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  • : Abenteuer Tokyo
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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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14. August 2009 5 14 /08 /August /2009 13:07

Konnichi wa,

 

zurzeit ist meine bereits Asien erfahrene Schwester mit ihrer Tochter zu Besuch aus Deutschland und es ergibt sich für mich wiederum ein neuer Blickwinkel auf unser Gastland.

Wie beantwortet man die Frage nach dem ursprünglichen Tokio und wo man es finden kann? Gibt es das in dieser internationalen Mega Metropole überhaupt noch und wenn Ja – wo?

Sicher findet man, so der Besucher mit offenen Augen durch die Stadt läuft an nahezu jeder zweiten Ecke diese Ursprünge – aber ist es das was der Reisende erwartet?

Ich behaupte nein. Diese Fähigkeit der Japaner nur das zu sehen und sich daran zu laben, was schön und perfekt ist – und das auszublenden was das vollendete Bild stört haben wir Europäer einfach nicht. Das macht es uns so schwer das Richtige zu sehen.

Wir sehen nur die modernen und ohne städteplanerische Weitsicht durchgeführten Gebäudekomplexe und diese verschachtelten Beton und Glaskonstrukte.

Die herrliche, fast winzige Blume, die im Schatten des Wolkenkratzers gedeiht bleibt uns verborgen. Zu oberflächlich sehen wir nur das riesige Bauwerk und verdammen es. Sich gleichende, aneinander gereihte – austauschbare architektonische Grausamkeiten am eigentlich herrlichen Kanal des Sumida Rivers rufen ungläubiges Kopfschütteln hervor. Den Ort der Ruhe und Vollendung auf 3 qm neben der Brücke mit einem gemeisselten Bänkchen und traumhaftem Blick, liebevoll von der Nachbarin mit Blümchen verziert – wir bemerken ihn vielleicht noch – das ist alles.

Auf der zugegeben kleinen Wiese vor dem Büroturm wächst der Klee und ein alter Mann sitz davor und sucht nach dem vierblättrigen Kleeblatt. Seit Stunden. Das ist das alte, traditionelle Japan. Wir werden es nicht finden können in den Gebäuden, die in einer gewachsenen Stadt über die Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben. Hier finden wir es nur in den Kleinigkeiten und den gelebten Traditionen, in der Esskultur, in dem Umgang unter -und miteinander.

Ich glaube ich kann manchmals nach 1,5 Jahren in denen ich hier lebe ein wenig davon finden. Der Tourist hier wird in der begrenzten Zeit, die er nun mal nur hat nur ein Paar Eindrücke von ein Paar Tempeln, vielen Hochhäusern, hilfsbereiten Menschen und einem Blick auf den Fuji mitnehmen können und die vielen besonderen ursprünglich japanischen Dinge des Lebens bleiben ihm leider verschlossen.

 

Sayonara

 

Jack san

 

Neue Bilder gibt es unter ‚Aktuell’

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Kommentare

Tobey 03/22/2010 13:36


Hallo Jack,

ich bin vorhin zu deinem Blog gestoßen und werde ihn mir noch gründlich durchlesen.

Dieses alte und traditionelle Japan ist das, was mich so fasziniert. Ich möchte in wenigen Jahren endlich meinen Traum erfüllen und nach Japan auswandern. Auch wenn ich zu Beginn an eine Großstadt
gebunden sein werde, hoffe ich doch, später aufs Land in ein kleines Dorf ziehen zu können.

Grüße
Tobias


Jack 03/22/2010 15:14


Na dann wünsche ich viel Erfolg beim Japanisch lernen und natürlich auch beim Lesen! LG Jack - san


Klaus 08/19/2009 07:32

So, dann muss ich mich jetzt doch mal hier verewigen, nachdem ich schon einige Male in den Blog reingeschaut hatte.

Klasse gemacht mit sehr viel Infos, dir vor allem fuer Deutsche mit Reisefieber Japan interessant sein duerften.

Na, vielleicht sieht man sich ja mal, die Welt, und vor allem Japan sind klein. Und bei den Gemeinsamkeiten wie kochen, 2-Rad und so weiter, wer weiss.

Gruesse aus Shikoku

Klaus

Jack 08/19/2009 11:03


Hi Klaus, vielen Dank für die Blumen! Es freut mich natürlich wenn ich auch mal Feedback bekomme - insbesondere Positives. Ich hatte auch schon Meckerer, die mich verteufelt haben weil meine
Grussformeln falsch sind und ich offensichtlich unbelehrbar bin.....
Meine Mail ist hgm65@gmx.net - schreibe mir doch und wir können unsere Kontaktdetails austauschen. Schöne Grüsse Jack


tabibito 08/15/2009 20:21

Es gibt sie, diese Orte. Aber man muss wirklich die Augen offenhalten - und darf nicht mit einem Ziel vor Augen suchen. Das alte Tokyo offenbart sich ploetzlich, an unerwarteten Orten. Sei es ein Privatschrein ueber einer Metallleiter im 2. Stock oder ein Jizo an einem kleinem Baum vor einem Einkaufszentrum.
Andererseits ist es genau das, was Tokyo ausmacht: Die Dynamik; der Ort als solches, der nur hier und da gelegentlich einen fluechtigen Einblick auf Vergangenes zulaesst.