ich genauer darüber nachdenke!

 

Leider ist die Mehrheit nicht bereit mehr für Energie pro Monat zu zahlen und verschliesst daher nur allzu leicht die Augen. Solange man nicht betroffen ist, ist das auch leicht. Wir sind nun betroffen – auch wenn nur viel, viel weniger als die armen Menschen um das AKW herum. Oder die Arbeiter, die da als Menschenmaterial verheizt werden um das atomare, nicht beherrschbare Chaos in Bahnen zu leiten. Ja betroffen ist exakt der richtige Wortlaut.

Aber unisono hatten damals in Kyoto auf dem 'Umweltgipfel' die Regierungschefs der G8 Nationen beschlossen: Um das CO² Problem in den Griff zu bekommen und damit die globale Erwärmung setzen wir auf die CO² neutrale Atomenergie! Na und nun wird das auch in die Tat umgestzt 24 neue AKW im Bau nur alleine in China. 4 in Indien und hinzu kommen nur 200 geplante.......(lt. World Nuclear Assosiation)

Das Business ist viel zu gut um mit Atomkraft nein Danke durch zu kommen. Und dann erzählen sie uns Elektroautos sind die Lösung des Problems. Klar – dann brauchen wir noch mehr Strom und noch mehr Atomenergie.... Ich kotze!

Ja betroffen, wenn ich in den Supermarkt gehe um eine Flasche Wasser zu kaufen. Denn das ist auf 2Ltr. Pro Person rationiert. Betroffen beim Duschen wenn ich an die Strahlen denke. Die natürlich unter den Grenzwerten liegen. Betroffen ob ich Spinat kaufe. Betroffen weil es uns in Deutschland genauso geht und die Schwammerl am Viktualienmarkt mehr strahlen als hier. Und keiner SCHREIT ….....

Ja wir alle auf dieser Erde sind betroffen!

 

Sayonara

 

Jack san

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14. März 2011 1 14 /03 /März /2011 22:18

Konnichi wa,

 

nachdem sich die Sicherheitslage (durch den befürchteten GAU in Fukushima)  leider weiter verschlechtert, hat sich Susanne auf den Weg in Richtung Süden Japans aufgemacht. Ich sitze hier in Australiens Süden mehr als besorgt. Ebenso bewegen sich meine Gedanken um unsere Freunde in Japan und deren Angehörige.

Allen betroffenen möchte ich viel Kraft und vorallem Glück wünschen.

Danke an alle die sich hier gemeldet haben und sich sorgen.

 

Sayonara

 

Jack san

 

 

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22. Februar 2011 2 22 /02 /Februar /2011 04:49

Konnichi wa,

 

wer hätte gedacht, dass man im Land der Regeln so ganz unproblematisch in den Wiesen und Wäldern endurieren kann. Es finden sich sobald man den Betonwahnsinn der Grossstädte verlassen hat jede Menge einsame und verlassene Wege und Strässchen.

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Oftmals sind es ehemalige Passstrassen, die nicht mehr benutzt werden oder auch einfach Wald und Forstwege. Nicht wie bei uns üblich überall ein Verbotsschild. Zugegeben so manchmals ist eines da - aber bisher hat es noch niemanden interessiert.

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Sogar die Polizei ignorierte uns letztens als wir an dem 'Strasse gesperrt wegen Erdrutsch' Schild vorbei gefahren sind. Hin und wieder heisst es dann allerdings umdrehen. Einmal waren soviele glitschige Baumstämme im Weg, dass es nicht mehr weiter ging und das andere Mal ein riesiger Sandberg.

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Im National Park in den Minami Alps (südliche Alpen) hatten wir mal das Glück  mit einem einheimischen Führer über Stock und Stein zu rumpeln und trafen den ganzen Tag nicht ein Auto oder gar einen Fussgänger. Klar dass es da auch keinen Handyempfang gibt und im Notfall ist man erstmal auf sich alleine gestellt. Aber wir betreiben ja schliesslich Motorradwandern und rasen nicht wie die wilden in der Natur umher. Das hält auch das Risiko im Rahmen.

