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Dienstag, 3. november 2009

Konnichi wa,

 

den Grund für unseren Umzug hatte ich bereits in dem Bericht „  In diesem ehrenwerten Haus  " beschrieben. Nun war es endlich soweit und wir hatten 2 km von der alten Wohnung im Stadtteil Tsukishima auf einer Halbinsel im Sumida River gelegen eine Wohnung gefunden. Tsukuda genannt.

 

Wieder von Wolkenkratzern umgeben – aber unser Wohnhaus hat nur 13 Stockwerke und wir wohnen natürlich wieder unten im 4. Stock. Gerade so, dass wir über die Baumwipfel der Kirschbäume noch das Wasser sehen. Am Abend leuchtet der Leuchtturm idyllisch vor dem Balkon und versperrt aber auch leider den weiten Blick.

Weite Spazierwege den Fluss entlang werden immer wieder von den städteplanerischen Sünden unterbrochen. Mal von einer Mauer, mal von einem Gitter oder auch von einem Seitenkanal des Flusses und dessen Wehr. Das heisst dann viele Treppen steigen oder einen ganz schönen Umweg in Kauf nehmen. Macht aber nix, da es allemal besser ist als vorher. Alles ist eigentlich besser – ausser dem Blick auf die Rainbow Bridge – den werden wir missen. Jetzt sind die Damen am Empfang sehr freundlich und nicht so hochnäsig, die Notfalldurchsagen sind auch in Englisch und wenn der Wartungsdienst ins Haus kommt bekommen wir einen lesbaren Schrieb eingeworfen. Toll!

Wir haben jetzt einige Quadratmeter mehr und zahlen deutlich weniger Miete. Der eh nur zum Trocknen gedachte riesige Balkon der alten Bude wurde ja zur Wohnfläche gerechnet und nicht anteilig wie in Deutschland. Der jetzige ist überschaubarer. Wir haben aber einen zusätzlichen Ostbalkon zum Wäsche trocknen. Super!

Der Zugang zur Garage ist durch die riesigen unterirdischen Gänge möglich und direkt vor meinem Mopped sitzt ein Parkwächter und passt auf. Noch besser!

Der Parkplatz ist speziell für motorisierte Zweiräder. Die Räder sind wieder in einem Duplex Parker untergebracht.

Jetzt sind wir irgendwie ganz froh all das auf uns genommen zu haben. Es gab im Vorfeld ja doch einige Diskussionen. Zwischen Susanne und mir, wie auch mit meinem Gewissen.

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Leidenschaft zu seinem Hobby um nur wegen dem Parkplatz umzuziehen. All die Kosten und Mühen auf sich zu nehmen und sehr viel Verständnis von seiner besseren Hälfte. Tja – wahre Liebe eben auf zwei Beinen und insbesondere für zwei Räder.

 

Sayonara

 

Jack-san

 

Neue Bilder gibt es unter 'Aktuell'

von Jack - veröffentlicht in: Tokyo News - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Montag, 26. oktober 2009

Konnichi wa,

 

gut, dass wir auf Otani-san, unserer mittlerweile persönlichen Beraterin des Reisebüros im LaLaPort,  hörten und einen Leihwagen gebucht hatten. Unser Hotel Neubau lag zwar recht verkehrsgünstig nahe am Flughafen der Hauptstadt, jedoch Meilenweit vom öffentlichen Nahverkehr entfernt.

Auf dieser relativ kleinen Insel mit nur einer Autobahn bis zur Mitte der Insel reichte der Suzuki Wagon mit 660ccm und Automatik auch völlig aus. Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn 80 km/h und innerorts 40. Dennoch machte hier das Fahren deutlich mehr Spaß als in Tokio. Erstens steht nicht an jeder Ecke ein Sheriff und zweitens sind die Ampelschaltungen nicht so endlos lange. Man muss nicht mal den Motor abstellen vor es wieder weiter geht.

Auch hier gibt es diese wilden Konstruktionen, die in schwindelerregenden Höhen die Straßen durch die Landschaft oder Städte führen. Viele erinnern an die Aquädukte der alten Römer mit den riesigen Bögen um die Last zu tragen. Eng schmiegen sie sich an die Felsformationen aus erkalteter Lava an und überwinden die steilen Klippen und Täler. Umso mehr verwunderte es uns, daß die Maut deutlich billiger war als in der Hauptstadt. Vom Anfang bis Ende des Highways hatten wir nur 700 Yen bezahlt. Dies drückt man in Tokio schon ab wenn man nur auf die Stadtautobahn auffährt.

