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  • : Unser Abenteuer mehrere Jahre nach Japan zu gehen und alles hinter uns zu lassen.
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  • Jack: Koch, Kfz-Meister, Deutschlehrer,  Zweirad-Verrückt, Gourmet
/////Susanne: Financial Controller, Erbsenzähler, Leseratte, Diamonds are her best friend, Gourmet
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Tokyo Metro Plan

Archiv

16. Mai 2012 3 16 /05 /Mai /2012 09:50

 

Konnichi wa,

 

oh Entschuldigung ich bin in alte Verhaltensmuster gerutscht - es muss nun natürlich Bonjour heissen. Und aus Abenteuer Tokyo wird nun Aventure Genève.

Aber der Reihe nach. Nach nur einem halbem Jahr in 'Good old Germany' hat es uns an den schönen Genfer See verschlagen. In die Stadt der UN, des Roten Kreuzes, des CERN Forschungszentrums, der edelsten Uhren und des Gruyère (Käse).

Susannes neues Büro wurde hier im Herzen Genfs neu eröffnet und nach 2 arbeitsreichen Monaten in München startete sie hier am Montag. Ich misse die freundlichen Kollegen bei DENSO und bin dankbar die Erfahrung gemacht zu haben für die Japaner zu arbeiten. Aber nichts im Leben ist für ewig.

Wir sind hier überwältigt von all dem leckeren Essen und den Angeboten im Supermarkt. Die Stadt ist sehr sauber und die vielen historischen Gebäude harmonieren mit dem Neuen sehr gut. Es gibt keine Wolkenkratzer und noch nicht einmal Hochhäuser. Viele Mopeds säumen den Strassenrand und prägen den Verkehr. Noch nie habe ich so viele BMW C1 auf einem Haufen gesehen.

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Als ich gestern durch die Strassen bummelte stiess ich auf ein japanisches Restaurant über dem die Schweizer- und die Kantonalsflagge wehte. Genau richtig für uns und die nächsten Tage werden wir dort dinieren. Ebenso konnte ich bereits einen japanischen Supermarkt entdecken. Die Beiden Kulturen verschmelzen nun auch hier für uns.

 

Vor unserer Abreise besuchten wir noch die Verwandschaft und an der Ampel neben mir entdeckte ich am Auto folgende Werbung:

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Aus meiner Sicht ist die Namensgebung geschmacklos wenn man die Katastrophe vom letzten Jahr in Betracht zieht. Jedoch freut es mich dennoch, dass diese Jahrtausende alte Kunst auch in Deutschland seine Anhänger hat. Nicht nur Profi Köche schätzen die Schmiedekunst - auch die Hobby Gemeinde vermehrt. So manch japanischer Schmiedemeister wird sich im Grabe umdrehen ob der gezeigten Qualität und doch gefallen mir persönlich die handgeschmiedeten Unikate des Augsburger Schmieds. Aber bildet Euch selbst ein Urteil: link

 

Wer weiterhin unseren Abenteuern folgen möchte kann dies unter Aventure Genève:

 

http://hgm65.blogspot.com/

 

Und trage sich bitte in den Email Verteiler ein!

 

Sayonara ähhhhh

 

Au revoir

Monsieur Jack

 

7. Dezember 2011 3 07 /12 /Dezember /2011 19:29

Konnichi wa,

 

wie im letzten Beitrag bereits angekündigt möchte ich auf die Aktion einer befreundeten Architektin und Künstlerin aufmerksam machen, die sich uneigennützig für die Tsunamiopfer einsetzt.

 

NihonAid

 

Hier der Link zur Homepage: http://www.studiobanane.de/nihonaid/spendenformular.pdf

 

 
Vera Liesmann:
'Durch den Kauf einer von 150 Unikaten der nihONAID-Grafiken werden Hilfsprojekte in den von Tsunami und Erdbeben zerstörten Regionen in Japan von Ihnen finanziell unterstützt.
Der Erlös geht an das
Voluntary Architects' Network:
http://www.shigerubanarchitects.com/SBA_NEWS/SBA_van_p2.htm
http://www.facebook.com/VoluntaryArchitectsNetwork
Das Voluntary Architects' Network baut mit freiwilligen Helfern temporäre Unterkünfte, um Menschen aus der Obdachlosigkeit zu befreien'.
 