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Der letzte Ausflug ging nach Fuji Stadt und auf dem Weg am Hakone Pass lag noch Schnee. Temperaturen um den Gefrierpunkt liessen mich teils im Schritttempo um die Kurven zirkeln. Aber im Tal wurde ich von fast Frühlingshaften Tepmperaturen empfangen. Herrlich !

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Zuerst direkt am Pazifik entlang schraubten wir uns dann auf winzigen Strässchen immer weiter bis zur Schneegrenze hinauf um dann   oben am Grat entlang wieder zurrück zu fahren. Am folgenden Tag, nach einer kühlen Nacht empfing uns ein ungetrübter Blick auf den heiligen Berg. Diesmal fuhren wir auf versteckten Waldwegen zum Tanukiko Lake hinauf.

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Wirbeobachteten russische Wildgänse. Fuji san jedoch verhüllte sich immer mehr in einen Mantel aus dichten Wolken und versaute uns das Motiv. Aber bei solch traumhaften Bedingungen mitten im Winter sollten wir wohl nicht meckern.

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Der Heimweg führte mich wieder über den Hakone Pass zurrück und die Ebene Tokio's sollte mich mit strahlendem blau empfangen. Über der Bucht von Kamakura ging im blutroten Sonnenuntergang der Mond auf und ich konnte mein Glück nicht fassen.

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Nach 2 Stopps um die klammen Finger wieder aufzutauen rollte die Suzuki in Ihr Haus zurrück und ich freue mich schon auf's nächste mal.

 

Sayonara

 

Jack san 

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15. Februar 2011 2 15 /02 /Februar /2011 13:36

Konnichi wa,

 

das letzte Wochenende haben wir in den verschneiten, japanischen Alpen in einem traditionellen Ryokan (Hotel) verbracht. Zum Frühstück hatten wir einmal Einheimisches und einmal Western Style Frühstück bestellt.

Problem: Wie bekomme ich mit Stäbchen die Butter auf das Brot?

Hier die Lösung der pragmatischen Japaner:

 

 

Danke an Kurt, der als erfahrener Reserve Japaner mich vor dem Schlimmsten bewahrt hat .....

 

Sayonara

 

Jack san

 
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6. Februar 2011 7 06 /02 /Februar /2011 15:12

Konnichi wa,

 

letztens waren wir auf einem Vortrag über Thunfisch und dessen Fang, Verarbeitung und Konsum. Einer der alt eingesessenen Fischhändler des Tsukiji Fischmarktes klärte uns über die heutigen Probleme der Überfischung auf und die bisher vergeblichen Versuche den Thuna zu züchten. Japan ist weltweit der grösste Verbraucher an frischem Thunfisch. Durch die grosse Beliebtheit von Sushi, Thunfisch Steak und Salat, weltweit, steigt der Verbrauch ins uferlose.

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Der Fisch wird mit modernsten Mitteln gejagt und hat keine Zeit mehr auszuwachsen und für Nachwuchs zu sorgen. Ergo werden die am Markt gehandelten Fische ständig kleiner und um den immensen Bedarf zu decken werden umso mehr Fische benötigt. Nach den Gesetzen des Marktes müsste der Preis eines raren Gutes immer weiter steigen und so den Massenkonsum wieder bremsen.

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Freundlicherweise wurden wir vom Fachmann zu einer Insider Tour durch den Markt mitgenommen und konnten auch die zur Zeit gesperrten Bereiche besuchen. Durch den ausufernden Besucherstrom wurden die Händler so gestört, dass man erst ab 9.00Uhr morgens den Markt besuchen darf. Die Auktionen sind nur bei vorheriger Anmeldung zugänglich und überall gibt es Kontrolleure.

Bei unserem Gang durch die Reihen dachte ich immer wieder über die mehr als fragwürdigen hygienischen Verhältnisse am berühmten und weltgrössten Fischmarkt nach.

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Die tiefgefrorenen Fische liegen teils auf dem blanken Betonboden oder auf Holzplanken. Sie werden dann auf hölzernen Wagen zu den Händlern gefahren, die vor Ort wie vor hundert Jahren die Fische verarbeiten. Die aufgetauten oder auch frischen Fische werden mit langen Messern, die an Samurai Schwerter erinnern, auf ausgewaschenen Holzbrettern zerteilt.

