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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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16. Dezember 2008 2 16 /12 /Dezember /2008 02:36

Konnichi wa,

 

gestern hatte ich mich mit meiner Instruktorin, meines Supermarkt Ausfluges, ganz am Anfang unseres Abenteuers wieder getroffen. Ein sehr anregendes und interessantes Gespräch entwickelte sich. Wir besuchten den Christkindl Markt in den Roppongi Hills und ich konnte etwas über unsere Gepflogenheiten und die weihnachtlichen Bräuche berichten. Ayumi war ganz begeistert von den Räuchermännchen und den lecker duftenden Lebkuchen, Brezen, Kräutersträusschen und nicht zuletzt Würstel mit Kraut und – einem Franziskaner Weissbier. Da konnte ich natürlich auch nicht nein sagen. Während wir einen leckeren Starbucks Kaffee genossen stellten wir fest, dass die Kulturen doch viele Gemeinsamkeiten haben.
Wir haben Räuchermännchen und hier werden zu Ehren der Götter Räucherstäbchen abgebrannt. In beiden Religionen werden die Toten besonders geehrt. Wir haben Allerheiligen und diesen Tag begehen sie hier genauso wie auch wir – nur eben an einem anderen Tag. Aber genau nach dem gleichen Schema. Man besucht die Familie in dem Ort in dem man seine Wurzeln hat und sich das Familiengrab befindet. Ebenso  kümmert man sich um das Grab und Blumen werden von allen Familienmitgliedern mitgebracht und auf das Grab gelegt. Etwas Besonderes ist es, dass alle Gekommenen ein Geschenk erhalten. Dies ist fast schon eine Unsitte hier. Immer wenn man in Urlaub fährt muss man eine Schachtel mit einzeln verpackten Keksen mitbringen. Ebenso ist das, wenn Susanne nach dem Urlaub wieder den 1. Tag arbeitet wird von den Mitarbeitern erwartet, dass die Chefin etwas mitbringt. Egal ob Hochzeit, Beerdigung, Urlaub oder sonst eine Gelegenheit bei der man zusammen kommt bekommen die Teilnehmenden vom Gastgeber als Dankeschön fürs kommen ein Geschenk. Das ist ganz schön zeitraubend und anstrengend wie Ayumi erzählte. Man achtet bei der Auswahl des Geschenkes auf den Rang des Beschenkten ebenso wie auf die Länge der Anreise und berücksichtigt auch noch zurückliegende Einladungen und Ereignisse. Höchst kompliziert und ja keinen Fehler machen.

Auch in den Familien ist vieles gleich. Jedoch gelten hier noch oft die gleichen Regeln wie bei uns vor dem Krieg. Der älteste Mann ist das Familienoberhaupt und hat auch das Sagen. Der Mann verdient die Brötchen und die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder. Im modernen Japan wird diese Rollenverteilung aber auch langsam aufgeweicht – aber wie gesagt sehr langsam. Oft arbeitet die gut ausgebildete Frau bis zur Heirat und geht danach vielleicht noch halbtags zur Arbeit. Bei uns im Haus leben recht viele vermögende Paare, die keine Kinder haben – aber dafür einen kleinen Köter. Diese werden einem Kind gleich gehalten. Mit Wägelchen und Kleidchen und Samstags zum Friseur. Tja Auswüchse gibt es überall.

Ein gesellschaftliches Problem sind die manchmals unfassbaren Überstunden die geleistet werden. Ayumis Mann arbeitet im Agrar und Fischerei Ministerium und ist so wie das ganze bürokratische Monstrum ganz schön unter Druck. Vergleichbar mit dem Verwaltungsaufwand in Brüssel geht alles langsam und bürokratisch und es passieren in dieser langen Kette viele Fehler. Es wird ihnen z.B. in der Presse fast täglich vorgehalten, dass sie nicht ausreichende Kontrollen des Reises vorgenommen hatten und so den aktuellen Reisskandal mit zu verantworten haben. Es wurde Futterreis in grossen Mengen an die Lebensmittelindustrie verhöckert und so riesen Profite gemacht.  Um all die nötigen Änderungen durchzuführen arbeiten die Beamten teils bis 3 Uhr Morgens und fahren dann mit dem Taxi nach Hause. Immer mit dem Gleichen und der Taxifahrer förderte dies mit einem Bierchen, das er sponserte und so gab es gleich den nächsten Skandal. Auf alle Fälle ist dies bei einer 6 Tage Woche für die Beamten eine Zumutung und die Familien Daheim leiden sehr darunter. Die Kinder sehen ihren Vater nur Sonntags und die Frauen müssen ihr eigenes Leben führen.


So lernte ich Ayumi kennen, da sie viel freie Zeit hat und sich in der Meguro International Friendship Assosiation engagiert. Wirklich toll was hier mit Regierungsgeldern für uns Ausländer alles getan wird. Kochschule, Einkaufsratgeber, Basar, Kurse, Japanisch Lehrer, Treffen und vieles mehr werden hier organisiert und auch teils finanziert.

Letztens hatte Ayumi den Fuji san erklommen. Immerhin 3776 m hoch der höchste Berg Japans und mit Bergführer erzählte sie war es gar kein Thema. Toll ohne vorher besonders trainiert zu haben. Ich Supersportler verneigte mich – wieder mal – aber diesmal vor Erfurcht.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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