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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

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28. September 2008 7 28 /09 /September /2008 12:01
Konnichi wa,

das Handy bimmelte erneut und Susanne teilte mir mit, dass sie nun nicht mehr lange arbeiten würde. Es war bereits 14:00 Uhr und Samstag und seit heute Früh kämpften die Sumo Ringer ohne uns. Wir wollten eh nicht den ganzen Tag zusehen und je weiter die Zeit fortschritt desto qualifizierter waren auch die Sumoringer und umso interessanter waren auch die Kämpfe.
Zuerst beginnen immer die Anfänger und am Schluss kämpfen die Yokuzuna also die Grossmeister, die dies ihr Leben lang auch bleiben. Wenn sie allerdings nicht mehr gewinnen wird von Ihnen erwartet, dass sie freiwillig die aktive Laufbahn beenden. 15:30 Uhr und endlich meldete sich Susanne erneut. Sie fährt jetzt los! Ich begann gleich die Tasche zu packen mit Fressalien, ein Paar Bier, Stäbchen und den sich selbst aufblasenden Sitzkissen von Thermarest. Total gestresst kam Susanne an und wir diskutierten ob wir ein Taxi oder doch besser die U-Bahn nehmen sollten. Wir entschieden uns bereits im Laufschritt unterwegs für den öffentlichen Verkehr. Das Taxi währe eh nur im Stau gestanden. In der U-Bahn studierten wir nochmals den Zeitplan der Veranstaltung und überlegten ob wir nicht besser wieder nach Hause fahren sollten um Susannes Koffer zu packen für ihren Trip zur Budgetpräsentation in Hong Kong.
Laut Plan wäre der letzte Kampf um 5:00 Uhr gewesen – also gerade wenn wir angekommen wären in Ryogoku im sogenannten Kokugikan dem speziellen Sumo Stadion. Dieses ist direkt neben dem Edo Museum und hat genauso eine seltsame Architektur. Es ist exakt viereckig und nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, die auch innen zur Orientierung dienen und am Ring eine Rolle spielen. Mit dem Radl war ich ja bereits da und so wusste ich, dass man von der U-Bahn einen direkten Zugang hat. Leider benutzten wir den am weitest entfernten Ausgang und so mussten wir auch noch um das gesamte Museum herum rennen. Aber geschafft – kurz vor 17:00 Uhr und auf der Strasse begegneten uns schon Sumoringer im Sommerkimono auf dem nach Hause Weg. Überall standen freundliche Damen und wiesen uns den Weg und nach ein Paar Stufen erblickten wir den Ring.

Ein Kampf war auch noch im Gange und leider konnten wir unseren Platz nicht finden, der nach der Himmelsrichtung eingeteilt ist. Also gibt es 4 x einen Eingang 5 zu dem wir sollten. Ich blieb stehen und Susanne ging nochmals zu einer der hilfreichen, freundlichen Damen und fragte nach unseren Plätzen. Sie rief mich und die Dame wollte uns zum Platz begleiten. Doch dann warf sie einen Blick auf unsere Karten und sagte es ist Catering inklusive und wollte uns gleich zum Ausgabeschalter begleiten. Daraufhin sagte ich ihr, dass wir doch lieber direkt zu unsren Plätzen möchten und die Kämpfe ansehen wollten. Dies ignorierte sie höflich und wollte zum Schalter eilen. Erneut wies ich darauf hin doch lieber gleich rein zu gehen und wir verzichten auf unsere Bentoboxen – so heissen hier die Plastikboxen mit einem ganzen Menü gefüllt zum Mitnehmen. Wiederum ignorierte sie mein Anliegen und da ist mir dann der Kragen geplatzt: Nein! Wir gehen jetzt auf direktem Weg zu den Plätzen – verdammt noch mal! Susanne sah mich strafend an und sagte, dass ich gefälligst höflich bleiben sollte – aber jetzt war ich total angefressen ob dieser Ignoranz!!! Trotzdem wurden wir zu unseren Plätzen begleitet und ich hinterliess einen schlechten Eindruck und die Lady hat sich bestimmt gedacht dass der Gaijin (Ausländer) das Letzte ist. Das war mir echt egal und so konnten wir den letzten Kämpfen noch zusehen und zu Futtern hatte ich ja genug dabei.

So ein Kampf dauert meistens nur Sekunden und weitaus länger sind die Sumo damit beschäftigt einen Schluck Wasser zu trinken, Salz in den Sand des Ringes zu werfen oder sich gegenseitig zu beschnuppern und mit den Füssen zu stampfen. Dies machen sie um die bösen Geister zu vertreiben. All das erinnert mich an 2 Hirsche in der Brunftzeit oder an Gorillamännchen, die sich ebenso wie die Sumo auf die Brust trommeln um den Gegner zu beeindrucken. Der Topkampf war dann mit dem Bulgaren Kotooshu der Meister ist und als einziger Ausländer so einen hohen Rang erreicht hat. Die Beiden Russen wurden beim Kiffen erwischt und vor kurzem vom Verband ausgeschlossen. Der Japaner war aber unglaublich stark und hat diesen 204m und 143kg Mann einfach hochgehoben und aufs Kreuz gelegt. Verloren hätte er auch schon wenn sein kleiner Finger den Boden berührt hätte – aber das war wirklich niederschmetternd im warsten Sinne des Wortes. Langsam entspannte sich Susanne bei einem Bier und saueren Nudeln und ich war auch wieder versöhnt bei solch attraktiven Kämpfen. Zum Schluss wurde noch ein Bogentanz aufgeführt und schnell leerten sich die Ränge.
Auf unserem Weg nach Hause hielten wir noch im Hafen an und hörten einer mässigen Boy Group zu und zum krönenden Abschluss des Abends gab es noch ein kleines Feuerwerk mit der Rainbow Bridge im Hintergrund. Noch schnell gepackt, schnell geschlafen und schnell nach Hong Kong………

Sayonara Jack san

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