Weniger als eine Stunde brauchten wir um von Naha, der Hauptstadt Okinawas zum Autobahnende ca. im Mittel der Insel gelegen zu fahren. Von hier aus erschlossen sich die Traumstrände von Onna und es ist nur ein Katzensprung zum berühmten Churaumi Aquarium im Expo Ocean Park gelegen. Wir waren begeistert. Direkt am Strand, vor traumhafter Südseekulisse bestaunten wir die großen Fische im 2.größten Aquarium der Welt. Die größten jemals hergestellten Acrylglas Scheiben und die weltweit erstmalig geglückte Haltung von Tigerhaien macht die Japaner besonders stolz. Das im Park gelegene aus vielen traditionellen Häusern bestehende alte Dorf hatte es uns besonders angetan, neben den prachtvollen Blüten der wuchernden Pflanzenwelt.

Auf dem Rückweg besuchten wir die beeindruckenden  Stätten des Shurijo Castle, ein Teil des Weltkulturerbes. In der Nähe von Naha gelegen erzählt es die Geschichte des reichen Ryukyu Königreiches mit chinesischen Wurzeln ab ca. 1400 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Die rot lackierten königlichen Gebäude von dicken Steinwällen aus Lavastein umgeben faszinierten uns. Ein Tässchen Tee mit traumhaftem Blick in den Garten des Schlosses ließen wir uns nicht entgehen. Ganz im Gegensatz dazu die schlichten Holzhäuser der gleichen Herrscher im nicht weit entfernten Shikinaen Royal Garden. Damals ritten sie die Paar Kilometer gerne zum Vergnügen mit Blick auf den großen Ozean. Wir zuckelten durch den abendlichen Berufsverkehr und wollten dann dieses idyllische Plätzchen gar nicht mehr verlassen. Ca. 500qm feinstes Zedernholz in letzter Perfektion von begnadeten Zimmerleuten gefertigt zogen uns in ihren Bann. Von der umlaufenden Terrasse aus blickten wir, wie die Feudalherren damals in den Garten mit Teich und sechseckiger Pagode zu der ein aus dem vollen Stein gehauenes Brückchen führt. Sensationell!

Mit nackigen Füßen liefen wir über die königlichen Tatamimatten und freuten uns riesig auf unsere neue Wohnung, in der wir gleiches erleben dürfen. Und vielleicht fühlen wir uns dann auch ein wenig wie im Urlaub auf Okinawa. Fürstlich.

 

Sayonara

 

Jack-san

 

Neue Bilder gibt es unter 'Aktuell' und 'Okinawa' 

 

von Jack - veröffentlicht in: Tokyo News - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Dienstag, 20. oktober 2009

Konnichi wa,

 

Susanne hatte nun doch frei bekommen und ich buchte uns 3 Tage kurz vor knapp einen Flug und ein Hotel für eine Woche Okinawa, dem Hawaii Japans. 30°C und der Strand vor der Haustüre – was will man mehr. Gut nur, dass das gerade neu gebaute Hotel in der Nähe von Naha, der Hauptstadt, genau in der Einflugschneise vom Flughafen liegt und so die gewohnte Lärmkulisse erhalten blieb.


Der Standard des Betonklotzes ist wieder erwarten sehr gut und das alles zum Schnäppchenpreis incl. Halbpension. Ausnahmsweise mit Buffet. Früh, wie spät. Aber alles kann man halt nicht haben. Aber billig – nein das ist es nicht, es ist preiswert. Speisen und Präsentation gefallen uns gut und der Service muss halt noch ein wenig üben.

Susanne und ich laufen jeden Morgen den Strand entlang und der Wind pfeift uns durch die Ohren. Die Strandboys gehen surfen oder tauchen und die paar Girls zeigen ihre dünnen Spargelbeinchen. Am Strand liegt jedoch niemand in der Sonne und es gibt auch kein einziges Strandkaffee oder auch nur Ähnliches.