Solltet Ihr noch ein Geschenk suchen könnt Ihr über den o.g. Link eine der tollen handgefertigten Grafiken erwerben und auch noch Gutes tun.
 
Grafik

 

Vera: 'Die Drucke sind 13x21cm groß und auf Highgloss Premium Photopapier.
die Technik nennt sich Cyanotypie. ich mische dazu diverse
unaussprechliche Chemikalien zusammen, die dann schlussendlich eine
photoempfindliche Flüssigkeit bilden. Damit behandel ich die zuvor
zugeschnittenen Papiere.
Nach dem trocknen werden sie belichtet und schließlich gewaschen.
Herstellungsdauer einer Grafik liegt bei ca 8-10 Stunden'.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanotypie


Alle Bilder werden nummeriert, handsigniert, und in einem Einband gehalten.

 

Hiermit möchten wir allen eine schöne Vorweihnachtszeit wünschen und viel Spaß beim Weihnachtsshopping :-)

 

Sayonara

 

Jack san

 

 

 

 

 

 

28. November 2011 1 28 /11 /November /2011 23:11

Konnichi wa,

 

die Tage vergingen im Zeitraffer und es ist lange her, dass ich mich gemeldet habe.

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Ja – die schöne Zeit in Japan ist nun vorüber

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und Abschied nehmen .....

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und nach einem Zwischenstopp in Peking mit dem Besuch der  verrbotenen Stadt

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und natürlich der chinesischen Mauer

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 – und na klar Mao Tse Tung's Mausoleum

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und dem Sommerpalast und....und....und.....

Jetzt hätte ich mich fast vergallopiert :-)

Nach dem hektischen und überfülltem Beijing

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nahmen wir uns noch eine Auszeit in unserem geliebten Italien – auf Sardinien um uns wieder an die europäischen Gepflogenheiten zu gewöhnen. Und wie wir das genossen haben! Ganz anders – und auch lecker! Ja kulinarisch und landschaftlich genauso wie Japan ein Highlight.

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Das lebendige Cagliari mit seinen Märkten hatte uns besonders gut gefallen und wir wollen da unbedingt wieder hin. Frankfurt – Cagliari sind ja nur 2 Std. :-))) mit dem Flieger.

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Und dann hat uns die Realität schnell eingeholt. Wohnungssuche in der 3. teuersten Stadt Deutschlands. München-Hamburg-Frankfurt-HURRAHHHHHH

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Aber wir hatten wieder mal Glück und wohnen nun möbiliert in Bockenheim sehr zentral und unsere Vermieter haben uns fast schon adoptiert. Sehr nett und diese kleine Altbauwohnung mitten im Geschehen hat es uns echt angetan. Möbeliert und sauteuer – aber klasse.

Die suche nach Wohnraum bestimmt nun unseren Alltag und nebenbei haben wir ja noch einen neuen Job zu bewältigen. Der Schritt für eine japanische Firma zu arbeiten war gewagt – aber bisher wohl mehr als richtig. Auf die Weihnachtsfeier beim Japaner freue ich mich schon sehr. Ein klein wenig 'alte Heimat' kann ich so bewahren. Eine tolle Symbiose aus unseren Kulturen nun auch in der Arbeit. Japanische Akribie gepaart mit deutschen Vorwärtsdrang bewegt doch einiges. Aber nach so kurzer Zeit kann man noch nicht allzuviel sagen.

Eine Freundin von mir ist gerade auf dem Weg nach Japan um vor Ort ein Hilfsprojekt anzustossen. Sie ist Architektin und eine begnadete Künstlerin und sie hat uneigennützig hochwertigste Bilder erstellt um mit dem Verkauf den immer noch in Behelfsunterkünften hausenden Tsunami Opfern unter die Arme zu greifen. Eine tolle Idee im eigentlichen Sinne von Weihnachten.

