Saturday, 3. september 2011
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Konnichi wa,
die Weiterreise nach Nara führte uns zuerst retour nach Hiroshima und dann mit rasend schnellen - aber komfortablen 250km/h im Shinkansen nach Kyoto. Von dort mit der Bimmelbahn hatten wir genug
Zeit die Landschaft zu betrachten. Abwechselnd beton-grau mit dazwischen hübschen blauen Dächern der vereinzelten Bauernhöfe garniert und dazu das saftige grün der Reisfelder im Kontrast.
In Nara angekommen besuchten wir sofort die Tourist Info und bekamen bereitwillig wiederum einen kostenlosen Führer angeboten. Diesen sollten wir am nächsten Tag zum Besuch des Weltkulturerbes um
den Hóryúji Tempel treffen. Unser Hotel lag direkt am Bahnof sehr zentral und günstig gelegen und hatte den verheissungsvollen Namen Super Hotel Lohas JR Nara Station. Super war der Empfang und
die Kissenauswahl im Foyer – ja ein eigener Raum voll mit Kissen in allen Grössen und Macharten um das edle Haupt wohl zu betten. Mit einem SPA versehen kann man über die sauberen aber winzigen
Zimmerchen hinweg sehen.
Zu Fuss machten wir uns bei brutalen Temperaturen und einer Luft nahe dem Siedepunkt auf den Weg. Immer gerade aus führte uns der Weg durch die Hauptstrasse am Gangoji-Tempel (dem ersten
buddhistischen Tempel Japans) vorbei zu den am Strassenrand gelegenen weniger hübschen Ara-ike Teichen.
Die fünfstöckige Pagode, die als Wahrzeichen Nara's gilt, am Kofukuji-Tempel gefiel uns sehr gut und wir besuchten sie in der Dämmerung nochmals. Immer mehr Touristen begleitet von den 'heiligen'
Rehen säumten den Weg in Richtung der eigentlichen Attraktion – dem Todaiji-Tempel aus dem Jahre 752 n.Ch.!
Schon von weiten beeindruckt diese weltgrösste Holzkonstuktion durch Ihre Ausmasse. Um 1/3 kleiner wurde sie 1692 nach 2 Bränden wieder errichtet und befindet sich leider in einem
renovierungsbedürftigen Zustand.
Innen drinnen ist es düster und sofort ist man von der immensen Ausstrahlung des riesigen goldenen Vairocana Buddha's gefangen – es fehlen einem die Worte – gigantisch, heilig, strahlend,
überwältigend …...dieser Anblick. Wir verweilen einige Zeit in der überraschenden Kühle des von Kaiser Shomu errichteten Haupttempels für alle Provinzen Japans.
Die grossen Statuen der Wächter, die das Böse draussen halten sollen gefielen mir besonders gut. Eine witzige Besonderheit ist der Durchbruch in einer der tragenden Säulen des hölzernen
Konstruktes. Es stehen so ziemlich alle Familien mit Kindern an und die dürren können sich mit einigem Geschick hindurch zwängen. Den Kids macht es mächtig Spass und es wird ganz natürlich damit
umgegangen und niemand nimmt Anstoss daran.
In Richtung Hotel kehrten wir in einem Izakaya mit 'Biergarten' ein und zu einem erfrischenden frisch gezapften Bier gab es leckere Spiesschen vom Grill. Tags drauf besuchten wir zusammen mit
unserer ausgesprochen gebildeten Führerin den vor 1400 Jahren von Prinz Shotoku errichteten Hóryúji Tempel. Doch ein Stück ausserhalb gelegen überstand diese Tempelanlage wohl genau deshalb alle
Kriege und Unruhen ebenso wie die grossen Feuer über die Jahrhunderte hinweg.
Das Wetter war miserabel und ohne Schirm konnten wir keinen Schritt tun und doch waren wir für die Erfrischung von oben dankbar. Die herrliche dreistöckige Pagode wurde jedoch erst 1975 wieder
aufgebaut – nachdem sie durch Blitzschlag völlig ausgebrannt war. Im inneren kann man in alle vier Himmelsrichtungen in Stein gemeisselte Szenen aus dem Leben bis zum Sterben des Herrschers
bewundern.
Die Details sind mehr wie beeindruckend und sind ohne Taschenlampe in der Dunkelheit des Ortes kaum auszumachen. Wir wurden auf ein Tässchen grünen Tee eingeladen und genossen das Getränk ebenso
wie den Blick über die weitflächige Anlage. Über den Riesel der vom Regen durchweichten Wege fanden wir unseren Weg zum Bus, der uns wieder zur nahen Zughaltestelle brachte und nach einer halben
Stunde Zugfahrt erreichten wir den Bahnhof in Nara.
Ab in die Bimmelbahn und noch lange unterhielten wir uns auf der Heimreise über die nette und kostenlose Begleiterin, die wir nicht mal zum Essen einladen durften – so bescheiden war sie. An
dieser Stelle nochmals Danke an diese hilfsbereiten Menschen die uns Ausländern als Guides ihre kostbare Zeit zur Verfügung stellen.
Mit dem neuesten Shinkansen jagten wir gen Tokio und pünktlich auf die Sekunde kamen wir wie immer am Hauptbahnhof an. Wer hätte gedacht, dass man die schwüle Tokio's im Sommer als kühl empfinden
kann im Vergleich zum Süden des Landes – bei nur 32°C....
Sayonara
Jack san
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