Gestern sind wir dann mit unserem schnuckeligen Suzuki Wägelchen die Küste entlang gefahren und besuchten die weltgrösste Tropfsteinhöhle, Gyokusendo Cave genannt und den umliegenden sehr gut gemachten Themenpark mit Töpferei, Glasbläsern, Batik, Schnitzerei und jeder Menge anderen Handwerkern. Alles auch zum Mitmachen geeignet. Auch einen Garten mit tropischen Früchten gab es zu bestaunen. Avocado, Teufelsfrucht, Sternfrucht, Papaya – alle direkt vom Baum und dann gönnten wir uns einen frisch gepressten Zuckerrohrcocktail im Schatten der Palmen. Herrlich.


Ein Paar Autominuten weiter holte uns dann die Geschichte ein. Wir durchquerten die Landschaft der letzten Schlacht vom April 45 und schauten uns zuerst das Himeyuri Peace Museum und dann das Peace Memorial Museum, das ganz im Süden an dem Ort des Geschehens errichtet wurde.


Zuerst wurden wir eingeweiht wie unschuldige Schülerinnen im Alter ab 15 aufwärts als Krankenschwestern in unterirdischen Höhlen verheizt wurden und anschliessend in die Schrecken der Schlacht von Okinawa. Diese sollte als eine der blutigsten in die Geschichte eingehen. In 90 Tagen starben hier in der auf Japanisch tetsu no ame (Regen aus Stahl) genannten Schlacht 240734 Menschen. Jedem von Ihnen wurde im Gedenken eine Zeile gewidmet – in Stein, Amis, Engländer, Japaner, Zivilisten und Kinder.


Die Anlage der Gedenkstädte ist sehr weitläufig und immer wieder wurden uns von alten Frauen Blumengestecke angeboten 'for Papa'. Die dachten wir sind Amerikaner und besuchen unsere gefallenen Väter(Opas). Oben auf den Klippen hat man einen atemberaubenden Blick auf die weiten des Pazifiks und ebenso auf das Schlachtfeld. Unzählige teils monströse Gedenktafeln und Mahnmale säumen den Spaziergang und regen zum Nachdenken an.


Ich frage mich warum wir Menschen aus alledem nichts lernen und sich die Geschichte immer wiederholt. Nicht nur Generationsübergreifend, nein sogar Epochenübergreifend und noch schlimmer Kulturenübergreifend, ja das Gleiche von den Mayas bis zu den Ägyptern, Römern, Napoleon, Hitler oder Dschingis Kahn – unfassbar....

 

Sayonara

 

Jack-san

 

Neue Bilder gibt es unter 'Okinawa'

von Jack - veröffentlicht in: Tokyo News - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Mittwoch, 14. oktober 2009

Konnichi wa,

 

angeblich soll das belebende Getränk aus Österreich ja Flügel verleihen. Nur half das nicht allen Teilnehmern des diesjährigen von Red Bull organisierten Seifenkistl Rennens. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen wie im Sommer stellten sich die waghalsigen Streiter ihrer Herausforderung. Es ging auf ca. 4 Rädern die gerade im Bau befindliche Yume-no Ohashi Bridge in Odaiba hinunter. Das Reglement war wohl recht grosszügig und so ging eher die Show vor als der sportliche Wettbewerb und das Ringen nach der schnellsten Zeit trat in den Hintergrund.

Wir reisten mit dem Radl an und schon von der Ferne erblickten wir oben auf der Brücke den im typischen Red Bull Design gehaltenen Startplatz. Per Pedes spazierten wir dann die Brücke hinauf und begutachteten mit vielen Anderen die perfekt gestaltete Strecke mit Schikanen und Sprunghügel. Hübsche Mädchen mit ihren schweren Red Bull Umhängetaschen verteilten überall zur Promotion das hauseigene Getränk und wir wunderten uns, dass sogar die Kleinsten das Zeug von den Eltern bekamen. Früh übt sich – die sollen wohl alle mal fliegen lernen…..

Wirklich professionel war die Organisation mit Moderationsteam und grossen Screens um einen Überblick über das Geschen zu behalten. Es gab eine VIP Box am Start, in der feinste Speisen serviert wurden und ein Fahrerlager. Richtig geraten – hier zog es mich hin.

