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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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20. Oktober 2009 2 20 /10 /Oktober /2009 13:52

Konnichi wa,

 

Susanne hatte nun doch frei bekommen und ich buchte uns 3 Tage kurz vor knapp einen Flug und ein Hotel für eine Woche Okinawa, dem Hawaii Japans. 30°C und der Strand vor der Haustüre – was will man mehr. Gut nur, dass das gerade neu gebaute Hotel in der Nähe von Naha, der Hauptstadt, genau in der Einflugschneise vom Flughafen liegt und so die gewohnte Lärmkulisse erhalten blieb.


Der Standard des Betonklotzes ist wieder erwarten sehr gut und das alles zum Schnäppchenpreis incl. Halbpension. Ausnahmsweise mit Buffet. Früh, wie spät. Aber alles kann man halt nicht haben. Aber billig – nein das ist es nicht, es ist preiswert. Speisen und Präsentation gefallen uns gut und der Service muss halt noch ein wenig üben.

Susanne und ich laufen jeden Morgen den Strand entlang und der Wind pfeift uns durch die Ohren. Die Strandboys gehen surfen oder tauchen und die paar Girls zeigen ihre dünnen Spargelbeinchen. Am Strand liegt jedoch niemand in der Sonne und es gibt auch kein einziges Strandkaffee oder auch nur Ähnliches.

Gestern sind wir dann mit unserem schnuckeligen Suzuki Wägelchen die Küste entlang gefahren und besuchten die weltgrösste Tropfsteinhöhle, Gyokusendo Cave genannt und den umliegenden sehr gut gemachten Themenpark mit Töpferei, Glasbläsern, Batik, Schnitzerei und jeder Menge anderen Handwerkern. Alles auch zum Mitmachen geeignet. Auch einen Garten mit tropischen Früchten gab es zu bestaunen. Avocado, Teufelsfrucht, Sternfrucht, Papaya – alle direkt vom Baum und dann gönnten wir uns einen frisch gepressten Zuckerrohrcocktail im Schatten der Palmen. Herrlich.


Ein Paar Autominuten weiter holte uns dann die Geschichte ein. Wir durchquerten die Landschaft der letzten Schlacht vom April 45 und schauten uns zuerst das Himeyuri Peace Museum und dann das Peace Memorial Museum, das ganz im Süden an dem Ort des Geschehens errichtet wurde.


Zuerst wurden wir eingeweiht wie unschuldige Schülerinnen im Alter ab 15 aufwärts als Krankenschwestern in unterirdischen Höhlen verheizt wurden und anschliessend in die Schrecken der Schlacht von Okinawa. Diese sollte als eine der blutigsten in die Geschichte eingehen. In 90 Tagen starben hier in der auf Japanisch tetsu no ame (Regen aus Stahl) genannten Schlacht 240734 Menschen. Jedem von Ihnen wurde im Gedenken eine Zeile gewidmet – in Stein, Amis, Engländer, Japaner, Zivilisten und Kinder.


Die Anlage der Gedenkstädte ist sehr weitläufig und immer wieder wurden uns von alten Frauen Blumengestecke angeboten 'for Papa'. Die dachten wir sind Amerikaner und besuchen unsere gefallenen Väter(Opas). Oben auf den Klippen hat man einen atemberaubenden Blick auf die weiten des Pazifiks und ebenso auf das Schlachtfeld. Unzählige teils monströse Gedenktafeln und Mahnmale säumen den Spaziergang und regen zum Nachdenken an.


Ich frage mich warum wir Menschen aus alledem nichts lernen und sich die Geschichte immer wiederholt. Nicht nur Generationsübergreifend, nein sogar Epochenübergreifend und noch schlimmer Kulturenübergreifend, ja das Gleiche von den Mayas bis zu den Ägyptern, Römern, Napoleon, Hitler oder Dschingis Kahn – unfassbar....

 

Sayonara

 

Jack-san

 

Neue Bilder gibt es unter 'Okinawa'

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Kommentare

Coolio 10/21/2009 04:06


Ich frage mich schon lange nicht mehr, warum die Menschheit nicht aus der Vergangenheit lernt. Genauso wie es in der Familie, Firma und Nachbarschaft zu Auseinandersetzungen kommen kann, die oft
nicht "diplomatisch" geloest werden koennen, wird es auch immer wieder auf Staatsebene Auseinandersetzungen geben, die kriegerisch entschieden werden. Das liegt halt in der Natur des Menschen, dem
am weitesten entwickelten Raubtier. Fressen und gefressen werden.......


Jack 10/21/2009 15:01


Hi Coolio, Du bist ja vom Fach und ich glaube da würde man bei der Sinnfrage kaputt gehen. Aber ich finde es schon tragisch wenn man da mit dem Hintergrund 'Frieden' für fast 250000 Opfer eine
Gedenksstätte baut und im gleichen Atemzug den nächsten Einsatz mit Menschenmaterial plant. LG Jack


blueschi73 10/21/2009 01:03


Ja so sind sie eben, die Menschen... erst waren es Keulen dann kamen Schwerter, dann Gewehre und nun Raketen. Dann kommen wohl wieder die Keulen...