Nur die reinen Materialkosten werden vom Erlös abgezogen und der grosse Batzen geht direkt an die Bedürftigen. Wir sind immer noch gedanklich in Japan bei den Menschen die so Schreckliches erfahren mussten und wollen versuchen unseren kleinen Beitrag zu leisten.

In diesem Sinne eine frohe Weihnachtszeit und die Details poste ich in den kommeneden Tagen.

 

Sayonara

 

Jack-san

 

3. September 2011 6 03 /09 /September /2011 07:39

Konnichi wa,

 

die Weiterreise nach Nara führte uns zuerst retour nach Hiroshima und dann mit rasend schnellen - aber komfortablen 250km/h im Shinkansen nach Kyoto. Von dort mit der Bimmelbahn hatten wir genug Zeit die Landschaft zu betrachten. Abwechselnd beton-grau mit dazwischen hübschen blauen Dächern der vereinzelten Bauernhöfe garniert und dazu das saftige grün der Reisfelder im Kontrast.

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In Nara angekommen besuchten wir sofort die Tourist Info und bekamen bereitwillig wiederum einen kostenlosen Führer angeboten. Diesen sollten wir am nächsten Tag zum Besuch des Weltkulturerbes um den Hóryúji Tempel treffen. Unser Hotel lag direkt am Bahnof sehr zentral und günstig gelegen und hatte den verheissungsvollen Namen Super Hotel Lohas JR Nara Station. Super war der Empfang und die Kissenauswahl im Foyer – ja ein eigener Raum voll mit Kissen in allen Grössen und Macharten um das edle Haupt wohl zu betten. Mit einem SPA versehen kann man über die sauberen aber winzigen Zimmerchen hinweg sehen.

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Zu Fuss machten wir uns bei brutalen Temperaturen und einer Luft nahe dem Siedepunkt auf den Weg. Immer gerade aus führte uns der Weg durch die Hauptstrasse am Gangoji-Tempel (dem ersten buddhistischen Tempel Japans) vorbei zu den am Strassenrand gelegenen weniger hübschen Ara-ike Teichen.

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Die fünfstöckige Pagode, die als Wahrzeichen Nara's gilt, am Kofukuji-Tempel gefiel uns sehr gut und wir besuchten sie in der Dämmerung nochmals. Immer mehr Touristen begleitet von den 'heiligen' Rehen säumten den Weg in Richtung der eigentlichen Attraktion – dem Todaiji-Tempel aus dem Jahre 752 n.Ch.!

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Schon von weiten beeindruckt diese weltgrösste Holzkonstuktion durch Ihre Ausmasse. Um 1/3 kleiner wurde sie 1692 nach 2 Bränden wieder errichtet und befindet sich leider in einem renovierungsbedürftigen Zustand.

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Innen drinnen ist es düster und sofort ist man von der immensen Ausstrahlung des riesigen goldenen Vairocana Buddha's gefangen – es fehlen einem die Worte – gigantisch, heilig, strahlend, überwältigend …...dieser Anblick. Wir verweilen einige Zeit in der überraschenden Kühle des von Kaiser Shomu errichteten Haupttempels für alle Provinzen Japans.

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Die grossen Statuen der Wächter, die das Böse draussen halten sollen gefielen mir besonders gut. Eine witzige Besonderheit ist der Durchbruch in einer der tragenden Säulen des hölzernen Konstruktes. Es stehen so ziemlich alle Familien mit Kindern an und die dürren können sich mit einigem Geschick hindurch zwängen. Den Kids macht es mächtig Spass und es wird ganz natürlich damit umgegangen und niemand nimmt Anstoss daran.

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In Richtung Hotel kehrten wir in einem Izakaya mit 'Biergarten' ein und zu einem erfrischenden frisch gezapften Bier gab es leckere Spiesschen vom Grill. Tags drauf besuchten wir zusammen mit unserer ausgesprochen gebildeten Führerin den vor 1400 Jahren von Prinz Shotoku errichteten Hóryúji Tempel. Doch ein Stück ausserhalb gelegen überstand diese Tempelanlage wohl genau deshalb alle Kriege und Unruhen ebenso wie die grossen Feuer über die Jahrhunderte hinweg.