Es wurden alle teilnehmenden Fahrzeuge nicht nur von der Juri auf Aussehen und Technik begutachtet – nein von mir natürlich auch. Es fielen mir so grausame Konstruktionen wie der Ferrari


ins Auge, der bereits im Stand auf seinen Kofferrollen auseinander fiel. Oder so perfekt Made in Japan zelebrierende Konstrukteure, die eine Tube auf ein Alufahrgestell gebastelt haben und noch ein voll einstellbares Fahrwerk dazu. Hier zählte die Werbung für das eigene Produkt ebenso wie die Jagd auf die Beste Zeit.

Den Meisten aber ging es um die Show – rasende Sänften, grausame Drachen, schnelle Wasserflaschen, hübsche Badewannen und so manche uns eh unbekannte Comic -oder Mangafigur auf ein Paar Rädern.

Dann ging es unter Getöse los und die mit solcher Liebe gebastelte Pagode wollte einfach nicht den Berg runter rollen – macht nix – und so schoben sie alle mit vereinten Kräften das monströse Trum den Hang in 3 Minuten die 300m lange Strecke hinab. Die rollende 1000000 Yen Note überlebte bis zum Sprung und krachte sodann unter tosendem Applaus im Ziel auseinander. Beim super schnellen Rikscha Fahrer versagten dann die Bremsen und er schlug nach weniger als 30 Sec. in die Schaumstoffbarrieren ein, dass die Kamaerateams von ihren Leitern fielen. Ja sogar das Fernsehen war vor Ort und jeder der ins Bild kam fing an zu kreischen – hihihi.

Hinter der Auslaufzone tummelte sich die Presse um die geilsten Fotos zu schiessen und wir schlenderten zwischendurch mal zu den Verpflegungsständen. Wie üblich aus dem Bus heraus gab es frische Hendl und auch Burger oder japanische Fladen mit Kraut.

Die Österreichische Fremdenverkehrszentrale gab sich auch Mühe auf das kleine Land aufmerksam zu machen und alle, die Ihr Abenteuer bereits hinter sich hatten stellten sich in Reih und Glied auf zur abschliessenden Begutachtung. Ein sichtlich gestresster Beamter versuchte dies zu organisieren und rannte bis kurz vor dem Herzinfarkt auf und ab und amüsierte uns sehr. Der Mann nimmt seinen Job wirklich ernst!

So verbrachten wir einen herrlich unterhaltsamen Tag und zu guter Letzt kapierten wir leider gar nicht wem nun die Flügel verliehen wurden und der Schnellste oder Schönste oder sogar Beides war. Macht aber gar nix. Schee wars.

 

Hier die japanische Homepage mit dem Siegerfoto: link

 

Sayonara

 

Jack san

 

Bilder unserer neuen Wohnung gibt es unter ‚Aktuell’ und zum Artikel unter Red Bull

von Jack - veröffentlicht in: Tokyo News - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Freitag, 9. oktober 2009

Konnichi wa,

 

In unserem Haus gibt es Gott sei Dank einen Fahrstuhl. 52 Stockwerke bedürfen eines guten Trainings um sie eben mal zum Sushi holen runter und wieder rauf zu laufen.


Nun wohnen wir ja nach der japanischen Sichtweise im billigen 3. Stock. Je weiter oben desto teuer und privilegierter. Ich denke mehr an die Schreckenszenarien eines Erdbebens oder eines Feuers. Wie um Himmelswillen kommt man da runter wenn kein Fahrstuhl mehr funktioniert oder noch schlimmer das Treppenhaus gar nicht passierbar ist. Abseilen? Deshalb haben wir Armen im 3. für alle Fälle auch ein Seil am Balkon liegen. Und die Reichen oben haben bestimmt Fluegel.......


Leider sind aus Sicherheitsgründen die Treppen nur abwärts begehbar um nicht Berechtigte unten zu behalten. Dies hat zur Folge, dass alle die vermeintlich bequemere Variante wählen. Rauf wie runter. Um die fehlenden Bewegung wieder zu kompensieren gehen wir dann alle aufs Laufband oder den Stepper um als Fitnessziel täglich 52 Stockwerke rauf und runter zu laufen........

