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  • : Abenteuer Tokyo
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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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10. März 2009 2 10 /03 /März /2009 01:03

Konnichi wa,

 

nachdem ich das Navi gefüttert hatte schlüpfte ich in die warme Unterwäsche und quälte mich in die Winterklamotten. Das Visier wurde noch mit Antibeschlag behandelt und schon konnte es losgehen. Aktuelle Aussentemperatur 10°C bei strahlendem Sonnenschein. Mit den beschlagenen Stiefeln über den heiligen japanischen Marmor zu meinem immer noch illegalen Parkplatz und endlich spürte ich das tuckern des Einzylinders wieder unter mir. Durch die Fussgänger Glastüre hindurch verliess ich unser Parkhaus, da ich immer noch keinen funktionierenden Garagenöffner besitze. Der Tausch in einen Motorrad tauglichen Öffner war mir bis dato tatsächlich noch nicht gelungen. Ein Scanner erkennt nämlich ob ein Auto oder ein Motorrad kommt und mein Autoparkplatz Öffner geht natürlich nicht wenn ich mit dem Mopped komme…….

Rauf auf den Highway in ca. 30m Höhe flog ich förmlich durch die Häuserschluchten und nach ca. 20 min. erreichte ich den Tomei Expressway der mich in Richtung meinem heutigen Ziel, der Rennstrecke am Fusse des Fuji-san brachte. Plötzlich fing mein Motor zum stottern an und ich stellte mit Verwundern fest, dass ich bereits zum Tanken musste. Also auf Reserve geschaltet und bei der nächsten Tanke raus. Der Sprit ist erfreulicherweise deutlich billiger geworden und 104 Yen/Liter versöhnten mich wieder ein wenig für die vorher bezahlte horrende Mautgebühr. 700 Yen für den Highway, 1500 Yen für den Expressway – da war meine Tankrechnung mit 1200 Yen ja ein Schnäppchen!  Mit jedem Meter Richtung Berge sank die Temperatur weiter und die Finger waren bereits klamm. So entschloss ich mich noch einen heissen Kaffee zu trinken. Diesen fand ich in einem beheizten Regal, befüllt mit Dosen von Kaffee in allen Varianten. Für nur 210 Yen bekam ich wieder warme Hände. Während ich den Kaffee schlürfte bemerkte ich wie alle Anwesenden immer nach oben blickten. Es gab diverse LCD Fernseher auf denen die Strassenzustände und der Verkehrsfluss in der gesamten Metropolregion angezeigt wurden. Eigene für den Tomei Expressway in meiner Richtung mit jeder einzelnen Ausfahrt und Unfall, Bauarbeiten, Glatteis oder Schnee, Staus oder sogar Polizeikontrollen wurden da angezeigt. Auf dem nächsten Schirm dann alle Richtungen in der näheren Umgebung und in grün oder rot eben freie Fahrt oder auch Stau. Und zur Krönung dann noch einer mit allen Highways in einem ca. 100km Radius um Tokio herum. Wirklich sensationell und total hilfreich. Sogar ich Gaijin kapierte wie das funktioniert und konnte mich perfekt im voraus entscheiden welche Route ich wählen musste um vom Stau verschont zu bleiben.

Asphalttemperatur und Aussentemperatur fand ich zwar interessant aber nicht sehr erfreulich bei 5°C. Also Helm auf und weiter ging es in die bizarren, vulkanischen Felsformationen des japanischen Alpenvorlandes hinein. Bald hatte ich die Ausfahrt erreicht und auf geschwungenen Landstrassen zwischen bepflanzten Steilhängen hindurch konnte ich in der Ferne den Kegel des Fuji erkennen. Schneebedeckt und erhaben. Die Schneefelder in den Nordhängen erinnerten mich wieder an meine Fingerkuppen und ich beschloss an einem Automaten am Strassenrand einen heissen Kaffee einzuwerfen. Überall stehen die hier herum und es gibt heisse wie auch kalte Getränke, die man an der Farbe des Wahlknopfes unterscheiden kann. Heiss rot – kalt blau. Wie bei uns.
Nach 10 min. steiler Bergauffahrt erreichte ich die Strecke und konnte diese auch mit einem Tagesticket für 1000 Yen besichtigen. Durchs Fahrerlager tuckern war ebenso erlaubt wie alle Zuschauerränge zu besuchen und all die kleineren Nebenstrecken an denen Minibike Nachwuchsfahrer trainierten. Im Hintergrund hörte ich die Formel 3 Fahrzeuge ihre Runden drehen und der Sound liess mich zusätzlich zur Aussentemperatur erzittern. Es zog immer mehr zu und vom Fuji war innerhalb von Minuten nichts mehr zu sehen. Dunkle Wolken trieben mich aus der geliebten Umgebung und über riesige menschenleere Parkplätze hinweg suchte ich das Weite.
Mit jedem Meter Richtung Meer und der Ebene von Tokio wurde es wärmer und die Sonne erfreute mich auf meinem Heimweg. Diesmal sollte ich 3x soviel Maut bezahlen wie ich Sprit verfahren hatte. Gut, dass die Japaner für Motorräder genauso viel verlangen wie für Autos…………noch ein Grund warum die Verkaufzahlen im Land auf ein Rekordtief gefallen sind.

 

 

Sayonara

 

Jack san

 

 

- Neue Bilder gibt es unter ‚Aktuell’ –

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Kommentare

Helene 03/11/2009 19:28

Ähm Jack san - wieviel muß man in Japan verdienen um einen Monat menschewürdig zu überleben???
Herzlichst
Helene

Jack 03/11/2009 23:35


Die Kaufkraft des Euro hier ist 1/3 weniger - deshalb kommt uns das alles so unverschämt teuer vor! Aber Autofahren ist bei uns ja auch total billig! Jeder Azubi/Student kann sich ein Auto leisten
- hier nicht - hier wohnen sie auch lange bei den Eltern - weil die Wohnung zu teuer ist!