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Das Wetter war miserabel und ohne Schirm konnten wir keinen Schritt tun und doch waren wir für die Erfrischung von oben dankbar. Die herrliche dreistöckige Pagode wurde jedoch erst 1975 wieder aufgebaut – nachdem sie durch Blitzschlag völlig ausgebrannt war. Im inneren kann man in alle vier Himmelsrichtungen in Stein gemeisselte Szenen aus dem Leben bis zum Sterben des Herrschers bewundern.

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Die Details sind mehr wie beeindruckend und sind ohne Taschenlampe in der Dunkelheit des Ortes kaum auszumachen. Wir wurden auf ein Tässchen grünen Tee eingeladen und genossen das Getränk ebenso wie den Blick über die weitflächige Anlage. Über den Riesel der vom Regen durchweichten Wege fanden wir unseren Weg zum Bus, der uns wieder zur nahen Zughaltestelle brachte und nach einer halben Stunde Zugfahrt erreichten wir den Bahnhof in Nara.

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Ab in die Bimmelbahn und noch lange unterhielten wir uns auf der Heimreise über die nette und kostenlose Begleiterin, die wir nicht mal zum Essen einladen durften – so bescheiden war sie. An dieser Stelle nochmals Danke an diese hilfsbereiten Menschen die uns Ausländern als Guides ihre kostbare Zeit zur Verfügung stellen.

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Mit dem neuesten Shinkansen jagten wir gen Tokio und pünktlich auf die Sekunde kamen wir wie immer am Hauptbahnhof an. Wer hätte gedacht, dass man die schwüle Tokio's im Sommer als kühl empfinden kann im Vergleich zum Süden des Landes – bei nur 32°C....

 

Sayonara

 

Jack san

26. August 2011 5 26 /08 /August /2011 03:06

Konnichi wa,

 

sicherlich eines der berühmtesten Bilder Japans ist das im Wasser stehende rote Tor in Miyajima. In der Bucht von Hiroshima gelegen waren wir mit dem Rapid Zug in 25 Minuten vom Bahnhof Hiroshima in Miyajimaguchi angekommen und eine Fähre brachte uns auf die relativ kleine Insel hinüber.

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Bereits vom Boot aus hatten wir erste Ausblicke auf das O-torii Tor und alle zückten ihre Kameras. Wie üblich. Am Terminal angekommen rief gleich die freundliche Dame in unserem Ryokan 'Miyajima Seaside Hotel' an und sie holten unser Gepäck ab. Bereits beim Warten fielen uns die streunenden Rehe und Hirsche auf. Keinerlei Scheu! Wie wenn sie Tollwut hätten – eher aggressiv – sehr seltsam.

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Unser Weg führte uns durch die Omotesando Shopping Arcade, einer von Ständen, Restaurants und Souveniershops gesäumten Strasse zum ebenfalls komplett in rot lackierten Itsukushima Shrine. Wir stoppten noch an einem Laden, der Fusspflege mit den bekannten Doktorfischen anbot.

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Eine kitzelige Erfahrung – aber nicht unangenehm – und die Fische haben den bajuwarischen Käse sogar überlebt. Von zahmen, fast frechen Rehen begleitet genossen wir den herrlichen Ausblick auf Tempelanlagen, die davor angedockten prächtig geschmückten Boote und dem Tor im Hintergrund.

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Da das Thermometer die 35°C Marke bereits überschritten hatte verbrachten wir die Mittagshitze in der Aircondition eines Restaurants bei leckerem Chirashi Sushi und vollgefuttert erklommen wir in der Nachmittagshitze über den Misen Climbing Path den Berg zum Daishoin Temple. Der Blick über die geschwungenen Dächer der Tempelanlage auf die Bucht bleibt uns unvergesslich und selbstverständlich beteten wir noch auf den Tatami Matten kniend in einem der erstaunlich kühlen Gotteshäuser.