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Dann mit Küchenkrepp sorgsam abgetrocknet, in diese eingeschlagen und dann zum Verkauf in Kühltruhen gelagert. Die Holzbretter werden immer wieder mit klarem Leitungswasser abgespült. Gut dass hier im Wasser genügend Chlor enthalten ist......

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Die gefrorenen Fische werden mit Hackbeilen bearbeitet. Hierbei arbeiten die Zerleger ebenfalls auf Holzbrettern am Boden, auf denen sie auch mit ihren Gummistiefeln stehen. Hmmmmmm.....natürlich mit einer Kippe im Mundwinkel.

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Der komplette Halle ist nicht gekühlt. Der Fussboden des gesamten Bereiches besteht noch aus Kopfsteinpflaster und teils blankem Beton. Die Benzin oder Gas betriebenen Fahrzeuge, ebenso Fahrräder und auch alle Arbeiter gehen oder fahren durch diese Bereiche. Es gibt also keine Trennung zwischen 'Rein Bereich' und 'Schmutz Bereich'. Nach deutschen Richtlinien würde das Gesundheitsamt den ganzen Laden sofort dicht machen.

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All dies wurde wohl bereits erkannt und es wird in Toyosu ein neuer Markt gebaut. Ich frage mich nun ob dies überhaupt nötig ist und ob da nicht eine längst überholte Art am Leben erhalten werden soll. Die Zukunft wird wohl eher im Online Handel – ähnlich der Börse – liegen und nicht mehr im Parkett Handel wie hier noch praktiziert.

Ein Fischmarkt für die Besucher und Einwohner Tokio's wäre mir da viel lieber und wohl auch zeitgemässer.

 

Sayonara

 

Jack san

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28. Januar 2011 5 28 /01 /Januar /2011 07:07

Konnichi wa,

 

letzten Sonntag ging das aktuelle Sumo Tournament in Tokyo zu Ende. Und wir waren wieder dabei. Leider wusste man bereits vorher wer gewinnen würde. Hakuhō Shō.

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Dies hat meiner Meinung nach viel Spannung raus genommen und am Haupttag waren sogar noch Sitzplätze frei. Irgedwie ist es auch seltsam, dass es nur einen einzigen Yokozuna gibt, der konkurrenzlos in den Kampf geht.

O.K. das ist bei anderen Sportarten ebenso. Schuhmacher dominierte in seiner Zeit in der Formel 1 ebenso,  wie Tiger Woods im Golf oder Mohammed Ali beim Boxen.

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Doch hatte man sich da nicht auch gewünscht es könnte spannender sein? Nun ja, wir genossen die Kämpfe und ebenso die einmalige Atmoshäre und doch sehnten wir uns nach den Zeiten von dem unehrenhaft entlassenen Publikumsliebling Asashōryū. Der war ebenfalls in den höchsten Rang aufgestiegen und bot auch noch eine tolle Show.

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Was mich ein wenig stört ist die fehlende Mikrofonverstärkung der Ansagen des Gyōji (Schiris) und auf dem Dach des Dohyō (Rings) könnte man wunderbar Bildschirme anbringen um Wiederholungen zu zeigen.

Aber das scheint zuviel Innovation im traditionellen Sport zu sein. Schade eigentlich.

Aber hier nun die im Titel angekündigten Bilder:

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Und zu guter letzt der Ringkampf mit den zahllosen Trophäen, die der Sieger überreicht bekam. Gut, dass er gut gebaut ist.

