Artikel teilen! Lagebericht + Ortsdosisleistung: Konnichi wa, leider schreibe ich nun wieder über die Katastrophe. Die Nukleare – d ...
Konnichi wa,
leider schreibe ich nun wieder über die Katastrophe. Die Nukleare – denn mehr interessiert die deutsche Presse und somit auch die Öffentlichkeit nicht. Mal so nebenbei erwähnt sind es mittlerweile über 23000 Opfer des Erdbeebens und kein einziger ist an Strahlung gestorben! Es gab 2 Tote im Kernkraftwerk Fukushima, die Beide an der direkten Einwirkung des Tsunami ums Leben kamen.
Die freigesetzte Strahlung war nach den Knallgas Explosionen der Reaktoren durch den folgenden Regen weiter getragen worden und ist auch hier in Tokio herunter geregnet. Zu diesem Zeitpunkt waren wir Beide ausser Landes. Erst als die Jod Isotope soweit wieder abgebaut waren sind wir zurück gekehrt. Die Halbwertszeit von Jod 131 beträgt 8 Tage!
Das jetzt hier im Boden angereicherten Cäsium 137 wurde ebenso wie damals in Bayern, nach Tschernobyl mit dem Regen und dem Wind nach Tokio transportiert. Vom Kernkraftwerk Fukushima bis nach Tokio fährt man übrigens 4 Std. mit dem Auto und legt 300km zurück.
Die Belastungen für das Trinkwasser in Tokio waren an einem einzigen Tag höher als der Grenzwert für Säuglinge zulässt. Für Erwachsene wurde der Grenzwert nie überschritten.
Nachdem die Messwerte der japanischen Stellen für uns schwer nachvollziehbar sind (durch die Sprachbarriere und andere Normung) sind wir froh fast täglich über Facebook von einem Amerikaner informiert zu werden. Er misst im Gegensatz zu so mancher regierungseigenen Messstelle in Bodennähe. Was interessiert mich der Wert schon in 18m Höhe?!
Quelle: Facebook 'Tokyo Radiation Levels'
Die gemessenen und hier gezeigten Werte wurden von mir zufällig gewählt und mit denen an einem regnerischen Tag in München Pasing verglichen:
Quelle: http://odlinfo.bfs.de/index.php
Es sei erwähnt, dass durch das natürliche Radon in der Luft nach einem Regen die Werte hier wie dort erhöht sind. Das ist normal, da der Regen Radon auswäscht und mit nach unten transportiert.
Tokyo: 0,135 µSi/h München: 0,120 µSi/h also kaum ein Unterschied nach dem Regen!
Weitere Informationen gibt es hier: http://www.bfs.de/de/kerntechnik/papiere/japan/uebersicht.html
Wir essen aber momentan keinen Spinat und vermeiden ähnliches Gemüse vorsorglich. Pilze aus Zucht verwenden wir allerdings schon – keine aus dem Wald!
Wildtiere gehören hier nicht zu unserer Nahrung. Ich wüsste auch nicht woher ich diese beziehen könnte.
Wasser trinken wir nur noch Mineralwasser und zum Kochen filtern wir unser Wasser mit einem Britta Filter. Mit diesen Massnahmen kommen wir gut klar und sind sicher keiner grösseren Gefahr ausgesetzt zu sein. Ich hoffe diese Information ist beruhigend für alle die sich um uns sorgen. Vielen Dank an die, die immer wieder an uns denken und sich erkundigen.
Bitte vergesst nicht all die Familien, die Angehörige verloren haben und die vielen Waisenkinder. Die direkten Erbeebenopfer.
Hier ein T-Shirt einer privaten Initiative:
Darauf steht: Kopf hoch Tohoku!
Das Bild wurde von einem kleinen Mädchen in Ishinomaki (einer der am stärksten vom Tsunami betroffenen Städte)gemalen. Die Aktion ist von freiwilligen Helfern ins Leben gerufen worden und 1300Yen pro verkauften T-Shirt gehen direkt in die Schule der Kinder.
Sicherlich ist die Nukleare Katastrophe da und ich bin auch froh, dass es zu so einer regen Diskussion in Deutschland um die Kernenergie geführt hat. Hoffentlich auch bald in diesem Land – doch der Ministerpräsident wurde schon wieder abgesägt - nachdem er die Energiewende angekündigt hatte. Armes Japan!
Sayonara
Jack san
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