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Auf Grund der erbarmungslosen Sonne schenkten wir uns den weiteren Aufstieg und machten uns auf den Weg zum Hotel. Nett gelegen in einer Bucht mit Sandstrand, der aber voll Algen war, die den Rehen erstaunlicherweise sehr schmeckten. Verwunderlich.

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Der Charm der 80er Jahre und ein echter Investitionsstau schockierte uns etwas angesichts des sehr hohen Zimmerpreises. Aber unser Tatami Zimmer war sauber und entsprach dem typischen Standard und das im Zimmer servierte Essen am Abend war vorzüglich.

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Nach einer ruhigen Nacht auf dem Futon beobachteten wir am kommenden Morgen während dem Frühstück die Rehe vor dem Fenster und freuten uns auf unsere Weiterreise nach Nara – der alten Hauptstadts des Reiches.

 

Sayonara

 

Jack san

23. August 2011 2 23 /08 /August /2011 05:24

Konnichi wa,

 

endlich sollte unser langehegter Wunsch in Erfüllung gehen die weltberühmte, von der ersten Atombombe zerstörte Stadt Hiroshima zu besuchen. Na klar mitten im Sommer fahren wir gen Süden in den von drei Seiten von Bergen eingekesselten Glutofen Hiroshimas mit Temperaturen bis zu 38°C......

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Wir flogen ab Haneda mit JAL und kaum in der Luft erfreute uns Fuji san mit all seiner Pracht. Der Limousine Bus brachte uns vom weit entfernten Flughafen in die Stadt hinunter und bescherte uns wunderbare Blicke auf die Stadt am Meer. Das gebuchte Hotel Flex konnten wir vom Busbahnhof fussläufig erreichen und waren höchst erfreut, dass sie sogar eine Terrasse haben, auf der wir den ersten Abend bei einem köstlichen Gläschen Roten direkt am Wasser ausklingen liessen.

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Wir machten uns per Pedes auf den schweisstreibenden Weg zum Hiroshima Castle und hielten an jedem SevenEleven an zum Wasser tanken – zwei Gaijins in der grauen Wüste der 1,1 Millionen Metropole. Das wieder errichtete Schloss beeindruckt mit seinen typischen geschwungenen Pagodendächern inmitten eines Parks, der vom Wasser umgeben ist.

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Innen sieht es wie in den späten sechzigern aus und besonders haben mir die ausgestellten Katana Schwerter gefallen. Japanische Schmiedekunst vom Feinsten – wobei ich es schade fand, dass die Griffe überall fehlten. Von ganz oben hat man einen 'tollen' Ausblick auf die Betonklötze der Umgebung......

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Kaum angekommen in dem Park, der die Gedenkstätten zum nuklearen Armageddon umgibt, wurden wir von mehreren kostenlosen Reiseführern angesprochen ob wir eine Führung wünschen. Klar! Und so begleiteten uns teils bis zu 7 Japaner/innen zu den allesamt traurigen Stätten und Orten, die dem Unfassbaren in stillen Tafeln, Grabhügeln und Statuen ein Gedenken setzen.

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Wir hören die erschütternden Berichte von einem jungen Mädchen, das in der Hoffnung geheilt zu werden tausende Origamis faltete, um schliesslich doch den aussichtslosen Kampf gegen ihren von den Strahlen zerfressenen Körper zu verlieren. Einer der Guides war ein Überlebender, der die ganze Familie durch die direkte Auswirkung der Bombe verloren hatte. Seine Ausführungen und Augenzeugenberichte werde ich sicherlich nie vergessen.

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Im natürlich grauen Beton Museum holten wir uns einen elektronischen Guide und folgten Aufmerksam den in den Kopfhörer gesprochenen Worten. Die teils mit weinerlicher Stimme vorgetragenen Geschichten zu einzelnen Personen oder gar Kindern, deren verbrannte Haut und Kleidung man sah, waren schockierend und trieben einem die Tränen in die Augen. Furchtbar! Dennoch finde ich es einseitig nur die Amerikaner verantwortlich zu machen. Hatten doch die Japaner wie die Deutschen damals jede Menge Schuld auf sich geladen und immer wieder die Kapitulation verweigert. Letztendlich hatten sie dieses Disaster mit zu verantworten. Davon sieht und hört man allerdings NULL!