 

Sayonara

 

Jack san

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21. Januar 2011 5 21 /01 /Januar /2011 08:08

Konnichi wa,

 

am Sonntag sind wir am Morgen zu Air China in Toranomon gelaufen um uns Material über Peking zu besorgen. Leider war geschlossen und wir spazierten die Strasse hinunter. Unweit des Kotohira-gu Tempels entdeckten wir steile Steinstufen hinauf zu einem echt versteckten Tempel. Unsere Neugierde wurde belohnt und 4 ältere Herren in traditionellem Gewand der alten Schwertkämpfer trainierten davor Iaido. Einer nach dem Anderen führte seine Angriffe durch und stets gemeinsam und möglichst synchron kämpften sie gegen einen virtuellen Feind. Begleitet von furchteinflössendem Kampfgeschrei. Hier ein kurzer Eindruck:

 

 

 

Klasse was man inmitten der Grossstadt so alles beobachten kann! Man kann sich richtig gut vorstellen, was passiert, wenn die Stöcke durch ein rasiermesserscharfes Katana Schwert ausgetauscht werden. Und gut, dass wir die Herren nicht zum Feid hatten .....

 

Sayonara

 

Jack san

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15. Januar 2011 6 15 /01 /Januar /2011 01:57

Konnichi wa,

 

Wer diesen Namen hört denkt unweigerlich an den berühmten Film 'Die Sieben Samurai'.

 

 

Wir, total auf die Nahrungsaufnahme fixiert, denken eher an die Restaurants die der Filmemacher hier in Tokio unterhält. Zu Weihnachten schenkten wir uns einen Besuch in dessen Teppanyaki Restaurant in Tsukiji. In einer winzigen Nebenstrasse gelegen fällt das einzige alte Holzhaus sofort ins Auge.

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Sehr traditionell, in dunklem Holz, präsentiert sich der 1927 nach dem grossen Beben gebaute kulinarische Tempel. Innen fiel mir auf, dass der vordere Bereich im westlichen Stil gehalten ist. Oben alter Stuck und Lampen aus den 30igern. Witzig und schmerzfrei. Aber gut integriert und der Counter verbindet Beides.

Das Weihnachtsmenü wurde mir bereits bei der Reservierung in Englisch erläutert und sogar der Küchenchef kam persönlich und half mit ein Paar Worten Englisch mit aus.

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Vor der Türe empfing uns an Hl.Abend ein schön geschmückter Weihnachtsbaum. Das war's dann aber mit christlichem Brauchtum. Im kleinen und dunklem Foyer sticht einem sofort das Plakat des Films, mit seinen wild reitenden Samurai ins Auge. Im Erdgeschoss nahmen wir am Counter direkt am blitzblankem Herd platz und der Chef kochte für uns Beide persönlich. Natürlich waren wir an diesem Abend die einzigen Ausländer und jede noch so kleine Bewegung wurde von den Anderen Gästen genauestens beobachtet. Wir hatte mehr Spass dabei der Kochkunst unseres Meisters des Teppanyaki zuzusehen. Nach einem prickelndem Apero kam eine fischige Kleinigkeit aus der Küche und sollte ein Start in ein kulinarisches Highlight werden.

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Eine mit gegrillten Meerestierchen zubereitete Bouillabaisse war uns neu. Sehr lecker! Der Duft der frisch zubereiteten Knoblauch Chips liess uns das Wasser im Munde zerfliessen

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Die gegrillte Gänseleber wurde leider mit der mächtigen Gorgonzola-und Balsamicososse erschlagen. Wobei jedes Einzelne für sich die Offenbarung war. Frischester Fisch auf den Punkt gegart sollte folgen. Das mit Champagner aufgefüllte Beeren Sorbet – perfekt.

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Und dann kam die Spezialität des Hauses – das Rindfleisch. Zart marmoriert und für europäischen Geschmack zu fett. Aber der Chef schnitt alles Fett weg, würfelte es und liess es am Herd aus um es als Bratfett zu verwenden. Unter der Cloche sollte es nach kurzem Anbraten auf einem Gitterrost gelagert bis zum gewünschten Garpunkt ziehen. Medium – war noch nie so zart. Das Fleisch schmolz auf der Zunge. Nein - beissen war nicht nötig!

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Soba Nudelsuppe und Knoblauchreis mit einem crossen Reiskeks garniert sollten die warmen Speisen krönen und den Magen schliessen. Für das Dessert war kaum noch Platz.....

