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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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6. Februar 2011 7 06 /02 /Februar /2011 15:12

Konnichi wa,

 

letztens waren wir auf einem Vortrag über Thunfisch und dessen Fang, Verarbeitung und Konsum. Einer der alt eingesessenen Fischhändler des Tsukiji Fischmarktes klärte uns über die heutigen Probleme der Überfischung auf und die bisher vergeblichen Versuche den Thuna zu züchten. Japan ist weltweit der grösste Verbraucher an frischem Thunfisch. Durch die grosse Beliebtheit von Sushi, Thunfisch Steak und Salat, weltweit, steigt der Verbrauch ins uferlose.

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Der Fisch wird mit modernsten Mitteln gejagt und hat keine Zeit mehr auszuwachsen und für Nachwuchs zu sorgen. Ergo werden die am Markt gehandelten Fische ständig kleiner und um den immensen Bedarf zu decken werden umso mehr Fische benötigt. Nach den Gesetzen des Marktes müsste der Preis eines raren Gutes immer weiter steigen und so den Massenkonsum wieder bremsen.

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Freundlicherweise wurden wir vom Fachmann zu einer Insider Tour durch den Markt mitgenommen und konnten auch die zur Zeit gesperrten Bereiche besuchen. Durch den ausufernden Besucherstrom wurden die Händler so gestört, dass man erst ab 9.00Uhr morgens den Markt besuchen darf. Die Auktionen sind nur bei vorheriger Anmeldung zugänglich und überall gibt es Kontrolleure.

Bei unserem Gang durch die Reihen dachte ich immer wieder über die mehr als fragwürdigen hygienischen Verhältnisse am berühmten und weltgrössten Fischmarkt nach.

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Die tiefgefrorenen Fische liegen teils auf dem blanken Betonboden oder auf Holzplanken. Sie werden dann auf hölzernen Wagen zu den Händlern gefahren, die vor Ort wie vor hundert Jahren die Fische verarbeiten. Die aufgetauten oder auch frischen Fische werden mit langen Messern, die an Samurai Schwerter erinnern, auf ausgewaschenen Holzbrettern zerteilt.

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Dann mit Küchenkrepp sorgsam abgetrocknet, in diese eingeschlagen und dann zum Verkauf in Kühltruhen gelagert. Die Holzbretter werden immer wieder mit klarem Leitungswasser abgespült. Gut dass hier im Wasser genügend Chlor enthalten ist......

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Die gefrorenen Fische werden mit Hackbeilen bearbeitet. Hierbei arbeiten die Zerleger ebenfalls auf Holzbrettern am Boden, auf denen sie auch mit ihren Gummistiefeln stehen. Hmmmmmm.....natürlich mit einer Kippe im Mundwinkel.

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Der komplette Halle ist nicht gekühlt. Der Fussboden des gesamten Bereiches besteht noch aus Kopfsteinpflaster und teils blankem Beton. Die Benzin oder Gas betriebenen Fahrzeuge, ebenso Fahrräder und auch alle Arbeiter gehen oder fahren durch diese Bereiche. Es gibt also keine Trennung zwischen 'Rein Bereich' und 'Schmutz Bereich'. Nach deutschen Richtlinien würde das Gesundheitsamt den ganzen Laden sofort dicht machen.

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All dies wurde wohl bereits erkannt und es wird in Toyosu ein neuer Markt gebaut. Ich frage mich nun ob dies überhaupt nötig ist und ob da nicht eine längst überholte Art am Leben erhalten werden soll. Die Zukunft wird wohl eher im Online Handel – ähnlich der Börse – liegen und nicht mehr im Parkett Handel wie hier noch praktiziert.

Ein Fischmarkt für die Besucher und Einwohner Tokio's wäre mir da viel lieber und wohl auch zeitgemässer.

 

Sayonara

 

Jack san

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Kommentare

Klaus 02/10/2011 02:01


Jaja, die Hygiene! Auf alles wird geachtet, bei dem kleinsten Anzeichen einer Erkaeltung oder Grippe werden die "OP-Masken" ausgegraben, jeder muss sie tragen und so weiter. Aber wenn der "Tuni" im
Dreck landet, was soll's. Ist halt Japanesien .... hier gibt es nicht nur schwarz oder weiss, sondern noch reichlich Unterfarben.


blueschi 02/07/2011 00:47


Super Eintrag ich war selber mal in diesem Markt (Wer nicht von uns Ausländern?) und fand das Treiben dort sehr beeindruckend.


obi 02/06/2011 23:51


Nicht alles kann online gut verkauft werden, vor allem die Lebensmittel. Qualität kannst du halt im Internet nur durch Bilder prüfen, dies ist bei solchen Geschäften aber nicht wirklich dass was
einem sagt ob der Fisch oder was auch immer wirklich frisch und gut ist.

Daher wird da auch nie der Online Handel so einen Erfolg haben wie bei den anderen Bereichen.

Das mit der Hygiene ist auch immer so eine Sache, die Weltmeere werden schön verschmutzt und mit öl voll geschüttelt aber Hauptsache der Boden wo die Fische dann liegen ist sauber ? :O
Vor 100 Jahren hatten die Menschen schlechtere Verhältnisse und sind trotzdem nicht massenweise am Essen gestorben, genau wie die ganzen 3. Weltländer heute.