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Irgendwie war ich dann froh soviel Geschichte hinter mich lassen zu können und genoss beim Franzosen einen leckeren Kaffee Latte und ein Törtchen dazu. Es war schön zu beobachten wie die Lehrer ihren Schülern in Uniform über das Traurigste berichteten und wie aufmerksam all die kleinen lauschten. Das ist wohl der richtige Weg. Aufklären und nicht schweigen.

 

Sayonara

 

Jack san

 

7. Juli 2011 4 07 /07 /Juli /2011 05:02

Konnichi wa,

 

eines der tollsten Kaufhäuser in Tokio dürfte der Tokyu Hands sein. In Ginza unweit der Tokyo Station ist ein relativ kleiner Ableger - im Gegensatz zum Flagschiff in Shinjuku am Bahnhof.  Im Times Square Building befindet sich auf unzähligen Etagen,  ein ganzes Kaufhaus voll mit allem was man braucht oder eben auch nicht ....

Ein Paradies für den ambitionierten Heimwerker, Bastler, die Hausfrau und jeden der das Gesuchte eben nicht woanders finden konnte. In München sagt man immer der Kustermann hats. Hier hats der Tokyu Hands. Vom Fahrrad bis zur Ersatz Kugelschreiber Feder, vom Faschingskostüm bis zu Gummihandschuhen zum Kartoffeln waschen (natürlich mit extra rauher Oberfläche), vom Ventilator bis zum Nacken Kühlkit, von der Bohrmaschine bis zur organischen Handcreme - hier kann man alles kaufen. Wenn wir mal an einem regnerischen Wochenende in die Stadt gehen zieht es uns immer wieder in diese Oase des Konsums und der Kuriositäten. Man entdeckt so wichtige Utensilien wie Zehenspreizer aus Frotte. Die bestimmt dem nächsten Fusspilz keine Chance lassen.

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Oder schwarze Wattestäbchen zum Ohren reinigen. Na wenn man vom Mars kommt und grün ist, dürfte das wirklich hilfreich sein.

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Und mein derzeitiger Favorit: Die elektronische Einnick-Verhinderungs-Einrichtung:

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In einer Gesellschaft, in der derjenige mit mehr als 4 Stunden Schlaf pro Nacht als Weichei gilt eine gute Erfindung. Verhindert den Büroschlaf, den gefährlichen Sekundenschlaf am Steuer, das Einnicken am PC oder Laptop, in der Schule, im Seminar usw.

Ich frage mich wieso nicht jeder so ein Teil trägt! Auf die Idee das gesellschaftliche Problem des Schlafmangels zu lösen kommt niemand. Aber wieso auch - jetzt gibt es die Lösung.

Mit einem Kopfschütteln aus dem innovativen Gastland, das die Roboter für die Aufräumarbeiten in Fukushima aus Amerika einfliegen muss sage ich

 

Sayonara

 

Jack san

 

17. Juni 2011 5 17 /06 /Juni /2011 01:15

Konnichi wa,

 

gestern beim Italiener. Wir sind echt happy, dass unsere Pizzeria an der Ecke zu gemacht hat und ein viel besserer Italiener ein paar Meter die Strasse runter eröffnet hat. Das Ambiente ist authentisch und doch modern und ein richtiger Pizzaofen krönt eine offene Schauküche.

Natürlich sind wir längst Stammgäste und kennen die Speisekarte recht gut. Leider bleibt uns das Tagesangebot verschlossen, da wir die gereichte Tafel ja nicht lesen können. Die Kellner bringen sie uns auch gar nicht, da sie die Übersetzerei nicht machen wollen.

Aber es gibt nix zu meckern – die Pizzen sind ebenso hervorragend wie die anderen Speisen. Der grüne Salat mit knackigem Gemüse kombiniert ist echt ein Gedicht.