 

 

Sayonara

 

Jack san

 

Neue Bilder diesmal aus Deutschland gibt es unter ‚Aktuell’

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Samstag, 19. september 2009
Konnichi wa,

zur Zeit befinde ich mich in Deutschland und in dem heute von  Thomas Berndt, ARD-Studio Tokio im staatlichen Fernsehen veröffentlichten Bericht geht es um die Abtreibungsbewältigung japanischer nicht Mütter. Ein trauriges Thema - wie ich finde - jedoch sehr interessant. Hier der Bericht:

link

Besonders betrüblich finde ich das Schuldbewusstsein der nicht Mamas, die offensichtlich mit ihrer Entscheidung nur schwer leben können. Da bietet die Religion einen willkommenen Zufluchtsort. Hier wie dort ohne Unterschied und konfessionsübergreifend. Ein Grund zum Nachdenken.

Sayonara vom Oktoberfest

Jack-san
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Freitag, 11. september 2009
ich sitze gerade in einer Boing 777-300 der ANA (All Nippon Airlines) und frage mich wer auf diese Idee kommt. Die Stelle an der 1945 das tragische Schicksal der Wilhelm Gustloff besiegelt wurde ist im hochmodernen Infoscreen markiert. Dies ist die grösste Schiffskatastrophe der Geschichte und der von den Nazis gebaute und betriebene schwimmende Sarg liegt bis heute in 42m Tiefe in den Gewässern vor der polnischen Küste.

Quelle: Wilhelm Gustloff Webpage

Link zur Info: link

Sind es gar die japanischen Programmierer mit detailliertem Geschichtswissen über den 2. Weltkrieg oder sind es Expads mit Hang zur Theatralik? Oder vielleicht sogar ewig Gestrige, die das nationalistische Symbol hoch halten wollen? Ist es ein Gedenken an die ca. 8000 Opfer - völlig ohne Hintergedanken?
Hoffentlich soll es einfach nur informieren. Aber wissen denn die Passagiere was er bedeuten soll, dieser Punkt mitten im Wasser, der kommentarlos mit Wilhelm Gustloff beschriftet ist?
Ich denke an meinen Besuch des Tokio Edo Museums und der dortigen Darstellung der Bombardierung Tokios. Dort fand ich nichts über die Aggression der Japaner oder den Überfall auf Pearl Harbour. Nur die Sichtweise aus der Opferrolle. Und mir fällt der Umgang mit den Kriegsverbrechen an der chinesischen Bevölkerung z.B. in Nanjing ein, bei über 300.000 Opfern kriegt man nicht mal eine offizielle Entschuldigung hin.
So sitze ich ebenmal 11:30 Stunden hier und grüble über die Rechten und die unheilvolle Verbindung Deutschlands mit den Japanern, die sie irgendwie bis heute verfolgt und auch verbindet.
Sollte jemals einer diese Zeilen lesen, der zu den Wissenden gehört - so möge er mich bitte informieren wer das reingehackt hat in die vermutlich nichts ahnenden Binärcodes 00110010001...........

Sayonara

Jack-san
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Donnerstag, 3. september 2009

Konnichi wa,

 

Udo Jürgens fällt mir immer wieder ein wenn ich wiedereinmal so ein freundliches Zettelchen der Nachbarn oder der Hausverwaltung in Händen halte. Gestern erst hatten wir an unserem Schirm, den wir zum Trocknen an den Zeitungshalter draussen vor der Haustüre aufgehängt hatten einen:

„Das hinhängen von Schirmen ist zu unterlassen, da der Fussboden verunreinigt wird“

Hmmmmm – wenn ich das triefende Trumm mit in die Wohnung nehme was passiert denn dann???

Die Geschichte fing aber kurz vor einem Jahr an als ich mein Motorrad bekam. Wir hatten mit dem Vermieter und dem Makler besprochen, dass wir auf unseren für 27500 Yen/Monat angemieteten Autoparkplatz bis zu 2 Moppeds parken dürfen. Also hat sich der Jack wie ein Schneekönig gefreut und sein Allerheiligstes auch auf den güldenen Platz gestellt.

Am nächsten Tag war folgender Zettel auf der nagelneuen Sitzbank mit Tape draufgeklebt:

 

 

 

Am darauffolgenden Tag erneut und wieder durfte ich mit hochrotem Kopf und kurz vor dem Platzen den Klebstoff mit Nagellackentferner wegrubbeln.

Also sofort alle Beteiligten informiert und Trouble ohne Ende gemacht. Schliesslich stellte sich heraus, dass in der Hausordnung steht, dass auf Autoparkplätzen nichts anderes stehen darf als Autos.

