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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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29. Oktober 2008 3 29 /10 /Oktober /2008 06:08

Konnichi wa,


aus unsrerem lange geplanten 9 tägigem Herbsturlaub wurde dann doch ein üppiger japanischer Jahresurlaub mit sage und schreibe 3 Tagen. Um diesen einen Tag mussten wir auch noch kämpfen und von Freitag auf Montag verschieben. So ein japanischer Angestellter muss schliesslich für die Firma die ihn füttert da sein. Ist er auch. Auf Grund fehlender Lohnfortzahlung sparen sich alle den Urlaub auf falls sie mal krank werden. Susanne muss nicht so weit denken – da denken schon andere mit.
Diesmal hatte ich eine englische Homepage der Autovermietungen gefunden um einen Leihwagen zu organisieren. Provisionsfrei, billiger und auch viel näher da! Das Hotel war da etwas mehr Herausforderung, da jetzt alle Tokyoties im Herbst übers Wochenende in die Berge fahren um die einmalige Verfärbung des Herbstwaldes zu bestaunen. Kilometerlange Staus und ausgebuchte Hotels sind die Folge. Gott sei Dank sind wir nicht mit der Herde gezogen und auf die Halbinsel  Chiba nur 120 km von Tokyo entfernt gefahren. Total daneben – da fährt man doch im Sommer hin. Wir hatten Glück und sind mit unserem günstigen Leihwagen – ein Nissan March – von der Mazda Autovermietung !? in Richtung Südspitze der Halbinsel los gezogen.
Zuerst die Aqualinie direkt am Pazifik entlang und dann in den s.g. Tokyowan, den unglaublichen Tunnel, der unter der Bucht von Tokyo zur Halbinsel hinüber führt. In der Mitte ist eine künstliche Insel angelegt ab der eine Brücke weiter führt. Für nur 30 US$ Maut darf man oneway durch fahren. Ein tolles Erlebnis. Dann ging es auf der Landstrasse immer am Pazifik entlang an Surfern, Paraglidern, Anglern, Fischern, Kajak Begeisterten vorbei in Richtung Hotel. An einer Landzunge entdeckten wir dann eine Aussichtstreppe -Made in Japan- denn nur hier fällt einem so was ein. Treppen mit Treppen verbunden und führen in Schwindel erregende Höhen hinauf zur nächsten Treppe. Verrückt.


Beeindruckend die vielen kleinen Fischerhäfen und die davor liegenden Muschelbänke und Algenfarmen die Sandbänke entlang. In einem direkt am Meer gelegenen Fischrestaurant stärkten wir uns mit leckerem Sashimi in einem Boot serviert und weiter gen Süden. Leicht bewölkt zeigte sich die Landschaft immer noch richtig grün und keine Spur vom Herbst. Gut dass wir nicht in die Berge gefahren sind. Das Hotel fanden wir auch gleich, nachdem uns der nette Portier vom falschen Hotel auf die Sprünge geholfen hatte. Ich wollte mein Auto auf einem selbst ausgewählten Parkplatz parken – ich hätte es eigentlich schon besser wissen müssen – aber sofort stürzte jemand herbei und lotste mich wieder hinaus um das Auto dann selbst korrekt zu parken. Die Angestellten überschlugen sich und wir kamen aus dem Verbeugen gar nicht mehr heraus. Unfassbar mit welcher Hingabe aber auch Demut diese Menschen dienen – ja sie dienen wirklich. Mich erinnert das an den Feudalismus zu Königs Zeiten. Mir ist das zu viel. Kein Mensch muss sich wegen mir in den Staub schmeissen und den Boden küssen – aber so wollen es die Japaner. Man muss ja den sozialen Unterschied merken. Deshalb ist hier die Kleidung, jedes Accessoire, die grösse des Autos noch viel wichtiger als in Deutschland. Hier gibt es immer eine klare Rangordnung. Deshalb nennt sich unser Zahnarzt auch Präsident.
Nach einem leckeren Erfrischungstee  wurden wir zum Zimmer geleitet und brav zogen wir die Schuhe aus um den mit Tatamimatten ausgelegten Raum zu betreten. Die Stühle hatten keine Beine, beim Tisch schienen sie abgesägt und es gab kein Bett, dafür einen Stuhl vor dem extrem niedrigen Waschbecken und einen Hocker zum Duschen. Auf diesem sitzt man und übergiesst sich mit einer Tupperschüssel mit Wasser um denn bereits gereinigt in die heisse Badewanne zur Entspannung zu steigen. Der Duschschlauch ist nur Deko. Das Abendessen bekamen wir auf unser Zimmer serviert und der Tisch bog sich vor reichhaltigem Essen und üppiger Auswahl. Alles sehr lecker und der Wirt erklärte uns mit schlechtem Englisch was welche Komposition zu bedeuten hat. Ein Gläschen trockener Reiswein dazu und ein Bier aus der Minibar rundeten das Ganze ab.
Dann kam der Housekeeper und räumte den Tisch weg und holte aus dem Schrank die gerollten Reismatten und die Bettwäsche heraus und bereitete unser Schlafgemach. Mir taten bereits die Fersen weh und Susanne wusste nicht mehr in welcher Position sie buckeln sollte. Für uns doch recht ungewohnt immer am Boden rum zu krabbeln. Das Bett war recht hart – aber nicht unbequem – und so verbrachten wir eine angenehme Nacht.


Das Frühstück wurde in einem separaten Raum serviert. Von Seidenschals abgetrennt zum nächsten Tisch bekamen wir allen möglichen rohen Fische und Salate, Meeresgetier, Suppen und Reis mit Soja und fühlten uns wie die Maharadschas in einer früheren Zeit. Mir zu viel Fisch zum Frühstück – Susanne auch. Und zu roh um diese Tageszeit. Also bestellten wir für den Tag darauf Western Style. Schade eigentlich! Der sonnige Tag am Meer war herrlich und wir besuchten noch das Aquarium mit Showeinlagen vom Wal und Seehunden. Wirklich beeindruckend – aber die Amis beherrschen die Show bei weitem perfekter. Am Abend gab es dann wieder zwischen den wundervollen Seidenschals ein Fischmenü. Unter Anderem mit Sashimi von der Wasserschnecke und gegrillte Schnecke – das war nicht nur Susanne zu viel…….mir nach dem probieren auch. Nach unserer Heimreise am nächsten Tag hatte sich Susanne Steak und Salat gewünscht und wir haben den ganzen Abend von der umwerfenden Freundlichkeit des Personals und von unserem Geschenk der Hotelchefin geschwärmt. Ryokan buchen wir wieder.


Sayonara


Jack san


Neue Bilder gibt es unter Aktuell und Chiba

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