Interessanter Weise bieten sie die Pizza wahlweise rot oder weiss an. Also die Rote mit Tomatenpürre als Basis und die Weisse mit Mozarella Basis.

Experementierfreudig wie wir sind haben wir die Weisse mit 'whitebait' geordert. Keine Ahnung was das wohl bedeuten soll. White ist weiss. Bait ist Köder.....hmmmm. Pizza bianco esca de la casa !?

Das haben wir dann bekommen:


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Eine herrlich crosse und äusserst schmackhafte Pizza mit Minisardinen. Gerade geschlüpft und vielleicht so 6 Wochen alt. Ja – man isst sie samt Haut und Haaren, ähhhh Schuppen :-) Die schwarzen Pünktchen sind die Äuglein - kein Pfeffer.

Diese Fische werden im Supermarkt abgepackt angeboten und sind relativ günstig.

 

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Gerne roh verzehrt oder wir haben auch schon Spaghetti damit kredenzt bekommen.

Sie heissen auf Japanisch Shirasu シラス.

Ehrlich gesagt hat es mich Anfangs richtig geekelt als ich das erste mal rein gebissen habe. Mittlerweile schmecken sie mir und die Idee sie auf die Pizza zu legen finde ich eine echte Bereicherung und eine gelungene Symbiose zweier genialer Esskulturen.

Buon Appetito oder doch itadakimasu いただきます (Guten Appetit auf Japanisch)????

 

Sayonara

 

Jack san

 

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6. Juni 2011 1 06 /06 /Juni /2011 09:27

Konnichi wa,

 

leider schreibe ich nun wieder über die Katastrophe. Die Nukleare – denn mehr interessiert die deutsche Presse und somit auch die Öffentlichkeit nicht. Mal so nebenbei erwähnt sind es mittlerweile über 23000 Opfer des Erdbeebens und kein einziger ist an Strahlung gestorben! Es gab 2 Tote im Kernkraftwerk Fukushima, die Beide an der direkten Einwirkung des Tsunami ums Leben kamen.

Die freigesetzte Strahlung war nach den Knallgas Explosionen der Reaktoren durch den folgenden Regen weiter getragen worden und ist auch hier in Tokio herunter geregnet. Zu diesem Zeitpunkt waren wir Beide ausser Landes. Erst als die Jod Isotope soweit wieder abgebaut waren sind wir zurück gekehrt. Die Halbwertszeit von Jod 131 beträgt 8 Tage!

Das jetzt hier im Boden angereicherten Cäsium 137 wurde ebenso wie damals in Bayern, nach Tschernobyl mit dem Regen und dem Wind nach Tokio transportiert. Vom Kernkraftwerk Fukushima bis nach Tokio fährt man übrigens 4 Std. mit dem Auto und legt 300km zurück.

Die Belastungen für das Trinkwasser in Tokio waren an einem einzigen Tag höher als der Grenzwert für Säuglinge zulässt. Für Erwachsene wurde der Grenzwert nie überschritten.

Nachdem die Messwerte der japanischen Stellen für uns schwer nachvollziehbar sind (durch die Sprachbarriere und andere Normung) sind wir froh fast täglich über Facebook von einem Amerikaner informiert zu werden. Er misst im Gegensatz zu so mancher regierungseigenen Messstelle in Bodennähe. Was interessiert mich der Wert schon in 18m Höhe?!

TokyoGeiger110511

Quelle: Facebook 'Tokyo Radiation Levels'

 

Die gemessenen und hier gezeigten Werte wurden von mir zufällig gewählt und mit denen an einem regnerischen Tag in München Pasing verglichen:

 

ODLPasing3105

 

Quelle: http://odlinfo.bfs.de/index.php

 

Es sei erwähnt, dass durch das natürliche Radon in der Luft nach einem Regen die Werte hier wie dort erhöht sind. Das ist normal, da der Regen Radon auswäscht und mit nach unten transportiert.