Und was nutzt schon eine mündliche Zusage unter 3 Zeugen? Grrrrrr…….

 

Es dauerte nicht lange und wir hatten ein Zettelchen an unserer Türe kleben:

 

 

Erst nur auf Japanisch, dann in Englisch und Japanisch und dann in Rot und mehrsprachig. Susanne raucht wirklich nicht viel. So ein oder zwei Feierabendzigaretten am Balkon draussen und ein kühles Glas Weisswein dazu, sind auch ein Genuss mit Blick auf die Rainbowbridge und bauen schnell den Stress ab. Und nun das.

Also stellten wir unsere gemütlichen Kanaster Abende ein und nutzten den Balkon wie alle Anderen – nur noch zum Wäschetrocknen und Susanne steht seither zwischen Wohnung und Balkon auf der Schwelle. Dies ist die selbst geschaffene Friedenszone. Draussen verboten. Drinnen verboten. Aber dazwischen??????

Letzte Woche war dann das Mass voll als erst mein Hinterrad vom Fahrrad einen satten Achter hatte, den jemand wohl verursachte als er sich an meinem Rad vergriff und dann noch die Fristsetzung zur Endlösung mit dem Motorrad ins Haus flatterte.

Wenn es um meine Zweiräder geht hört für mich echt der Spass auf! Und so ist es beschlossene Sache wir ziehen aus! Und zwar in eine Garage mit angebautem Wohnzimmer, die bikerfreundlich ist und in der nicht lauter überkanditelte Leute wohnen, die ihren Status raushängen lassen müssen. Und dann gibt es auch niemanden mehr, der den heiligen Marmor mit seinen Motorradstiefeln entweiht....

 

Sayonara

 

Jack san

 

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von Jack - veröffentlicht in: Tokyo News - Community: Leben und Arbeiten im Ausland
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Donnerstag, 27. august 2009

Konnichi wa,

 

ich kochte vor Wut und am liebsten hätte ich diesen braungebrannten, machohaften Strandboy durch den Suppenseiher gequetscht – aber ich bin ja nun schon abgeklärter geworden und hier bin ich schliesslich auch noch Ausländer. Aber der Reihe nach.

Wir machten einen Ausflug zusammen mit meiner Schwester, meiner Nichte und Ayumi meiner japanischen Freundin nach Kamakura und der Insel Enoshima. Kamakura kannte ich bereits und diesmal hatten wir ja auch eine Einheimische dabei und so war das alles ganz einfach. Mit dem Bus zur Tokyo Station und dann in die Yokosuka Line Richtung Kurihama. Wir hatten bei der JR am Schalter wieder ein Kamakura rundum Sorglos Paket gekauft, das es für das Kind bis 11 Jahre auch zu 50% gab. Das machte es viel bezahlbarer. Dies beinhaltet dann auch die kleine Trambahn nach Enoshima, das wir noch nicht kannten.

Da meine Nichte Magdalena baden liebt versprach ihr der gute Onkel auch, dass wir an den Strand gehen und sie schwimmen darf im grossen Pazifik. Sie wollte unbedingt obwohl ich sie mehrmals vor den 2m Quallen und den riesigen Fischen gewarnt hatte…..

Also am Bahnhof in Kamakura angekommen fragten wir den freundlichen und hilfsbereiten Info Mitarbeiter nach dem Bus und los ging’s gleich. Verpassen kann man den Bus auch nicht weil ein grosses in Englisch geschriebenes Schild den Weg weist. Direkt vor den Souvenirläden hielt der Bus und wir waren wiederum von der Aura des Buddhas begeistert. Auch von innen kann man den riesigen Bauch des Heiligen betrachten und erfährt aus wie vielen Einzelteilen der 130 Tonnen Mann gebastelt ist. So 1300 rum war das ja noch nicht so einfach solche Lasten zu bewegen. Gewundert haben wir uns noch wie hier auf der Anhöhe eine Riesenwelle das Holzhaus um den Allerheiligsten wegspülen konnte?! Das muss ein Tsunami unglaublichen Ausmasses gewesen sein!

Wir besuchten dann den angrenzenden Souvenirladen am Ausgang, der viel Kitsch und auch Waffen verkauft. Wir fanden tolle Kühlschrankmagnete aus Keramik und Emaille als Mitbringsel. Im Dutzend wars aber auch nicht billiger.