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Als Dessert erwartete uns dann ein süsser Weihnachtsmann umgeben von Schokokuchen und beeriger Mousse. Und ein dazu servierter Shochu sollte das Mahl vollenden.

Natürlich bot sich das überaus freundliche Service Personal an uns zu fotografieren und sogar 'unser' Koch wollte mit auf's Bild.

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Na so hatten wir  frohe Weihnachten – und wir wollen alle 3 Anderen Restaurants Kurosawas auch noch besuchen. Nicht nur ein genialer Regisseur sondern auch einer der es versteht die Küche in Szene zu setzen.

 

Sayonara

 

Jack san

 

Hier der Link zur Homepage:

 

http://www.9638.net/eng/Teppanyaki/index.html

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4. Januar 2011 2 04 /01 /Januar /2011 10:45

 

Konnichi wa,

 

überall im Stadtbild ereilt einen dieser Anblick - und mich bringt er jedes mal zum Lächeln.

Die Busse des 'Friendly Airport Limousine' Bus. Knall Orange, stets sauber und modernstes Material.

LimousineBus

600 Fahrten pro Tag legen sie im Umkreis Tokios zurrück und verbinden die Hauptstadt mit den Flughäfen Narita und Haneda. Es wird nicht nur die Innenstadt angefahren, sondern auch die in der Bay gelegene Messe 'Big Sight' und auch diverse Hotels direkt. Der Tokyo Hauptbahnhof, der ja eher einer der vielen Bahnhöfe ist, natürlich auch und als Zentrale Anlaufstelle der sogenannte TCat. Tokyo City Air Terminal ausgeschrieben. In dem Engrish (Englisch) der Taxifahrer 'Tecatto' gesprochen. Die richtige englische Variante wird oft nicht verstanden.

Der grosse Vorteil der Buslinien ist, dass man den inneren Bereich des Flughafens nach dem Zoll verlässt, noch direkt nebenan Geld wechseln kann und bereits vor dem gut beschilderten Ticket Schalter steht.

 NaritaArrival 

Also den Koffer nicht rum schleppen muss. Die Ladies hinter dem Tresen sprechen ausreichendes Englisch um den Zielort und weitere Einzelheiten zu besprechen. Mit einem Ticket für 2900 Yen in der Tasche geht man durch die automatischen Türen und steht im Freien direkt vor den mit Nummern gut ausgeschilderten Haltestellen. Sogleich kommt ein Helfer, der einen anweist wo man sich anzustellen hat und das Gepäck bekommt eine ordentliche Marke um nicht verwechselt zu werden. So im 10-15 Minuten Takt rauschen die Busse los und brauchen bis zur Innenstadt im Regelfall unter einer Stunde. Im Taifun bin ich auch schon mal 2 Std. unterwegs gewesen. Aber das sollte die Ausnahme sein.

Wir entscheiden uns mittlerweile auch immer für den Bus und nicht mehr für den Narita Express Zug, der auch eine Stunde braucht, in etwa gleich viel kostet aber:

 

  • man muss das Gepäck schleppen

  • am Flughafen ist es viel weiter zum Bahnsteig

  • an den Bahnhöfen in Tokio ist die Hölle los und die Wege sind sehr weit

  • der Zug fährt nur alle halbe Stunde

 

 TCatArrivalLobby 

Am TCat angekommen quert man einfach die Wartehalle und verlässt sie wieder auf der anderen Seite, springt in ein Taxi (es ist immer eines vor Ort) und ab geht die Fahrt zum Zielort. Falls man eben nicht direkt zum Hotel gefahren wird :-)

 

Nähere Info's gibt es auf der englischen Homepage:

 

http://www.limousinebus.co.jp/en/

 

Leider gibt es noch keine englische Seite um das Ticket für die Rückreise zu reservieren. Aber im Hotel erledigen sie diesen Anruf gerne – oder man hat hier Kontakte geknüpft, die behilflich sind. Perfekt ist eben nix.

 

Sayonara

 

Jack san

 

P.S. Beide Zeichnungen wurden von mir der Homepage entnommen und zum leichteren Verständnis bearbeitet. Das Copyright liegt natürlich beim Airport Limousine Bus

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