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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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22. April 2009 3 22 /04 /April /2009 16:26

Konnichi wa,

 

schweren Herzens verabschiedeten wir unser vorübergehendes Familienmitglied Max und es lag ein laut Wetterbericht herrlicher Sonntag bei nahezu sommerlichen Temperaturen vor uns. In einem Tempel in Koto-ku, in unserem Bezirk also, sollte ein Fest stattfinden und wir wollten natürlich nicht fehlen. Wisteria Lane – so heißt die Strasse in der die ‚Desperate Housewives’ spielen und das heißt übersetzt Blauregen-Strasse und der Anlass des Festes sollte die Blüte der Wisteria sein. Also nix wie hin. Aber erstmal den Busplan studieren. Wir fanden letztendlich die richtige Verbindung und genossen die Fahrt. Hinter uns hatten wir leider einen Japaner, der erkältet war und keinen Mundschutz trug und ständig niesen musste. Äußerst unangenehm bei der Kultur die Nase nicht zu schnäuzen und  dem Vordermann die Tröpfchen ins Genick zu schleudern.

Nach einem kurzen Marsch durch die engen Gässchen und ein Paar Metern entlang eines Wassergrabens erreichten wir das Ziel. Bildschöne Sträßchen mit allerlei Buden gesäumt erwarteten uns und  nach dem durchschreiten des Tempelzugangs erwartete uns ein Meer aus Blauregen. Die typischen roten Brücken sollten den Weg zum Tempel weisen und wir hielten inne beim betrachten der Flora und Fauna mitten im Moloch.

Die Kamera gezückt gefielen uns die zahlreichen Schildkröten und wie es der Zufall will konnten wir einen Fischreiher aus nächster Nähe beim Fischfang beobachten und auch fotografieren.

Nach dem obligatorischen Ritual des Händewaschens an einem entzückenden Brunnen, an dem eine Schildkröte Wasser spuckt, durften wir in Richtung des Allerheiligsten gehen. Als Opfergabe holten wir ein Paar Hundert Yen heraus und schmissen sie in den Gitterrost der all die Gaben verschlang. Zwei Mal in die Hände klatschen und anschließend eine 90° Verbeugung und schon kann das Beten losgehen. Mich stresst es immer ein wenig, dass hinter mir schon die nächste Hundertschaft beten will und nur ein Paar Sekunden zum Verweilen bleiben. Aber letztendlich bin ich mir nicht sicher ob ich in einer heimischen katholischen Kirche länger bete, da all die Rituale die meiste Zeit in Anspruch nehmen. Hier im Buddhistischen Tempel glaube ich bin ich Gott genauso nah – wenn nicht näher. Dies ist für mich eine völlig neue Erfahrung. Beten an unseren gemeinsamen Gott in einer fremden Religion. Und das mit lauter fremden Menschen, die aber unglaublich offen sind.

Plötzlich setzte enormer Lärm ein und über massiv verstärkten Lautsprecher wurde die Aufführung der Kodo dh. Japanische Trommeln angekündigt. Erst die kleinen und dann mit unglaublicher Performance die Grossen. Eine Mischung aus Kung-fu und Trommeln. Körperbeherrschung und Musikalität – eine für mich faszinierende Mixtur.

Auf dem Heimweg schlenderten wir durch die Strassen und entdeckten einen Haushaltswaren Laden. Da gab es wirklich alles. Vom Klopapier bis zur Untertasse. Wir fanden nette Tässchen und eine Teekanne. Beim Bezahlen fragte uns die überaus nette Chefin ob es ein Geschenk wäre.  Wir bejahten dies und der Chef persönlich begann in einer 15 Minütigen Zelebrierung des Einpackens das Werk. Man kann sagen endlich geschafft – aber mit welcher Liebe dies eingepackt wurde ist bei unserer Kultur längst nur Vergangenheit. Solche Werte gab es bei uns noch kurz nach dem Krieg. Aber seit wir uns der amerikanischen Kultur verschrieben haben ist all das vorbei. Welch ein Genuss dies hier erleben zu dürfen.

In diesem Sinne verstehe ich den Fisch in unserem christlichen Symbol neu und erfahre ihn hier mehr denn je

 

Sayonara

 

Jack san

 

Neue Bilder gibt es unter ‚Aktuell’

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Kommentare

Helene 05/07/2009 19:19

Genial ;))

Herzlichst
Helene

Jack 05/08/2009 00:24


Bin gerade in Good old Germany - DANKE für die Blumen! Den nächsten Bericht gibt es erst wenn ich wieder in der neuen Heimat bin.......LG Jack