Danach machten wir uns zu Fuss die Strasse hinab auf den Weg Richtung Hasedera Tempel. Kurz vor der Hase Station der Enoden Line weist ein Schild den Weg. Alleine der Eingang mit den Bonsai Bäumen und der grossen roten Laterne sind atemberaubend. Die Höhle rechterhand konnten wir nur gebückt besuchen und fanden die kleinen Opfer Figürchen in all den Nischen besonders interessant. Kühl war es ausserdem. Dann treppauf zu der hübsch anzusehenden aus tausenden ca. 20cm hohen Figuren bestehenden Armee. Allesamt gespendet im Gedenken an behindert geborene oder in jungen Jahren verstorbene Kinder. Ein betrüblicher – aber Ruhe und Besinnlichkeit ausstrahlender Ort.

Die vielen Stufen durch den Garten sind im Frühjahr während der Blüte weitaus lohnenswerter gewesen. Nur der Ausblick ganz oben über die Anlage mit ihren vielen sehenswerten Tempeln und über die Bucht von Kamakura machen es zum Vergnügen.

Wieder unten angekommen knurrte der Magen und ich wurde schon ungemütlich und wer Erdbeeben Feeling und gutes japanisches Futter will geht durch den Vorhang der kleinen Gaststätte direkt rechts neben der Hase Bahnstation. Bei jedem vorbei fahrendem Zug sprang uns fast die Schüssel mit gebackenen Shrimps auf lecker Reis vom Tisch. Tee gab es aus dem Dispenser am Tisch soviel rein ging und ich war wieder happy.

Dann ab in die ratternde uralt Bahn nach Enoshima, vorbei an all den Surfern, die man vom Zug aus beobachten kann. Lange Sandstrände und kein bisschen Schatten.

Dann zu Fuss über die Brücke und hinein in die Souvenirläden, die den Weg bergauf Richtung des Shrines säumen. Ein Restaurant neben dem Anderen und haufenweise Spielsalons vermiesten uns den Weg. Wir suchten Schatten und verweilten etwas direkt am Meer. Jeden von uns überkam der Fluchtgedanke und diesmal hatte auch ich keinen Blick für das Schöne, das auch mir verborgen blieb. Kitsch, Kram, laut und überfüllt – das ist alles.

Die junge Dame wurde auch immer ungeduldiger und der Schweiss rann in Strömen und so trieb es uns an den vollen Strand. Dieser ist bewacht und der Schwimmbereich ist mit Netzen geschützt.

Noch nie hatten wir so viele braungebrannte Japaner/ -innen gesehen. Irgendwie fühlten wir uns auch alt. Alles so unter 20 ! Und den ganzen Strand entlang eine Bude nach der Anderen wo es Getränke und Futter und auch Umkleiden gab.

Also nix wie rein in irgendeine und Ayumi fragte den Beachboy am Eingang noch ob wir hier was trinken können und im Schatten aufs Kind warten. Kaum war Lene im Wasser und wir hatten Getränke gekauft, kam auch jener Boy wieder und wollte 1500 Yen pP. Miete fürs rumsitzen. Nach einer Diskussion und bösen Blicken verliessen wir das Etablissement und mir platzte fast der Kragen. Angie lief los und holte Lene. Aber wie ? Die war weit draussen. So fragte sie einen ca. 15 Jährigen, und der holte die anschliessend irgendwie verschreckte Nichte aus dem kühlenden Nass heraus. Wieso nur? Da kommt ein wildfremder Angeschwommen und erklärt ihr wild herumfuchtelnd irgendwas……Sie flüchtete wie wir auch und wir waren froh diesen Ort verlassen zu dürfen. Erinnert hatte mich das an unsere Begegnung einen Tag vorher mit den Nazis, die laut schreiend mit ihrem Bus an uns vorbei zogen und alte Kriegslieder spielten und Hassparolen schrien…….

Und nochmals ein Dankeschön an den ‚Rettungsschwimmer’ für Lene 8-) , der unser Japanbild wieder zurecht rückte.

 

Sayonara

 

Jack san

 

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Freitag, 21. august 2009

Konnichi wa,

 

normalerweise sichten wir einen der bekannten Reiseführer (meist noch einen englischsprachigen zusätzlich) um uns vor einer Reise oder einem Ausflug zu informieren. So auch diesmal. Im ‚Japan’ genannten Werk fanden wir für unseren Trip nach Nikko und Lake Chuzenji nebst Lake Yunoko den Tip am Besten mit dem Mietwagen anzureisen, da es mit der Bahn zu kompliziert sei.