Tokyo: 0,135 µSi/h             München: 0,120 µSi/h        also kaum ein Unterschied nach dem Regen!

 

Weitere Informationen gibt es hier: http://www.bfs.de/de/kerntechnik/papiere/japan/uebersicht.html

 

Wir essen aber momentan keinen Spinat und vermeiden ähnliches Gemüse vorsorglich. Pilze aus Zucht verwenden wir allerdings schon – keine aus dem Wald!

Wildtiere gehören hier nicht zu unserer Nahrung. Ich wüsste auch nicht woher ich diese beziehen könnte.

Wasser trinken wir nur noch Mineralwasser und zum Kochen filtern wir unser Wasser mit einem Britta Filter. Mit diesen Massnahmen kommen wir gut klar und sind sicher keiner grösseren Gefahr ausgesetzt zu sein. Ich hoffe diese Information ist beruhigend für alle die sich um uns sorgen. Vielen Dank an die, die immer wieder an uns denken und sich erkundigen.

Bitte vergesst nicht all die Familien, die Angehörige verloren haben und die vielen Waisenkinder. Die direkten Erbeebenopfer.

Hier ein T-Shirt einer privaten Initiative:

K1024 GanbarouTohoku

Darauf steht: Kopf hoch Tohoku!

Das Bild wurde von einem kleinen Mädchen in Ishinomaki (einer der am stärksten vom Tsunami betroffenen Städte)gemalen. Die Aktion ist von freiwilligen Helfern ins Leben gerufen worden und 1300Yen pro verkauften T-Shirt gehen direkt in die Schule der Kinder.

 

Sicherlich ist die Nukleare Katastrophe da und ich bin auch froh, dass es zu so einer regen Diskussion in Deutschland um die Kernenergie geführt hat. Hoffentlich auch bald in diesem Land – doch der Ministerpräsident wurde schon wieder abgesägt - nachdem er die Energiewende angekündigt hatte. Armes Japan!

 

Sayonara

 

Jack san

 

12. Mai 2011 4 12 /05 /Mai /2011 01:19

Konnichi wa,

 

durch das Erdbeeben und den folgenden Tsunami wurde ja zu unser aller Bestürzung das AKW in Fukushima beschädigt. Die Lage ist immer noch sehr ernst und der Grad der Zerstörung ist so gross, dass die Reparatur und die Aufräumarbeiten nur sehr schleppend voran gehen. Monate werden wohl noch vergehen bis eine stabile Lage erreicht ist.

Durch den Wegfall des produzierten Stroms kommt es zu Engpässen in der Stromlieferung. Leider hat es Japan bis heute nicht geschafft sein Stromnetz zu vereinheitlichen und hat 50 und 60 Herz Netze. Somit ist ein Zukauf von Strom nur sehr begrenzt möglich. Wir sind ja nochdazu auf einer grossen Insel.

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Als Folge gab es Anfangs gezielte Stromabschaltungen seitens des Betreibers TEPCO und bei uns im Zentrum war mal für 2 Std. der Strom weg. Dies ist aber wirklich zu verschmerzen. Andere Regionen waren da weit mehr betroffen. Viele kauften Solarlampen mit Akkus um sich zu behelfen. Wir alle sind zum Strom sparen aufgerufen und die Stadt glüht nur halb soviel wie sonst. Praktisch jede Zweite Lampe ist aus. Die Leuchtreklamen flackern nicht und die all gegenwärtigen Getränkeautomaten kühlen nur und sind dunkel.

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Am Flughafen muss man laufen, da die Transportbänder still stehen. Und so manche Rolltreppe in der Stadt ruht. Für alle die fit sind kein Thema – nur für die Älteren oder Behinderten schon.

 

So lernte ich also ein neues Wort: Brownout

 

Eine gezielte Stromabschaltung und die Sparmassnahmen werden ebenso bezeichnet.

Eine gute Gelegenheit über das Konsumverhalten nach zu denken und sich zu fragen ob wir all diese Annehmlichkeiten wie einen beheizten Klodeckel wirklich brauchen.

 

Sayonara

 

Jack san