Bei unserem ersten Mal befolgten wir den Ratschlag und endeten im Stau und Chaos des sonntäglichen Ausflugswahnsinns der Einfallstrassen nach Tokio. Den Wagen konnten wir gerade noch rechtzeitig beim TooCoo Car Rental Service, mit englischer Homepage versehen und deshalb gerne gebucht, zurück geben.

Diesmal ignorierten wir den guten Rat und fuhren mit der JR – also der Japanese Railways. Diese bieten ein rundum Sorglospaket für Nikko incl. Bahnfahrt und Bus fahren an, das ab Asakusa mit der Tobu Line startet. Am Bahnhof Tobu Nikko nach nur einer Stunde Fahrt angekommen und nur einmal Umsteigen in Shimo-Imaichi, in einen netten kleinen Regionalzug, waren wir stressfrei angekommen. Zu Fuss gingen wir immer leicht bergauf durch die Hauptstrasse Nikkos und auf halbem Weg neben der Tankstelle erreichten wir die Tourist Info. Unser leichtes Gepäck liessen wir im Schliessfach im Souvenierladen kurz vor der berühmten roten Brücke, die den Weg hinauf zu den traumhaften Tempeln weist.

Ein Kombiticket auch hier liess uns einige Yen sparen und wir folgten der empfohlenen Route durch die vielen Tempel und Shrine. Es gilt viele hohe Stufen zu überwinden – was jedoch viele Japanerinen nicht abhielt mit Highheels hinauf zu balancieren. Ein Wunder, dass nicht die Hälfte gebrochene Knöchel davon trug.

Die vielen Schatten spendenden, vor ca. 300 Jahren gepflanzten hochgewachsenen, erhabenen Zedern machten den sommerlichen Ausflug erträglich.

Der Bus Richtung Yumoto SPA brachte uns dann über den mit 43 Kehren versehenen Irohazaka Pass hinauf zum Lake Chuzenji. Bei jeder Kurve bedauerte ich nicht auf dem Mopped zu sitzen. Direkt an den Kegon Falls hielt er und ohne ein Ticket kaufen zu müssen besichtigten wir die sich in die Tiefe stürzenden Fluten. Die Paar Meter zum Ryokan Hotel bewältigten wir zu Fuss. Nach einem leckeren Abendessen, diesmal nicht im mit Tatamimatten versehenen Zimmer sondern im Restaurant des Hauses krabbelten wir in unser traditionelles am Boden bereitetes Schlafgemach.

Die frittierten Fischlein zum Frühstück verschmähten wir und machten uns wieder mit dem Bus zum Yumoto SPA auf.

Wir wählten den Weg rechts rum und folgten dem herrlichen Auf und Ab verlaufenden sehr sicher gebauten Pfad dem See entlang. An den Yudaki Falls hinunter ging es zum Senjogahara Plateau. Dies ist ein Hochmoor, das man auf Stegen durchquert und wunderbare Ausblicke auf die umgebende Bergwelt gewährt. Durch kühlende Wälder folgten wir stets der guten Beschilderung zu den Ryuzu Falls, die sich einmal erreicht faszinierend im 45° Gefälle hinunter stürzen. Unten gibt’s dann frischeste junge Forellchen am Steckerl gegrillt. Ein paar Meter die Strasse hinab fanden wir die nächste Bushaltestelle, die uns zum Bootshaus des Kanaya Hotels brachte und uns einen klasse Kaffee und Kuchen mit Seeblick bescherte.

Gestärkt wiederum mit dem Bus verliessen wir den sich spiegelnden Chuzenji See und hörten in der Ferne die ballernden Motoren der V8 Schnellboote. Der sportliche Busfahrer bereitete uns noch den einen oder anderen Adrenalinschub bevor wir nach 48 Kehren die sicheren Gefilde des Tales erreichten. Den Zug raus aus der traumhaften Gegend bestiegen wir nur unwillig und erreichten geschlaucht – aber glücklich unsere Beton und Glaswüste – unser Heim.

 

 

Sayonara

 

Jack san

 

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